Nach dem 0:1 gegen Leverkusen

Bender fällt in Marseille aus, Hoffen auf Sahin

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Einsatz in Marseille unmöglich: Sven Bender.

DORTMUND - Jürgen Klopp hat schon angenehmere Tage bei BV Borussia Dortmund erlebt. Das 0:1 (0:1) im Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen versetzte dem Trainer des Vizemeisters einen empfindlichen Wirkungstreffer. Zehn Punkte hinter den Münchner Bayern, sechs hinter Leverkusen – die mit Gladbach punktgleichen Schwarz-Gelben müssen jetzt sogar um die direkte Qualifikation um die Champions League bangen.

Von Peter Schwennecker

Doch weitaus größere Probleme als die vierte Saisonniederlage bereiten Klopp mit Blick auf das Vorrunden-Finale in der Königsklasse am Mittwoch (20.45 Uhr/live im ZDF) bei Olympique Marseille die schweren Verletzungen von Nuri Sahin (Außenbandteilriss am rechten Sprunggelenk) und Sven Bender (Innenbanddehnung am rechten Sprunggelenk und Einblutungen in die Sehnenscheiden), die während der Partie in ein Krankenhaus gebracht wurden.

Denn es besteht lediglich bei Sahin Hoffnung, dass er beim Tabellenfünften Frankreichs eingesetzt werden kann. Auf Mats Hummels, Neven Subotic, Marcel Schmelzer und Ilkay Gündogan muss der westfälische Bundesligist ohnehin verzichten. „Diese neuen Verletzungen sind sehr, sehr tragisch. Beide hatten große Schmerzen“, erklärte der Coach. „Es gab schon leichtere Momente. Wunder gibt es zwar immer wieder, aber für uns leider nicht so oft in letzter Zeit.“

Angesichts der zahlreichen Ausfälle durchaus verständlich ist die Angriffsmaschine der Dortmunder ins Stottern geraten. Es läuft einfach nicht mehr beim BVB, der gegen den Tabellenzweiten vor allem im Mittelfeld große Defizite offenbarte. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir mal so viele Zweikämpfe verloren haben“, erklärte Klopp „In einigen Situationen haben wir auch zu langsam gedacht. Bis zum vorletzten Pass sah das ganz okay aus, danach nicht mehr. Dann hat die letzte Konsequenz gefehlt.“

Und dass schließlich auch noch ausgerechnet dem Ex-Leverkusener Manuel Friedrich in seinem 250. Bundesligaspiel, dem dritten im BVB-Trikot, der entscheidende Fehler unterlief, passte zu dem aus Dortmunder Gesicht gebrauchten Tag. Er spielte (18.) bei einem Abwehrversuch den Ball genau in den Lauf von Emre Can, der schnell schaltete und zu Gonzalo Castro spielte, der den Torschützen Heun Min Son in beste Position brachte.

Dortmund verliert 0:1 gegen Leverkusen

Son erzielte gegen den BVB schon seinen fünften Treffer. „Anscheinend liegen mir die Dortmunder“, schmunzelte der Koreaner. „Ich spiele unheimlich gern vor dieser Kulisse.“ Die wurde im zweiten Durchgang auch unheimlich laut, weil der BVB den Druck erhöhte, sich dabei aber wenig Chancen herausarbeitete. „Wir haben nach der Pause zwar leidenschaftlicher, aber nicht besser gespielt“, betonte Klopp. „Wenn man Leverkusen schlagen will, dann muss man richtig gut sein. Das waren wir nicht.“

So ließ Bayer nur sehr wenige Möglichkeiten für die Gastgeber zu. Die größte Chance vergab in der Nachspielzeit Marco Reus, der am glänzend reagierenden Schlussmann Bernd Leno scheiterte.

Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch 20 Akteure auf dem Platz, weil der Leverkusener Emir Spahic (81.) nach einer Tätlichkeit gegen den diesmal enttäuschenden Henrikh Mkhitaryan von Schiedsrichter Florian Meyer mit einer Roten Karte und der Dortmunder Sokratis wegen eines zu heftigen Protests mit Gelb-Rot (90.) bedacht worden waren. Der Grieche ist nun für das nächste Auswärtsspiel der Borussia am Samstag bei der TSG Hoffenheim gesperrt.

„Wir hatten schon bessere Phasen“, stöhnte Klopp. „Doch da müssen wir jetzt durch.“ Stolz war dagegen Rudi Völler. „Nur zehn Tage nach dem 0:5 gegen Manchester United haben wir in der ersten Hälfte wohl unsere beste Saisonleistung gezeigt“, jubelte der Bayer-Sportchef. „Es war nach den schwachen Leistungen gegen die Bayern und ManU wichtig zu zeigen, dass wir doch guten Fußball spielen können.“

Quelle: wa.de

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