Klopp stellt den Spaß in den Vordergrund

Roman Weidenfeller laboriert an einer Magen- und Darmverstimmung.

DORTMUND ▪ Dass ein internationaler Wettanbieter schon jetzt die Tipper auszahlt, die vor der Saison auf Borussia Dortmund als Meister gesetzt haben, entlockt BVB-Trainer Jürgen Klopp nur ein Kopfschütteln: „Ich kann Leute nicht verstehen, die wetten“, erklärt der 43-jährige Fußball-Lehrer. „Wie soll ich da Leute verstehen, die Wetten auszahlen.“

Und vorzeitig zum Bundesliga-Meister küren lässt sich der Coach ohnehin nicht. Für die Borussen geht es schon ab dem ersten Rückrundenspiel am Freitag bei Bayer Leverkusen (20.30 Uhr/live in der ARD) darum, den Zehn-Punkte-Vorsprung aus der Winterpause so gut und so lange wie möglich zu verteidiger. Klopp spricht in diesen Zusammenhang lediglich von großen Zielen, ohne dabei konkret zu werden. „Wir sind sehr ambitioniert“, beteuert der Trainer. „Wir haben in der Rückrunde richtig viel vor“, nimmt er die Rolle des Gejagten an.

Viel wird bei der Borussia von einem guten Start abhängen. Das Hinspiel gegen Leverkusen war eine von lediglich zwei Begegnungen, nach denen die Schwarz-Gelben mit leeren Händen vom Platz mussten. Deshalb sieht Klopp seine Mannschaft keineswegs in der Favoritenrolle. „Die mache ich nicht an der Tabellenposition fest“, sagt Klopp. „Bayer hat schon viele Jahre eine Mannschaft mit großer Qualität. Und das Spiel findet nur dann auf Augenhöhe statt, wenn wir eine außergewöhnlich gute Leistung zeigen.“ Der Trainer glaub fest daran, dass seine junge Truppe schon in der Hinrunde gelernt hat, mit der Rolle des Spitzenreiters umzugehen. „Wir wissen, dass der Druck in dem Maße steigt, wie die Anzahl der Spiele sinkt“, beteuert Klopp. „Es wird in den kommenden Wochen eine meiner größten Aufgaben sein, dafür zu sorgen, dass wir den Spaß an der Arbeit behalten. Aber bisher haben meine Jungs auch in dieser Hinsicht viel Talent bewiesen und in der Hinrunde schon Erfahrungswerte gesammelt.“

Personell gibt es bei der Borussia einige Fragezeichen. Mittelstürmer Lucas Barrios ist nach seiner Virus-Erkrankung zwar nicht hundertprozentig fit, steht aber – so Klopp – auf jeden Fall als Einwechselspieler bereit. Mario Götze, der nach dem Trainingslager in Jerez über eine Muskelverhärtung im Oberschenkel klagte, hat inzwischen wieder mit der Mannschaft trainiert und dürfte in Leverkusen die Position hinter Stürmer Robert Lewandowski übernehmen. Eine mögliche Alternative wäre Mohamed Zidan, der sich laut Klopp wieder in ausgezeichneter körperlicher Verfassung präsentiert. In „Quarantäne“ befindet sich derzeit Schlussmann Roman Weidenfeller, der mit einer Magen- und Darminfektion aus dem Trainingslager zurückkehrte. „Am Montag sah es noch ganz schlecht aus“, sagt Klopp, der inzwischen aber mit einem Einsatz rechnet. Gestern trainierte Weidenfeller allein und fern der Mannschaft. Damit sich nicht noch weitere Spieler infizieren. Zuvor hatten sich bereits Sebastian Kehl und Damien Le Tallec angesteckt.

Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

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