Champions League

3:1 schafft Klarheit: BVB hat es selbst in der Hand

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"Eisen-Manni" Sven Bender spielte mit einem Nasenbeinbruch.

DORTMUND - Das Kopf-an-Kopf-Rennen in der Dortmunder Gruppe ist weiter völlig offen. Doch eines ist nach dem 3:1 gegen den SSC Neapel klar: Wenn die Borussen in Marseille das letzte Gruppenspiel gewinnen, sind sie definitv in der K.O.-Runde.

Von Peter Schwennecker

Als Jürgen Klopp vor dem letzten Heimspiel in der Champions-League-Vorrundengruppe F gegen den SSC Neapel angesichts der komplizierten Tabellensituation seiner Mannschaft zu erklären versuchte, welches Ergebnis gegen die Italiener für seine Mannschaft mit Blick auf den Einzug ins Achtelfinale besonders günstig wäre, sorgte er bei seinen Profis für Verwirrung. „So richtig verstanden habe ich das nicht“, gestand Mittelfeldakteur Nuri Sahin ein. Doch spätestens seit dem verdienten 3:1 gegen die Neapolitaner herrscht Klarheit in Dortmund. Der BVB hat es nach dem Sprung auf Platz zwei selbst in der Hand, kann mit einem Sieg am 11. Dezember bei Olympique Marseille in der Königsklasse überwintern.

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Borussia Dortmund bezwingt SSC Neapel mit 3:1

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Die Schwarz-Gelben könnten sich sogar ein Remis oder eine Niederlage erlauben, wenn Neapel daheim gegen Arsenal London unentschieden spielt oder verliert. Doch so nah vor dem Etappenziel möchten sich die Borussen nicht mehr aufhalten lassen. „Wir wollen unseren Champions-League-Traum weiterleben“, freute sich Jürgen Klopp nach dem verdienten Erfolg dank der Treffer von Marco Reus (10./Foulelfmeter), Jakub Blaszczykowski (60.) und Pierre-Emerick Aubameyang (82.), trat aber gleich auf die Euphoriebremse: „ Unsere Chancen sind jetzt besser als vor dem Spiel, aber es ist keine Vorentscheidung gefallen. Wer etwas anderes denkt, macht schon den ersten Fehler.“ Denn der BVB-Trainer glaubt nicht, dass sich die Franzosen mit null Punkten aus der Vorrunde verabschieden möchten. „Das wird eine heiße Partie“, betonte der Coach. „Wir müssen in Marseille ein gutes Spiel machen. Dort wird im Stadion bestimmt einiges los sein. Nach den Spielen in der Gruppenphase vor zwei Jahren haben wir aber auch noch eine Rechnung offen.“ Damals verloren die Borussen sang- und klanglos mit 0:3 bei Olympique.

Angesichts der großen Personalprobleme war es eine Energieleistung, die der Vizemeister gegen den SSC Neapel zeigte. Schließlich zog sich Sven Bender, der diesmal in der Innenverteidigung aushelfen musste, zu Beginn der Begegnung einen Nasenbeinbruch zu, musste minutenlang am Spielfeldrand behandelt werden. „Die Problematik war, die Blutung zu stoppen. Angesichts seiner gezeigten Leistung war es wichtig, dass er auf dem Platz bleiben konnte“, berichtete Klopp. „ Es war ein Superspiel von ihm. Er hat mehrfach sein Trikot wechseln müssen. Das letzte haben wir aus dem Fanshop geholt.“ Da die Nase nicht schief sei, rechnet der Trainer damit, dass Bender auch am Samstag in der Bundesliga in Mainz auflaufen kann. „Er hat ja leider Erfahrung damit, mit Maske zu spielen“, sagte der BVB-Trainer. Auch Roman Weidenfeller war voll des Lobes über Benders Durchhaltevermögen: „Vor Sven kann man nur den Hut ziehen“, meinte der BVB-Schlussmann. „ Er ist ein absoluter Ausnahme-Profi. Wer sich mit so einer lädierten Nase noch so in die Zweikämpfe und Kopfbälle haut wie er, der verdient höchsten Respekt.“

Dass die Dortmunder gegen Neapel bis zum Schluss um den Sieg zittern mussten, lag einmal mehr an der schwachen Chancenverwertung, die im Gegensatz zum Bundesliga-Gipfel gegen die Bayern diesmal allerdings nichts bestraft wurde. Zur Freude von Weidenfeller: „Wir befinden uns im Moment in einer Phase, in der wir auch die einfachen Bälle nicht wie selbstverständlich über Linie bringen. Solche Phasen kommen vor. Da müssen wir jetzt zusehen, dass wir sie überwinden.“ Jedenfalls haben die Dortmund die Mini-Krise mit drei Pflichtspielniederlagen gut verdaut und gegen Neapel die entsprechende Antwort nach dem 0:3 gegen die Bayern gegeben. „Wir haben bewiesen, dass wir trotz aller Personalprobleme mit dem Druck umgehen können“, zeigte sich Torschütze Blaszczykowski erleichtert.

Quelle: wa.de

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