BVB zwischen berauschendem Fußball und rästelhaftem Scheitern: Die Bilanz spricht gegen Favre

Der BVB wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch die zweite Spielzeit unter Lucien Favre ohne Titel beenden. Gibt es ein drittes Favre-Jahr?

  • Borussia Dortmund wird die Saison 2019/20 ohne Titel abschließen.
  • BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sieht keinen Grund für eine Trainerdiskussion.
  • Die Bilanz von Favre bei Borussia Dortmund spricht jedoch gegen ihn.

Dortmund - Diskussionsstoff hätte der Geister-Gipfel zwischen dem BVB und dem FC Bayern auch aus sportlicher Sicht geboten. Bedeuten sieben Punkte Vorsprung schon die Entscheidung und den achten Titel in Serie des Rekordmeisters? Hätte Borussia Dortmund nicht einen Handelfmeter zugesprochen bekommen müssen? Und war Joshua Kimmichs entscheidender Lupfer nicht haltbar? 

Name:

Lucien Favre

Geboren:

2. November 1957 (Alter 62 Jahre)

Größe:

1,78 Meter

Bisherige Stationen als Trainer:

FC Echallens (1991-1994),

Yverdon-Sport FC (1996-2000),

Servette FC (2000-2002),

FC Zürich (2003-2007),

Hertha BSC (2007-2009),

Borussia Mönchengladbach (2011-2015),

OGC Nizza (2016-2018),

Borussia Dortmund (seit 2018),

BVB: Watzke dementiert Trainerdiskussion - Bilanz spricht gegen Favre

Dass sich Bezahlsender Sky nach Schlusspfiff gar nicht allzu lange mit den entscheidenden Szenen auseinandersetzen musste, lag ausgerechnet an einem, der am liebsten nur über den Fußball an sich reden würde – wenn er denn schon in der Öffentlichkeit auftreten muss. Lucien Favre höchstselbst irritierte mit der Antwort auf die Frage, ob er Sorge vor einer neuerlichen Diskussion habe, kein Titel-Trainer zu sein. „Das sagt man hier seit Monaten. Ich lese nicht die Zeitung, aber ich weiß, wie es geht. Ich werde darüber sprechen in ein paar Wochen“, sagte der 62-Jährige – und lieferte ein Thema, das zumindest am Dienstagabend gar nicht zwingend eines hätte sein müssen. 

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Denn der BVB machte kein schlechtes Spiel. Es war ein Duell in etwa auf dem Niveau, das man erwarten darf, wenn die beiden mit Abstand stärksten Kader der Bundesliga aufeinander treffen. Dortmund hatte zuvor 27 von 30 möglichen Punkten in der Rückrunde gesammelt, die Bayern gar 28. Und diesen Hauch besser war der Dauer-Meister eben auch im direkten Aufeinandertreffen. Von einem Meistertrainer würde sich der BVB also nicht trennen, sollte die Zusammenarbeit im kommenden Sommer beendet werden. Favres Bilanz, dessen Vertrag bis 2021 gilt: zweimaliges Achtelfinal-Aus in Pokal und Champions League, zweimaliges Verpassen der Meisterschaft gegen nicht immer sattelfeste Bayern – im ersten Jahr gar nach zwischenzeitlich neun Punkten Vorsprung. 

BVB unter Favre zwischen berauschendem Fußball und rätselhaftem Scheitern

Berauschender Fußball wechselt sich mit rätselhaftem Scheitern ab. Die meisten Spieler schätzen den Schweizer. Ein Zauderer ist er aber weiterhin. Einer, der mit der Titelvorgabe der Vereinsbosse fremdelte. Ein Trainer, dem fehlender Mut vorgeworfen wird – gerade in Begegnungen mit Finalcharakter. Die Debatte um seine Zukunft hat Favre selbst ins Rollen gebracht. Sie dürfte den BVB bis ans Saisonende begleiten. Auch wenn der Übungsleiter am Mittwoch bei Sky Spekulationen über einen Abschied dementierte. "Ich werde weitermachen. Ich habe einen Vertrag. Ich werde diesen Vertrag erfüllen. Es gefällt mir hier", so Favre.

Borussia Dortmund zeigt unter Trainer Lucien Favre zwei Gesichter. Im Sommer könnte deshalb Schluss sein.

Auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke betonte gegenüber der WAZ, dass er „aktuell überhaupt keinen Anlass für eine Trainerdiskussion“ sehe. Sky-ExperteLothar Matthäus legte sich dennoch fest: „Wahrscheinlich sucht Dortmund ab Sommer einen neuen Trainer.“ Und brachte Ex-Bayern-Coach Niko Kovac ins Spiel. Zumindest das emotionale Auftreten des 48-Jährigen würde zur Markenführung („Echte Liebe“) passen. Das war es dann aber auch. 

Fußballerisch würde der Wechsel von Favre zu Kovac nämlich einen Rückschritt bedeuten. Und Mats Hummels, einer der Anführer im Dortmunder Kader, an dessen Ausbootung in München Kovac großen Anteil gehabt haben dürfte, wäre von einer erneuten Zusammenarbeit wohl alles andere als angetan. Dennoch: Die Spekulationen um den zweitbegehrtesten Trainerjob der Republik werden anhalten.

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa / picture alliance

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