Kuba genießt das Gefühl, gebraucht zu werden

DORTMUND ▪ Das Gefühl, gebraucht zu werden, verleiht manchmal Flügel. Das gilt derzeit besonders für den Dortmunder Fußball-Profi Jakub Blaszczykowski. Er soll in den kommenden Wochen Mario Götze ersetzen.

Der Kapitän der polnischen Nationalmannschaft präsentierte sich am vergangenen Wochenende in Hamburg in starker Verfassung, erzielte zwei Tore und ist nicht nur deshalb am Samstag im Heimspiel des BVB gegen die TSG Hoffenheim (15.30 Uhr) auf der rechten Seite des Bundesliga-Meisters gesetzt.

„Kuba befindet sich seit geraumer Zeit in einer herausragenden Form“, bestätigt Trainer Jürgen Klopp, der froh darüber ist, eine richtig gute Alternative für den vermutlich acht Wochen ausfallenden Mario Götze (Schambeinentzündung) in der Hinterhand zu haben.

Doch das war nicht immer so. Kuba, der seit 2007 bei der Borussia unter Vertrag steht, trug sich noch im Oktober des vergangenen Jahres mit Abwanderungsgedanken. Der 27-Jährige sah sein großes Ziel, die Teilnahme an der Europameisterschaft mit Polen im eigenen Land und in der Ukraine, gefährdet. „Als Kapitän der Nationalmannschaft muss ich einfach spielen. Deshalb werde ich mir im Dezember Gedanken machen, ob ich noch eine Zukunft in Dortmund habe“, hatte Blaszczykowski nach einem Länderspiel seinen Frust gegenüber polnischen Journalisten freien Lauf gelassen.

Denn in der Hinrunde kam der Mittelfeldspieler beim BVB nur zu einigen Kurzeinsätzen. Wofür Klopp durchaus seine Gründe hatte. Kuba konnte die großen Erwartungen, die Dortmund in ihn gesetzt hatte, nicht mehr erfüllen. Der Pole war in seiner Entwicklung stehen geblieben, machte zu wenig aus den durchaus vorhandenen Möglichkeiten. Blaszczykowski, einer der schnellsten Profis in der Fußball-Bundesliga, nutzte sein vorhandenes Tempo einfach nicht aus, präsentierte sich ohne Selbstbewusstsein, scheute jedes Risiko und auch die Zweikämpfe.

Doch offenbar ist es Jürgen Klopp jetzt gelungen, den Hebel beim Offensivmann umzulegen. Der lässt sich nun nicht mehr hängen. Der Dortmunder Fußball-Lehrer hat Blaszczykowski verdeutlicht, dass es bei der täglichen Arbeit ohne Blick auf die Aufstellung nur darum geht, sich selbst in eine optimale Verfassung zu bringen. Das hat Kuba inzwischen offenbar verinnerlicht.

Schon zum Ende der Hinrunde bewies er durchaus aufsteigende Form, zeigte zuletzt beim HSV wohl eines seiner besten Spiele überhaupt im BVB-Dress. Zur Freude seines Nationaltrainers Franciszek Smuda, der sich vor Ort im Stadion von den herausragenden Leistungen seiner drei Schützlinge überzeugte. Denn derzeit gehören neben Kuba auch Robert Lewandowski und Verteidiger Lukasz Piszczek zu den Dortmunder Leistungsträgern. „Ich bin sehr stolz auf meine Jungs. Es ist schön zu sehen, wie sie beim BVB einwandfrei funktionieren“, lobte der 63-Jährige sein Erfolgstrio in einer polnischen Sportzeitung.

In Polens Nationalmannschaft sind alle drei gesetzt, in Dortmund muss in erster Linie Kuba um seine Position kämpfen. Vor allem dann, wenn Mario Götze in einigen Wochen zurückkehren wird. ▪

Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare