Nach dem Terror

Kein Spieltag wie jeder andere: HSV empfängt Dortmund

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Thomas Tuchel

Hamburg - Im Spiel 1 nach dem Terror wird es in der Bundesliga verschärfte Sicherheitsmaßnahmen geben - auch im Volksparkstadion: Dort empfängt der Hamburger SV am Freitagabend Borussia Dortmund. Immerhin 57.000 wollen den "Lieblingsgegner" des HSV sehen. Eine Herausforderung.

Nach den grausamen Anschlägen von Paris und dem abgesagten Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden in Hannover ist dieser 13. Bundesliga-Spieltag keiner wie jeder andere. Wenn der Hamburger SV am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky) Borussia Dortmund empfängt, rückt das Sportliche etwas in den Hintergrund.

Nationalspieler zurück im Alltag: Direkt betroffen von den Vorfällen in Paris und Hannover waren die BVB-Nationalspieler Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Matthias Ginter. Zu Gesprächen mit dem Trio sagte BVB-Coach Thomas Tuchel: "Wir sind dabei und werden natürlich nachhören. Aber ich habe da mehr Fragen als Antworten. Deshalb will ich meinen Spielern auch keine Ratschläge geben, sondern nur zuhören." Ginter sagte: "Es ist erschütternd, was gerade passiert. Natürlich hatte ich die Bilder von Paris noch im Kopf." Der 21-Jährige hat aber "hohes Vertrauen, dass jetzt die richtigen Schlüsse gezogen und noch mehr Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden".

Die Sicherheitslage: Das Spiel im Volksparkstadion findet unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt. Es soll verstärkte Einlasskontrollen und deutlich mehr Ordner geben. In zwei Gedenkminuten vor der Partie wird der Terroropfer und des verstorbenen Altkanzlers Helmut Schmidt gedacht. HSV-Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer appellierte an die Fans, keine Knaller oder Böller ins Stadion mitzubringen. Das wäre "ein falsches Zeichen und könnte Panik bereiten".

Polizei und Verein raten zur frühzeitigen Anreise zu dem mit 57.000 Zuschauern ausverkauften Spiel. Zum einen wegen möglicher Verzögerungen durch die umfangreichen Einlasskontrollen, aber auch wegen des zeitgleich in der benachbarten Barclaycard-Arena stattfindenden Konzerts der Band "Unheilig".

Die sportliche Situation: Der BVB ist in jüngster Zeit ein Lieblingsgegner des HSV: Die Hanseaten verloren nur eines der vergangenen sechs Ligaduelle mit den Borussen. Zu Hause mussten die Hanseaten in den letzten neun Aufeinandertreffen gar nur eine Niederlage hinnehmen. Für die Westfalen spricht indes, dass sie die Könige der Freitagabendspiele sind: seit 19 Bundesliga-Spielen sind sie da bei 17 Siege und zwei Remis ungeschlagen.

Außerdem hat der Tabellenzweite Pierre-Emerick Aubameyang in seinen Reihen, der mit 14 Treffern - zusammen mit Bayern Münchens Robert Lewandowski - die Torjägerliste der Bundesliga anführt. Marco Reus dürfte dem BVB nach seinem Muskelfaserriss im Adduktorenbereich voraussichtlich wieder zur Verfügung stehen.

Tuchel, der Fast-HSV-Trainer: BVB-Coach Thomas Tuchel kann such auf ein Pfeifkonzert einstellen. Die Begleitumstände seiner Fast-Zusage im Frühjahr stoßen den Hamburger Fans immer noch übel auf. "Ich war zu dem Zeitpunkt sehr aufgebracht. Jetzt sehe ich das eher nüchtern", sagte Beiersdorfer. Angeblich hatte der 42-Jährige auch für einen Abstieg fest für die 2. Liga zugesagt. "Wenn ich das Gefühl vermittelt habe, dass es eine Einigung gegeben habe, dann tut mir das leid", sagte Tuchel dazu. Erst als er sich für Dortmund entschieden und dem HSV abgesagt hatte, holte man - sechs Partien vor Saisonende auf Platz 18 - Bruno Labbadia. Und der wurde dann zum gefeierten Retter. - dpa

Quelle: wa.de

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