Revierderby

BVB-Trainer Lucien Favre über Kritik in den Medien: "Sie müssen das schreiben, sonst..."

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Häufig sieht man BVB-Trainer Lucien Favre grübeln.

BVB-Trainer Lucien Favre hat vor dem Revierderby FC Schalke 04 gegen  Borussia Dortmund auf die anhaltende Kritik gegen ihn reagiert.

Dortmund – Lucien Favre steht heftig in der Kritik bei Borussia Dortmund. Nicht unbedingt intern, aber von außen weht ein heftiger Wind gegen den BVB-Trainer – das hat auch mit seiner Selbstdarstellung zu tun.

Schlägt man im „Duden“-Wörterbuch die Seite 570 auf, findet man in der rechten Spalte „Kauz, der; -es, Käuze“. Darunter steht das Diminutiv „Käuzchen“ gefolgt vom Adjektiv „kauzig“. Zieht man dann noch die Onlineversion des „Duden“ zu Rate, bekommt man zwei Definitionen zum „Kauz“ geliefert: „1. zu den Eulen gehörender Vogel, 2. auf liebenswerte Weise sonderbarer, eigenbrötlerischer Mann.“ Mit der zweiten Definition wird Lucien Favre assoziiert – ist das ein Problem?

Druck auf Lucien Favre steigt – BVB-Trainer bleibt gelassen

Der Druck auf Favre steigt in der aktuellen Situation. Borussia Dortmund hat wohl den stärksten Kader seit vielen Jahren – gerade in der Offensive. Die Gier nach Erfolgen ist bei den schwarzgelben Anhängern besonders groß. Läuft es mal nicht so, wird es am Trainer festgemacht. Wie könnte es auch anders sein, mag die Fan-Seele denken. Die Qualität der Spieler, sie scheint doch so riesig. Mit Blick auf das Revierderby am Samstag gegen den FC Schalke 04 vernimmt man rund um den Borsigplatz folglich schon die ersten Abgesänge, Namen wie Jose Mourinho kursieren als möglicher Nachfolger. „Momentan ist es so. Was können wir machen?“, meint Favre stoisch.

Lucien Favre versteht die allgemeine Medienkritik

Favre ist ein ausgewiesener Fachmann. Fußball-Lehrer ist zu wenig, er arbeitet eher wie ein Professor. Das wirkt nach außen manchmal – kauzig. Er selbst tut auch nicht viel für seinen Ruf. Favre ist der Medienrummel zuwider. „Es ist auf einer Seite übertrieben, wenn es alles gut läuft. Und es ist übertrieben, wenn es mal nicht so gut lauft“, sagt er. „Aber ich verstehe das doch auch. Viele müssen das schreiben, sonst lesen die Leser das ja nicht mehr“, so der BVB-Trainer.

Revierderby steht an: BVB-Trainer Favre hat den Tunnelblick

Die Welt läuft nicht an ihm vorbei, wie es manchmal den Anschein hat, wenn der BVB-Trainer mal wieder eine Frage ungewollt holprig umfährt. „Ich konzentriere mich halt auf meinen Job. Auf dem Platz ist es wichtig, schon in der Kabine. Und dann gibt es nur noch diesen Fokus“, so Favre und hält sich dabei seine Hände wie Scheuklappen neben die Augen. Tunnelblick.

Es dreht sich eben alles um den Fußball. Favre braucht kein Feuerwerk drumherum, will es auch nicht. „Es ist so, so, so“ – er denkt weiter, von Spiel zu Spiel. Fußballer-Floskeln. Aber nicht beim Schweizer. Er ist halt einfach „so, so, so“. Favre weiß um den Druck, er weiß, dass er mitunter kauzig wirkt. „Ich habe kein Problem damit“, sagt er. Doch in Dortmund ist es zurzeit trotzdem nicht einfach für ihn. Der Ruhrpott-Klub war schon immer emotional, die Marketing-Botschaft „Echte Liebe“ ist kein Zufallsprodukt (wenn auch abgegriffen). Ist der Trainer einmal als Sündenbock ausgemacht, ist es schwer, sich wieder in die Herzen der Fans zurückzukämpfen. Besonders im Falle eines Lucien Favre, der wahrlich kein Außendarsteller ist und Massen mitreißen will. Ein Erfolg im Revierderby gegen den FC Schalke 04 (Samstag, 15.30 Uhr/live im TV und im Live-Ticker), in dessen Vorfeld die BVB-Fans ordentlich Pyro gezündet haben, würde helfen.

Lucien Favre: "Das Derby ist speziell"

„Ich habe verstanden, was das Derby bedeutet“, sagt Favre, der dann wohl wieder auf Marco Reus zurückgreifen kann in der Startelf des BVB. Zwei Duelle hat er als BVB-Coach erst erlebt. Den 2:1-Auswärtssieg und die Heimpleite in der vergangenen Rückrunde. „Ich möchte lieber nicht darüber reden“, sagt er. „Wir müssen uns total auf das Spiel vorbereiten. Kommunikativ und auf dem Platz. Alle Spiele sind wichtig, das Derby ist speziell“, meint Favre. So wie er – und das ist vielleicht auch gar nicht so verkehrt. maho

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Quelle: wa.de

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