Mario Götze: Warum seine neue Position so wichtig ist

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Borussia Dortmund - SC Freiburg

Dortmund - Es vergeht kein Tag ohne Schlagzeilen über Mario Götze. Am Freitag macht BVB-Chef Hans-Joachim Watzke das Fass in einem Interview mit der "Fußball Bild" auf.

Der Dortmunder Geschäftsführer nimmt den Rückkehrer in Schutz. "Ich bin ganz sicher, dass noch einige Leute Abbitte bei Götze leisten müssen", so Watzke. "Wenn sie denn jemals die Größe haben." Der 24-Jährige wechselte im Sommer vom FC Bayern zurück zum BVB. Seitdem

Der 24 Jahre alte Mittelfeldakteur war Anfang der Fußball-Bundesligasaison vom FC Bayern München zum BVB zurückgekehrt, konnte aber bisher nicht kontinuierlich überzeugen. Watzke macht es daran fest, dass der Nationalspieler auf einer neuen Position zum Einsatz kommt. "Er spielt auf der 8er-Position hervorragend und macht defensiv wie offensiv mit die meisten Kilometer."

Nahezu täglich schalten sich Ex-Profis wie Christoph Metzelder, Steffen Freund und Thomas Helmer in die Diskussion und geben als "Experten" ihre Meinung in diversen Medien zum Besten. Immer wieder wird bemängelt, Götze passe nicht ins Spielsystem von Trainer Thomas Tuchel. Der, so hält sich ein Gerücht hartnäckig, habe Götze ohnehin nicht als Wunschspieler auf dem Zettel gehabt.

Doch was ist dran an diesen Positionsdiskussion? Wir versuchen zu analysieren:

Mario Götze aus den Dortmunder Meisterjahren:  Der "Spiegel" brachte ein perfektes Beispiel, um den jungen Mario Götze aus den Dortmunder Meisterjahren zu beschreiben. Der Mittelfeldspieler war unter Jürgen Klopp wie ein "freies Radikal". Götze hatte hinter den Spitzen viele Freiheiten, suchte viele Ballkontakte, war auf Torabschlüsse aus. So ein Spieler fällt auf und ist schnell Liebling der Fans - und vor allem der Boulevard-Medien. Defensivaufgaben hatte er natürlich trotzdem. Überragend agierte er zum Beispiel im legendären Champions League-Halbfinale gegen Real Madrid, als er durch aggressives Anlaufen der spanischen Aufbauspieler, das Realspiel früh entscheidend störte. Ausgerechnet vor diesem Spiel war damals sein Wechsel zum FC Bayern bekannt geworden.

Mario Götze im BVB-Team 2017:  Der BVB spielt in dieser Saison immer seltener mit dem System, was Jürgen Klopp teilweise perfektioniert hatte - das 4-2-3-1 mit einer sehr offensiven Dreierkette hinter dem einzigen Stürmer. Thomas Tuchel setzt eher auf ein 4-1-4-1, bei dem Mario Götze in der Regel eine der beiden Halbpositionen in der offensiven Viererkette einnimmt. Im Spiel lässt sich einer dieser beiden Spieler häufig auf die Achter-Position fallen. Was den "Achter" ausmacht: Er ist oft der Spieler, der den vorletzten Pass spielt. Also nicht unbedingt der letzte Vorbereiter und erst recht nicht der Torschütze. Ilkay Gündogan war in den vergangenen Jahren so ein Kicker - und der schoss ja nicht unbedingt Tore am Fließband. Die Pässe des "Achters" sind aber gerade die Bälle, die das Spiel verändern. Gefeiert werden dagegen diejenigen, die die "Scorerpunkte" machen. Das Herz des Spiels ist aber die "Acht"!

Was ist die ideale Position für Mario Götze? Das Thema wird überhöht, denn Thomas Tuchel sagte selbst einmal, dass in einem Spiel oft die Systeme ineinander verschwimmen. Wichtiger ist es, auf die Eigenschaften des Spielers zu schauen. Mario Götze ist nicht der wieselflinke Spieler mit dem explosiven Antritt - so einen Typen braucht es zum Beispiel auf dem Flügel, wenn der Außenstürmer hinter die gegnerische Verteidiger kommen will. Mario Götze hat seine größte Stärke in den "engen Räumen". Der 24-Jährige ist extrem pass- und ballsicher und liebt die kurzen, schnellen Bewegungen, mit denen er dem Spiel eine andere Richtung geben kann. Und genau diesen Spieler braucht er BVB: den Mann im Mittelfeld, der dass Spiel verändern kann. Denn die Goalgetter haben die Borussen mit Pierre-Emerick Aubameyang, Marco Reus und einem fitten Andre Schürrle ausreichend. Einen "Spielveränderer" haben die Borussen nach den Abgängen von Ilkay Gündogan und Henrik Mhkitaryan nötiger.

Warum ist er kein Stammspieler?  Weil Thomas Tuchel halt eine übergroße Auswahl in der Offensive hat - und weil der Trainer grundsätzlich viel rotiert in seinen Aufstellungen. Auf Namen nimmt er dort keine Rücksicht, das hat er schon oft unter Beweis gestellt. Mario Götze ist halt durch seine Vorgeschichte schneller im Fokus als ein Shinji Kagawa oder ein Gonzalo Castro, die ebenfalls zwischen Bank und erster Elf pendeln.

Was ist die Konsequenz? Die ganzen Experten sollten einfach ein wenig Druck vom Kessel nehmen. Es ist einfach so, wie BVB-Geschäftsführer Aki Watzke sagt. Mario Götze hat eine andere Rolle im BVB-System als noch vor vier Jahren vor seinem Wechsel nach München. Wenn er mit dieser Rolle warm wird, kann er für die Borussia einer der wichtigsten Spieler auf dem Feld werden. Dann werden die berühmten Experten schnell ihr Fähnlein im Wind drehen...

Quelle: wa.de

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