Sahin und Bender: Die Schaltzentrale des BVB

JEREZ ▪ Sie besetzen die Schaltzentrale des BV Borussia Dortmund, leiten das Spiel nach vorn ein, organisieren es auch nach hinten. Nuri Sahin (22) und Sven Bender (21) bildeten in der Hinrunde die beste Doppelsechs der Fußball-Bundesliga und hatten damit großen Anteil am Erfolg des Spitzenreiters.

Warum das so gut funktioniert, beschreiben die beiden am Rande des Trainingslagers in Jerez im Hotel Montecastillo. „Die Absprache“, erklärt Nuri Sahin, „ist sehr wichtig. Man muss sich absichern, ohne groß miteinander zu reden. Bei uns ist das inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen.“ Sven Bender spricht sogar vom „blinden Verständnis untereinander. In Nuri habe ich da einen idealen Partner.“ Beide harmonieren auch außerhalb des Platzes. „Das erleichtert vieles“, sagt Bender. Sven Bender ist der Zwillingsbruder von Lars Bender. Beide wurden in Rosenheim geboren, kickten später gemeinsam für 1860 München, ehe sich die Wege trennten. Sven entschied sich für Borussia Dortmund, Lars wechselte zu Bayer Leverkusen. „Jetzt habe ich die Rolle von seinem Zwillingsbruder übernommen“, lächelt Sahin.

Offenbar haben sich bei der Borussia zwei gesucht und gefunden. „Es ist einfach wichtig zu wissen, dass man sich auf den anderen verlassen kann“, erklärt der türkische Nationalspieler, der Bender, der innerhalb des Teams nur Manni genannt wird, voll vertraut. „Ich kann den Ball einmal, zweimal oder dreimal verlieren – ich weiß genau, der Manni würde jedesmal für mich laufen. Andersherum ist es genau so. Wenn ich weiß, dass er Probleme hat, renne ich auch ein stückweit mehr für ihn.“

Beide haben ihre ganz speziellen Qualitäten. Und ergänzen sich deshalb in ihrer gemeinsamen Aufgabe prächtig. Und davon profitiert die Borussia. „Manni betrachtet viele Situation viel breiter und nüchterner als ich“, erzählt Sahin. „Ich denke oft eher offensiv. Und Sven sagt mir dann schon mal, wo wir Räume zumachen müssen und kompakter stehen sollten.“ Bender bewundert an seinem Teamkollegen vor allem die Ruhe und Erfahrung: „Ich konnte mich von Anfang an an Nuri hochziehen. Es gibt nur ganz wenige Spieler, die in so jungen Jahren schon so viele Bundesliga- und Länderspiele haben und über solch eine Erfahrung verfügen. Er bewahrt in allen Situationen die Übersicht. Davon kann ich nur profitieren.“ Eine Lobeshymne, die Sahin gern auch über Bender anstimmt: „Ich kann auch von Manni lernen. Er hat als Fußballer eine einzigartige Einstellung. Wie er den Beruf lebt, sieht man selten bei einem Spieler. Und er kennt keine Angst. In Situation, in die ich nie im Leben mit dem Fuß reingehen würde, hält er sogar seinen Kopf hin.“

Nur einen Rat gibt Sahin seinem Freund mit auf dem Weg in die Rückrunde: „Dass er Fußball spielen kann, weiß ich, aber es wird langsam Zeit, dass er auch mal sein erstes Tor macht.“ Sven Bender lächelt und gibt zu, dass ihn das durchaus beschäftigt. „Ich setze mich da persönlich aber nicht unter Druck.“ Auch das Thema A-Nationalmannschaft sieht der 21-Jährige gelassen. „Ich konzentriere mich in erster Linie darauf, in Dortmund Leistung zu zeigen und eine gute Rückrunde zu spielen. Alles andere wird sich dann schon ergeben.“ Nuri Sahin wird da konkreter: „Sven wird 2011 sein erstes Länderspiel bestreiten.“

Interessant wird, wie das Mittelfeld des BVB aussehen wird, wenn Mannschaftskapitän Sebastian Kehl in die Elf zurückdrängt. Denn dann könnte Dortmunds starke Doppelsechs durchaus getrennt werden. Doch auch das sehen sowohl Sahin als auch Bender professionell gelassen. „Wir hoffen alle, dass Sebastian möglichst schnell wieder fit wird und endlich für seine harte Arbeit belohnt wird“, beteuert Sahin. „Kehl ist ein wichtiger Spieler für uns. Ob dann Sahin, Bender, Kehl oder wer sonst auf der Bank sitzen werden, beschäftigt uns derzeit nicht“, sagt Sahin. „Was passiert, wird man sehen.“ ▪ Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

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