Weder Resignation noch "null Bock"

Krampf statt Kampf - aber Klopp schließt Rücktritt aus

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Bei dieser Abwehraktion gegen Tobias Werner zog sich Kevin Großkreutz (rechts) einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zu. Er fällt sechs Wochen aus.

DORTMUND - Intensiv hatte Jürgen Klopp seine Dortmunder Borussia auch am Rande des Trainingsplatzes in der Winterpause auf den Abstiegskampf eingeschworen. Doch spätestens mit der bitteren 0:1 (0:0)-Heimpleite gegen den FC Augsburg wurde deutlich, dass daraus inzwischen Abstiegskrampf geworden ist.

Von Peter Schwennecker

Der Fußball-Lehrer Klopp sucht verzweifelt nach Therapien, diesen zu lösen. Klopp forderte eine entsprechende Reaktion der Mannschaft am Samstag im Kellerduell beim SC Freiburg (15.30 Uhr) und im folgenden Freitag-Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 (20.30 Uhr).

Im Video: Die Pressekonferenz mit Jürgen Klopp und Markus Weinzierl

Mission Klassenerhalt

Doch einen Rücktritt, falls in diesen Begegnungen die Wende nicht eingeleitet werden sollte, schloss er am Donnerstag mit Nachdruck aus.

„Bei mir ist nicht einmal ein Ansatz von Resignationen oder null Bock vorhanden“, beteuerte der 47-Jährige. „Und ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, dass wir unsere Mission, die Klassenerhalt heißt, erfüllen werden.“

Weidenfeller und Hummels bei den Anhängern

Doch inzwischen drohen sogar die treuen Fans, die trotz der rasanten Talfahrt wie eine Mauer hinter der Mannschaft standen, mit Liebesentzug. Ein gellendes Pfeifkonzert hallte den Borussen nach dem Schlusspfiff beim Gang Richtung Südtribüne entgegen.

Nur Schlussmann Roman Weidenfeller, der eigens auf den Zaun kletterte, und Mats Hummels wagten den direkten Kontakt zu den Anhängern, um zu beschwichtigen.

„Was sollen die Leute auch machen? Sie sind sehr enttäuscht und sehr sauer. Der eine oder andere hat Angst um die Zukunft des Vereins“, zeigte Klopp großes Verständnis für die Reaktion der Fans. „Wir müssen uns noch mehr wehren. Wir müssen Mut zeigen und uns in den richtigen Momenten richtig verhalten.“

Fotostrecke zum 0:1 gegen Augsburg: Tristesse pur beim BVB

0:1 gegen Augsburg: Tristesse pur bei Borussia Dortmund

Vor allem die zweite Halbzeit glich bei den Dortmundern einem spielerischen Offenbarungseid. Selbst in Überzahl nach der Roten Karte für Christoph Janker (60.) gelang es dem Vizemeister nicht, die kompakte Deckung der starken Augsburger, die nach einem katastrophalen Abwehrfehler der Borussen durch Raul Bobadilla (49.) in Führung gegangen waren, unter Druck zu setzen. Und die einzige echte Chance zum Ausgleich vergab Ciro Immobile in der Nachspielzeit per Kopfball kläglich.

Klopp muss möglichst schnell nach Lösungen suchen, um die die verunsicherte Mannschaft aus der Krise zu führen. Es bleiben nur noch 15 Spiele.

Immerhin hat sich trotz der elften Saison-Niederlage an der Tabellensituation nichts Gravierendes verändert. Der BVB ist weiterhin lediglich zwei Punkte von den Plätzen entfernt, die der Trainer schon nach dem 0:0 in Leverkusen als Paradies bezeichnete.

"Wir laufen immer Rückständen hinterher"

Kapitän Mats Hummels glaubte nach der Partie gegen Augsburg, die Wurzel allen Übels erkannt zu haben: „Wir laufen immer Rückständen hinterher. Uns fehlt, mal in Führung zu gehen, so dass wir selbst mal tief stehen und kontern können“, erklärte der Innenverteidiger und flüchtete sich anschließend in Durchhalteparolen.

„Wir wissen ganz klar, uns erwarten 15 Spiele voller Kampf. Alles Spielerische ist dann vielleicht Bonus. Wir wissen, dass es sich zu 98 Prozent über den Kampf definiert. In die anderen zwei Prozent müssen wir ein bisschen Lockerheit hineinbekommen, damit wir dann in den letzten 20 Metern vor dem Tor die richtigen Entscheidungen treffen.“

Zu allem Unglück reißt beim BVB das Verletzungspech nicht ab. Kevin Großkreutz zog sich gegen Augsburg einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zu und fällt mindestens sechs Wochen aus.

Quelle: wa.de

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