BVB-Situation immer dramatischer

Klopp-Elf von der Südtribüne gnadenlos ausgepfiffen

DORTMUND - Dass der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga für Borussia Dortmund eine schwere Angelegenheit wird, haben die Schwarz-Gelben oft genug gepredigt. Spätestens nach dem 0:1 (0:0) gegen den FC Augsburg vor 80.667 Zuschauern dürfte allen BVB-Fans klar sein, dass die Lage immer bedrohlicher und die angestrebte Klettertour in der Tabelle sehr viel Mühe und noch mehr Geduld erfordern wird.

Von Peter Schwennecker

Statt des erhofften Befreiungsschlags gab es einen herben Rückschlag für die Borussen, die jetzt am Samstag beim SC Freiburg unbedingt punkten müssen, um nicht schon vorzeitig den Anschluss zu verlieren.

Im Video: Die Pressekonferenz mit Jürgen Klopp und Markus Weinzierl

„Wir machen derzeit vieles falsch“, sagte ein enttäuschter Trainer Jürgen Klopp nach dem Schlusspfiff: „Es gibt heute Abend wenig Positives zu berichten.“

Gegenüber dem torlosen Remis in Leverkusen hatte Klopp die Mannschaft gleich auf drei Positionen verändert. Ilkay Günogan sollte dem Dortmunder Mittelfeld mehr Spielkultur verleihen, Pierre-Emerick Aubameyang das Tempo im Angriffsspiel der Borussia erhöhen. Für den verletzten Lukasz Piszczek übernahm Kevin Großkreutz die Position des rechten Außenverteidigers.

Angesichts stolzer 27 Punkte lief der Tabellensechste aus Augsburg mit breiter Brust bei den Westfalen auf. Dementsprechend selbstbewusst traten die Gäste auf, besaßen nach zwei Minuten durch den Kopfball von Raul Bobadilla nach einer Linksflanke von Tobias Werner die erste große Chance in dieser Partie.

Zu zaghafte Schussversuche in Schwarz und Gelb

Dagegen benötigte der BVB bei frostigen 0 Grad einige Zeit, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Erst nach einer Viertelstunde wurden die Aktionen der Schwarz-Gelben zwingender, doch nacheinander scheiterten Ciro Immobile, Marco Reus und Aubameyang mit ihren etwas zu zaghaften Schussversuchen.

Dortmund bemühte sich zwar, die Partie in den Griff zu bekommen, doch fehlte im Angriff die letzte Entschlossenheit. Zudem mussten die Westfalen in der Defensive konzentriert bleiben, denn Augsburg blieb bei Kontern stets gefährlich und setzte immer wieder kleine Nadelstiche. Paul Verhaegh schoss nach 32 Minuten aus der Distanz nur knapp am Dortmunder Tor vorbei.

Tiefschlaf sorgt für Entsetzen auf den Rängen

Ein kollektiver Tiefschlaf der BVB-Abwehr führte zu Beginn der zweiten Hälfte zum 0:1 (50.) und sorgte für Entsetzen auf den Rängen. Halil Altintop wurde gleich von drei Dortmundern im Strafraum attackiert, doch Marcel Schmelzers Klärungsversuch landete genau auf dem Fuß des frei stehenden Bobadilla, der keine Mühe hatte, aus gut zehn Metern einzunetzen.

0:1 gegen Augsburg: Tristesse pur bei Borussia Dortmund

„Wir dürfen nicht so tun, als hätten wir mit diesem Gegentreffer nichts zu tun“, kritisierte Jürgen Klopp. Kurz darauf lief Werner allein auf das Dortmunder Tor zu, wurde aber im letzten Moment noch von Großkreutz bein Abschluss gestört. Der Dortmunder verletzte sich bei der Aktion und wurde gegen Neven Subotic ausgewechselt.

Rote Karte nur ein trügerischer Hoffnungsschimmer

Hoffnung keimte im BVB-Lager auf, als der Augsburger Christoph Janker nach einer Notbremse gegen Aubameyang von Schiedsrichter Marco Fritz aus Korb die Rote Karte erhielt (63.). Klopp brachte in der Schlussphase für den glücklos agierenden Reus und Neuzugang Kevin Kampl mit Henrikh Mkihtaryan und Shinji Kagwa noch zwei frische Offensiverkräfte, doch konnten auch sie keine Akzente mehr setzen.

Auch in Überzahl fiel den spielerisch enttäuschenden Dortmundern gegen kompakt stehende Aufgsburger nicht mehr viel ein, ein richtiges Aufbäumen war ebenfalls nicht zu erkennen. „Wir müssen einfach unsere Nerven in den Griff bekommen“, meinte Klopp.

Von der Südtribüne gnadenlos ausgepfiffen

Nach dieser Leistung war vielen Fans auf der Tribüne die Angst vor dem Abstieg deutlich anzusehen. Sie verließen schon lange vor dem Abpfiff in Scharen das Stadion, sahen deshalb in der Nachspielzeit die große Kopfballmöglichkeit von Immobile, der den Ball genau in die Arme von Schlussmann Alexander Manninger köpfte, nicht mehr.

Nach dem Schlusspfiff wurden die Dortmunder vor der Südtribüne von den eigenen Fans gnadenlos ausgepfiffen.

Quelle: wa.de

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