Park schießt BVB in der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg über Krasnodar

+
Gut gemacht, Junge: Shinji Kagawa (rechts) freut sich mit Debütant Joo Ho Park über dessen späten Siegtreffer.

Dortmund - Die dritte Minute der Nachspielzeit lief. Und die blütenweiße Weste von Borussia Dortmund schien den ersten kleinen Fleck zu bekommen, als Joo Ho Park nach einer Flanke von Matthias Ginter wenige Millimeter über der Grasnarbe zum Kopfball ansetzte. Der Aufsetzer fand den Weg ins Tor – und der Südkoreaner mutierte zum Matchwinner.

Denn sein erlösender Treffer bescherte dem BVB vor 55 200 Zuschauern den schwer erarbeiteten 2:1 (1:1)-Erfolg zum Start in die Europa-League-Gruppenphase gegen FK Krasnodar. Und so ganz nebenbei den zehnten Pflichtspiel-Sieg der Saison in Serie.

„Das war ein superwichtiges Tor“, atmete BVB-Trainer Thomas Tuchel durch, befand aber auch: „Wir haben eine ganze Weile gebraucht, um ins Spiel zu finden.“ Er hatte seine Startformation im Vergleich zur Partie in Hannover auf vier Positionen verändert, hatte Roman Weidenfeller wie angekündigt ins Tor beordert. Die Rotation verhalf auch Gonzalo Castro ins Team sowie Park und Adnan Januzaj zum Startelf-Debüt. Der 18-jährige Belgier, Leihgabe von Manchester United, erwies sich als sehr fleißig, war an vielen gefährlichen Szenen der Borussen beteiligt.

Insgesamt bestimmten die Gastgeber zunächst das Geschehen gegen die kompakt stehenden Südrussen und hatten die erste gute Gelegenheit, als Ginter eine Januzaj-Flanke nur knapp verpasste (9.). Wenig später machten die Dortmunder allerdings erstmals Bekanntschaft mit den Qualitäten der Gäste im Umschaltspiel: Fedor Smolov ließ Ginter mit einem einfachen Trick ganz alt aussehen, passte flach in die Mitte, wo Pavel Mamaev den Ball aus kurzer Distanz durch die Beine Weidenfellers zum 0:1 über die Torlinie spitzelte (12.).

In der Folge waren die Gastgeber zwar bemüht, taten sich allerdings schwer, weil in vielen Aktionen die Feinabstimmung und insgesamt die Leichtigkeit vergangener Partien fehlte. „Luft nach oben“ in Sachen Körpersprache und Konzentration attestierte Tuchel seinem Team, monierte eine schlechte Nutzung der Räume und eine „schlampige Passgenauigkeit“. Chancen gab es dennoch. Nach denen für Marcel Schmelzer (23.) und Castro (31.) eine hochkarätige für Henrikh Mkhitaryan, der, von Januzaj freigespielt, an Krasnodars Schlussmann Andriy Dykan scheiterte (34.).

Der Torwart war allerdings machtlos, als der BVB erstmals die Nachspielzeit nutzte: Nach einer schönen Flanke des ansonsten eher blassen Park, der allerdings auf der ungewohnten Halbposition begann und erst nach dem Wechsel als Linksverteidiger agierte, glich Ginter per Kopf aus (45.+1).

Der Wille, den Druck zu erhöhen, war nach Wiederanpfiff zwar erkennbar. Doch es war zunächst – abgesehen von einem Mkhitaryan-Schuss (56.) – weiter ein wenig effektives Anrennen gegen sehr tief stehende Russen. „Unsere zweite Halbzeit fand ich ganz gut, sehr dominant“, war Tuchel dennoch nun deutlich zufriedener. Der Versuch aus der Drehung des nach dem Wechsel von der Außenbahn in die Sturmspitze gerückten Januzaj brachte Krasnodar erstmals ins Wanken (65.). Dykan parierte ebenso wie einen Freistoß Ilkay Gündogans (75.). Er brauchte allerdings die Hilfe von Sergei Petrov, der einen Schuss des eingewechselten Adrian Ramos kurz vor der Linie entschärfte (76.). Doch dann folgte die Nachspielzeit – und die erneut erfolgreiche Zusammenarbeit von Ginter und Park.

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare