„Standpunkte klar gemacht“ 

Nach 0:1-Niederlage in Krasnodar: Diskussionen mit Fans am Zaun

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Unerfreuliche Diskussionen: Dortmunds Kapitän Mats Hummels mit BVB-Fans in Krasnodar.

Krasnodar - Zuerst wollten sie nicht. Unmittelbar vor der Eckfahne hielten sie an, ließen die schon arg in die Jahre gekommene Tartanbahn als Puffer zwischen sich und den verärgerten Fans, die die Strapazen sowie Kosten einer über 3000 km weiten Anreise in den Süden Russlands auf sich genommen hatten und nun lauthals schimpften.

Doch nach einem kurzen Zögern suchten die Spieler von Borussia Dortmund – allen voran Kapitän Mats Hummels – doch den näheren Kontakt zu den Anhängern, die eigentlich im Kuban-Stadion den Gruppensieg in der Vorrunde der Europa League feiern wollten.

Nach der überraschenden 0:1-Niederlage des BVB beim FC Krasnodar war die Stimmung beim Dortmunder Anhang allerdings eher aggressiv, zumindest aber von viel Frust und Wut geprägt. „Wir haben das vor Ort sofort mit den Jungs diskutiert. Das ist ja das Gute, dass man das machen kann. Beide Seiten haben ihre Standpunkte klar gemacht,“ sagte Hummels. „Ich denke, dass solche Aussprachen eher noch zu etwas Positivem führen, als wenn man es nicht macht.” 

Und so hatte sich der Fan-Ärger im Stadion auch relativ schnell wieder verflüchtigt. Zumal die Leistung der Dortmunder keineswegs eine schlechte war, sogar um Längen besser als im Bundesliga-Spiel zuvor beim Hamburger SV (1:3). Nur in Sachen Chancenauswertung – vier Pfosten-und Lattentreffer standen letztlich zu Buche – hatte sich der Bundesligist von einer ganz schwachen Seite gezeigt und ist nun auf Hilfe des FK Qäbälä angewiesen, um vielleicht doch den für die Auslosung der K.-o.Phase wichtigen ersten Gruppenplatz zu belegen. „Klar hätten wir es verdient gehabt, das Spiel zu gewinnen“, sagte Trainer Thomas Tuchel. „Wir waren dominant, griffig, haben Lösungen gefunden und hatten in unseren Passspiel eine Schärfe, das hatte ich so nicht erwartet hatte. Aber wir haben diese Niederlage zu akzeptieren.” 

Einen Ticken zu lang gezupft

Akzeptieren konnte – und musste – Hummels letztlich auch die Entscheidung des Unparteiischen nach 29 Sekunden, die für das einzige Tor der Partie sorgte. Nach einem kurzen Halten des Innenverteidigers am Trikot von Mauricio Pereyra zeigte Schiedsrichter Serdar Gözübüyük auf den Elfmeterpunkt, von wo aus Pavel Mamaev den Strafstoß zum 1:0-Sieg der Gastgeber verwandelte. „Es war auf jeden Fall ein Foul. Ich haben einen Ticken zu lang gezupft an der Schulter. Ich hätte eine Zehntelsekunde vorher loslassen müssen“, ärgerte sich Hummels, der trotz seines erneuten Fehler Rückendeckung von seinem Trainer erhielt. „Wenn es ein Leistungstief bei ihm gab, dann hat das am Donnerstag 35 Sekunden gedauert. Ansonsten habe ich ihn nämlich sehr gut gesehen”, betonte Tuchel. 

Für die Dortmunder heißt es nun, mit zwei Niederlagen im Gepäck am Sonntag die Heimaufgabe gegen den VfB Stuttgart (15.30 Uhr/live bei Sky) anzugehen. Doch zum einen sind dann die in Krasnodar fehlenden Pierre-Emerick Aubameyang, Shinji Kagawa und Marco Reus wieder dabei, zum anderen hat die Leistung von Krasnodar den Dortmundern Mut gemacht. „In Hamburg haben wir nicht gut gespielt. Aber Donnerstag haben wir eine klar bessere Leistung gezeigt. Deswegen haben wir kein Problem in Bezug auf das Stuttgart-Spiel“, betonte Hummels. „Wir müssen das gleiche machen, nur ohne Elfmeter-Veschulden und mit Ausnutzen der Chancen. Das Wichtigste ist die Leistung. Ergebnisse können mal schiefgehen – das war in Krasnodar der Fall. Das wollen wir Sonntag direkt korrigieren.” Und dann sollte nach dem Abpfiff auch das Miteinander von Fans und Mannschaft allen Beteiligten wieder mehr Freude machen als in Russland.

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Quelle: wa.de

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