Fußballderby

Klopp freut sich über "perfekten Nachmittag"

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Karneval beim BVB: Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang (links) und Marco Reus bejubeln den Führungstreffer als Superhelden-Duo.

DORTMUND - Das Geheimnis, warum Dortmunds Dolmetscher Massimo Mariotti kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit einen kleinen, schwarzen Stoffbeutel hinter das Tor von Schalkes Schlussmann Timon Wellenreuther gelegt hatte, lüftete sich erst in der 77. Minute.

Von Peter Schwennecker

Nach seinem Tor zum 1:0 im 147. Revierderby startete Pierre-Emerick Aubameyang durch, schnappte sich die Tasche und präsentierte sich anschließend vor der Südtribüne mit seinem Kumpel Marco Reus im neuen Outfit.

Als Superhelden Batman und Robin sorgte das kongeniale Sturmduo des BVB für einen außergewöhnlichen Auftritt beim hochverdienten 3:0 (0:0)-Triumph der Schwarz-Gelben vor 79500 Zuschauern.

„Wir haben uns diese Geschichte vor zwei Tagen beim Essen überlegt“, bestätigte Reus anschließend. „Wir wollten ein bisschen Spaß reinbringen, davon hatten wir in den vergangenen Wochen ja nicht zu viel.“ Jürgen Klopp sah die Einlage mit einem lachenden und einem weinenden Auge, weil der Gabuner für die Maskerade von Schiedsrichter Felix Zwayer regelkonform mit Gelb be-straft wurde. „Ich war sehr überrascht und nicht darin eingeweiht“, erklärte der Dortmunder Trainer.

„Das Positive ist, dass Auba so selbstbewusst ist, dass er denkt, im Spiel zu treffen. Ich glaube, jetzt haben wir fast alle Masken durch. Natürlich ist es unangenehm, ihm zu sagen, dass er es nicht machen darf. Aber eigentlich geht das wegen der Gelben Karten nicht.“ Doch Klopp nahm es diesmal (noch) gelassen hin, weil die Freude und Erleichterung am Ende nach dem wohl einseitigsten Derby aller Zeiten überwogen. Lange mussten die in allen Belangen klar überlegenen Dortmunder auch am Samstag bangen, ehe sie die Weichen auf Sieg stellten. 31:3 Torschüsse lautete die Statistik nach der Partie, aber erst in der Schlussphase sorgten Aubameyang, Henrikh Mkhitaryan (78.) und

Statistik

Ballbesitz in %: 64,3 - 35,7

Torschüsse: 31 -3 gew.

Zweikämpfe in %: 54,2 - 45,8

Fouls: 13 -13

Ecken: 9 - 5

Reus (86.) für die Belohnung. Und für einen schließlich zufriedenen BVB-Fußball-Lehrer. „Das war ein absolut perfekter Nachmittag von uns und für uns, ein richtig tolles Spiel meiner Mannschaft. Von der ersten bis zur letzten Minute haben wir super den Ball laufen lassen, sind in die richtigen Räume gegangen und haben herausragendes Gegenpressing gezeigt“, schwärmte Klopp, der nach der torlosen ersten Halbzeit nicht die Zuversicht verloren hatte. „Schon in der ersten Hälfte hatten wir massenhaft Torchancen, die wir leider nicht nutzen konnten. Wichtig war, dass wir gezeigt haben, dass uns das nicht nervös werden lässt.“

Die äußerst emotionslos auftretenden Schalker waren am Ende mit dem Ergebnis mehr als gut bedient. Vielleicht das einzig Positive aus blauweißer Sicht. „Das war ein schlechter Tag für alle Schalker“, meinte Trainer Roberto Di Matteo, der es diesmal nicht geschafft hatte, die Defensive stabil zu halten. Matteos Abwehr-Mörtel bröckelte an allen Ecken und Kanten. Keine Bundesliga-Mannschaft, nicht einmal die Bayern, erspielte sich in der laufenden Saison gegen die Schalker so viele Torchancen wie der BVB am Samstag. Einzelne Spieler als Schuldige wollte und konnte der Schweizer nicht ausmachen.

Schalke verliert 0:3 in Dortmund

„Ich kann mich bei den Fans nur für die sehr schlechte Mannschaftsleistung entschuldigen“, erklärte der Coach. Einzige Ausnahme blieb vielleicht der junge Ersatzkeeper Wellenreuther, der mit seinen vielen Paraden ein Debakel verhinderte, am Ende aber bei seiner Derby-Premiere beim 3:0 durch Reus schwer patzte.

Während die Schalker Leistungskurve, nicht zuletzt wegen der vielen Ausfälle, zuletzt nach unten zeigte, steuerten die Dortmunder mit dem vierten Sieg in Serie weiter Kurs Richtung obere Tabellenhälfte. „Wir sind auf einem guten Weg, mehr nicht“, ließ sich Mittelfeldspieler Nuri Sahin nicht zu euphorischen Ankündigungen hinreißen. Davor warnte auch Trainer Jürgen Klopp: „Wir haben auch nach vier Siegen in Folge nur fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Das zeigt doch, aus welcher schweren Situation wir kommen.“

Quelle: wa.de

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