Sebastian Kehl im Trainingslager: Das Dutzend ist voll

DORTMUND - Die Spieler von Borussia Dortmund bekommen eigentlich nie Applaus, wenn sie das Podium zu einer Pressekonferenz betreten. Im Kirchberger Hotel Sonne war das am Freitagmittag anders.

Aus Kirchberg berichtet Matze Dröge

Gut 100 schwarz-gelb-gekleidete Fans besetzten alle Stühle im großen Saal, um BVB-Kapitän Sebastian Kehl zuzuhören. Der wirkte trotz der 45-minütigen Laufeinheit am Vormittag, bei der er leicht umgeknickt war, ziemlich entspannt. Kein Wunder, immerhin bereitet sich Kehl zum zwölften Mal in einem Sommertrainingslager mit dem BVB auf eine Saison vor. Echte Routine eben.

BVB-Trainingslager, Tag 3

BVB-Trainingslager in Kirchberg, Tag 3

Seit Januar 2002 ist Kehl Borusse. Mittlerweile ist er 33 Jahre alt und spielt zumindest bis Saisonende beim BVB. „Wir schauen mal, wie es funktioniert, wie gesund ich auch bleibe, wie weit es mir noch Spaß macht, wie weit ich noch mithalten kann“, denkt Kehl eventuell an ein Karriereende nach der Spielzeit. Der von vielen Verletzungen geprägte Kehl blickt aber optimistisch in die nahe Zukunft. „Ich fühle mich jetzt noch so frisch, so gut, dass ich mir keine Gedanken mache aufzuhören“. Dabei hat er mit Sven Bender, Ilkay Gündogan und Nuri Sahin deutlich jüngere und zuletzt enorm gereifte Spieler in der Mannschaft, die ebenfalls um eine feste Position im defensiven Mittelfeld kämpfen. In der vergangenen Saison war er mit neun Einsätzen in der Champions-League und 22 Partien in der Bundesliga eine wichtige Stütze im BVB-System.

Sitzt Kehl mal auf der Bank, geht er eben abseits des Fußballplatzes voran. Er wird natürlich mit dem wechselwilligen, aber zum Bleiben verdonnerten Stürmer Robert Lewandowski sprechen, „dass er seine Situation so annehmen soll und das wird er auch tun“. Kehl glaubt nicht, dass sich der polnische Nationalspieler hängen lässt.

Außerdem kümmert sich der aktuell dienstälteste BVB-Spieler darum, dass Neuzugang Pierre-Emerick Aubameyang schnell integriert wird, um sich „in Dortmund sehr, sehr schnell einzuleben“. Von dem Wechsel des gabunischen Nationalspielers hat Kehl auch erst sehr spät erfahren. „Wir haben uns dann natürlich auch ein paar Videosequenzen angeschaut. Ich glaube, dass er nicht so verrückt ist, wie es in einigen Medien auch dargestellt wurde. Und wenn doch, wird ihn Jürgen Klopp relativ schnell einfangen“, weiß er genau, wie sein Trainer tickt.

Für die kommende Saison hofft Kehl, „dass es wieder am Ende etwas zu gewinnen gibt und demnach arbeiten wir akribisch daran“. Am Freitagnachmittag musste er allerdings passen. Im Vormittagstraining ist er leicht umgeknickt, deshalb hat „Kehli“ nachmittags individuell gearbeitet. Klar ist: der Kopf der Mannschaft wird schnell wieder auf den Platz zurückkehren. Die Gier nach dem vierten Meistertitel im BVB-Dress ist groß und wäre ein schönes Ende einer Karriere mit schweren Verletzungen und tollen Triumphen.

Quelle: wa.de

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