Vor dem Pokalfinale gegen Frankfurt

Marco Reus: Endlich, endlich" am Ziel?

Borussia Dortmund - 1899 Hoffenheim
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Am Samstag will Marco Reus endlich seinen ersten Titel feiern.

Dortmund - Marco Reus könnte Weltmeister sein, Champions-League-Sieger und mehrfacher Pokalsieger. Doch irgendwas kam immer dazwischen. Das soll sich nun ändern.

Marco Reus hat sich zerrissen. Er wird nach diesem DFB-Pokal-Finale seine EM-Teilnahme absagen und vier Monate ausfallen, doch jetzt will er, er will, er will. Aber, am 21. Mai 2016, in diesem Elfmeterschießen gegen Bayern München, wirkt es, als glaube er nicht wirklich daran. Er wird wieder keinen Titel holen. Es wäre nicht verwunderlich, verspürte Marco Reus bereits beim Erklingen des Wortes Finale ein Ziehen im Magen. 

Zu vier Endspielen ist er angetreten, alle hat er verloren, meist auf dramatische Weise - und gegen den FC Bayern. Mal in vorletzter Minute (Champions League 2013), mal in der Verlängerung (Pokal 2014), mal im Elfmeterschießen (Pokal 2016). Doch, weit gefehlt: "Ich freue mich unglaublich", sagt der Nationalspieler von Borussia Dortmund vor seinem Finale Nummer fünf gegen Eintracht Frankfurt am Samstag (20.00 Uhr/bei uns im Live-Ticker) im Berliner Olympiastadion. "Weil wir es verdient haben, dort zu sein. Ich werde bereit sein, wir werden bereit sein." Um, wie er sagt, "endlich, endlich" seinen ersten Titel zu holen. 

Reus: "Würde das Finale auch mit einem Bein spielen."

Am Samstag, beim Bundesliga-Finale gegen Werder Bremen (4:3), gab es einen dieser Marco-Reus-Schreckmomente, wie man ihn häufig gesehen hat. Krachend rauschte der 27-Jährige da mit dem Schienbein gegen den Torpfosten, und Zehntausende hielten den Atem an. Er wird doch nicht wieder...? Nein, diesmal keine schwere Verletzung zur Unzeit. Reus stand auf und sagte später bester Laune: "Ich würde das Finale auch mit einem Bein spielen." Derzeit, das ist bemerkenswert, scheint sich Reus tatsächlich auf seinen Körper verlassen zu können. Er geht topfit ins Endspiel, er schleppt nicht hinein. "Für den Kopf", sagt er, "ist das unheimlich wichtig." 

Denn: Ist der Kopf frei, tanzen seine Füße. Seit Marco Reus Mitte April nach einem Muskelfaserriss zurückkehrte, spielt er grandios. Er erzielte sagenhafte acht Tore seitdem, darunter in Mainz, in Frankfurt, in Mönchengladbach, gegen Hoffenheim und im Pokal-Halbfinale beim FC Bayern. Alle waren das 1:0. Er ist ein Nussknacker, der beste Dosenöffner im deutschen Fußball. Kein Offizieller bei Borussia Dortmund, der derzeit nicht darauf verweisen würde, dass der Flügelstürmer "gereift" sei. "Er hat wahnsinnig an Persönlichkeit gewonnen", sagt Trainer Thomas Tuchel gerne, Sportdirektor Michael Zorc sieht seinen Star "gerne in der Verantwortung". 

Perfektes Gesamtbild

Vielleicht ist dies der Moment, in dem sich bei Marco Reus alles zum perfekten Gesamtbild fügt: Aus Rückschlägen gezogene Stärke, Reife, körperliche Fitness, dadurch auch Vertrauen. "Ich habe einiges erlebt, ich muss vorangehen", betont er. Und da ist ja noch die ungestillte Gier nach Erfolg. Ein 27-Jähriger, der ohne Verletzungspech wohl Weltmeister wäre, der Champions-League- und Pokalsieger hätte werden können. Spötter sagen, sein einziger Titel sei das Titelbild des Konsolenspiels FIFA 17. Das soll sich nun ändern - alleine schon, damit die Fragen aufhören. "Endlich, endlich."

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