Supercup

BVB setzt Zeichen für sich und die Liga

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DORTMUND - Borussia Dortmund hat gezeigt, dass Bayern München unter dem neuen Starcoach Pep Guardiola schlagbar ist. Der Gewinn des Supercups war Ausdruck dieser Tatsache. Rückschlüsse für den Verlauf der Saison wollte beim BVB trotz aller Freude aber niemand ziehen.

 Die Stars von Borussia Dortmund genossen die Glücksmomente nach der Gala gegen die vermeintlich Unbezwingbaren. Den 80 645 Fans im ausverkauften Dortmunder Fußball-Tempel wurde unter goldenem Konfettiregen der Supercup präsentiert, es gab ein Tänzchen auf dem Rasen - die Krönung nach dem 4:2 (1:0)-Spektakel gegen Triple-Champion Bayern München und Startrainer Pep Guardiola. Liga- und BVB-Präsident Reinhard Rauball umarmte bei der Pokalübergabe jeden einzelnen BVB-Mann innig.

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Supercup: BVB stoppt die Super-Bayern

Stolz wie sein Vereinsboss zeigte sich auch Borussia-Coach Jürgen Klopp, der angesichts der stickig-tropischen Abendluft ausgepumpt wie seine Spieler wirkte. "Es war ein klasse Spiel, beide Mannschaften sind hoch und runter gegangen, als gäbe es kein morgen", sagte er: Und fügte an: "Das Gute am Supercup ist ja, dass sich der Verlierer nicht sehr aufregt und der Sieger freut. Und wir haben gewonnen, das ist schon geil." Für die Spieler war der Erfolg ein Signal. "Wir wollten ein kleines Zeichen setzen, dass wir auch noch da und die Bayern schlagbar sind", sagte Doppel-Torschütze Marco Reus.

Es war das erste Erfolgserlebnis für Dortmund gegen die Bayern nach fünf Spielen in Serie ohne Sieg und der erste Pokal nach einem Jahr ohne Titel. Die BVB-Profis boten den Bayern, die zuvor in der Vorbereitung makellos waren, von Beginn an die Stirn. Das 1:0 durch Reus (6.) nach einem Fehler von Bayern-Keeper Tom Starke, der Manuel Neuer vertrat, blieb das Highlight im ersten Durchgang. Nach der Pause wurde es ein Fußball-Spektakel. Arjen Robbens Ausgleich (54.) folgten das Eigentor von Daniel van Buyten (56.) und der Kunstschuss von Ilkay Gündogan (57.). Den erneuten Anschluss durch Robben (64.) konterte Reus kurz vor Schluss entscheidend (86.).

Was man in der vergangenen Saison auch gegen die Bayern versuchte: Es klappte nicht. In der Liga zweimal 1:1 und mit 25 Punkten Rückstand abgeschlagener Zweiter, dann das Viertelfinal-Aus im DFB-Pokal, schließlich die Enttäuschung beim 1:2 im Champions-League-Finale am 25. Mai im Londoner Wembleystadion. Die Bayern krönten damit eine Traumsaison, die mit einem Sieg im Supercup 2012 gegen Dortmund und dem Ende einer Serie von fünf Niederlagen nacheinander gegen Dortmund begonnen hatte.

Auch wenn die Freude noch so groß war: Locken ließen sich die Beteiligten beim BVB nicht. "Nein, Parallelen müssen wir nicht ziehen, das ist weit hergeholt", sagte Nationalspieler Mats Hummels. Er pflichtete damit seinem Coach bei. Diesmal habe es "geklappt", sagte Klopp, aber daraus lasse sich im Hinblick auf die Saison "nichts ableiten. Unsere Konkurrenten sind 16 andere Bundesligisten. Damit ist alles gesagt."

Auch wenn Vergleiche mit Bayern München in Dortmund schon lange auf dem Index stehen, wird man zwangsweise damit konfrontiert. Speziell nach einem solchen Sieg. Das Potenzial, den Bayern ein würdiger Konkurrent zu sein, ist augenscheinlich da. Neuzugang Pierre-Emerick Aubameyang zum Beispiel gab nach seiner späten Einwechslung einen ersten Eindruck von seiner Schnelligkeit, als er, begünstigt dadurch, das 4:2 von Reus in Perfektion vorbereitete. Bleibt die Frage, ob die aktuelle Breite im Kader für den Tanz auf drei Hochzeiten ausreicht? Der BVB hatte bereits angedeutet, dass weitere Transfers möglich seien.

"Es war auch für die Liga wichtig, dass wir gezeigt haben: Auch Bayern ist schlagbar", meinte Nuri Sahin. Doch er wusste wie Kapitän Sebstian Kehl, wie der Erfolg einzuordnen ist. Kehl: "Wir sind noch in der Vorbereitung und wissen, dass das Spiel keinen Ausschlag auf die Saison haben wird." Dennoch genoss Fußball-Dortmund die herrlichen Momente, die auf dem Rasen mit Fotos vom Supercup für spätere Zeiten festgehalten wurden. "Es ist ein schöner Pokal", sagte BVB-Torwart Roman Weidenfeller, fügte jedoch mit ein wenig Wehmut an: "Ich hätte aber lieber vor acht Wochen gewonnen."

Quelle: wa.de

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