Bis 2018 in Schwarz-Gelb

Jürgen Klopp und der BVB: Eine Liebeserklärung

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DORTMUND - Die Worte von Hans-Joachim Watzke klangen wie eine Liebeserklärung: „Das, was zusammen gehört, sollen Menschen nicht trennen“, bemerkte der Vorsitzende der Geschäftsführung, als er die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Chefcoach Jürgen Klopp und dessen Assistenten Zeljko Buvac und Piet Krawietz bis zum 30. Juni 2018 bekanntgab.

Von Peter Schwennecker

 „Das ist, so glaube ich, für alle Borussen eine großartige Nachricht“, betonte Watzke nur wenige Minuten nachdem die Tinte unter dem Kontrakt trocken war. „Wir freuen uns darüber, dass Jürgen mit seinem Trainerteam ein großartiges Bekenntnis zum interessantesten Experiment im europäischen Fußball, so wie er es selbst einmal bezeichnet hat, gegeben hat.“

Derweil sprach Michael Zorc von einem „guten Tag für den BVB. Unser Projekt ist noch lange nicht am Ende, wir sind vielleicht auf halbem Weg“, erklärte der Sportdirektor, der sich auf weitere Jahre der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Klopp freut. „Unsere Aufgabe muss es sein, die Leistungen auf einem hohen Level zu bestätigen und die Zukunft vielleicht noch erfolgreicher zu gestalten.“

Mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung, die Klopp selbst als außergewöhnlich bezeichnete, wollten alle Beteiligten ein Zeichen setzen. Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen darüber gegeben, dass Klopp auch bei großen Klubs wie Real Madrid, Manchester United, Chelsea oder Arsenal London ein gefragter Kandidat sei.

„In den nächsten Jahren muss keiner mehr bei mir anrufen“, beteuerte der Fußball-Lehrer. „Es gibt nichts mehr, was ich mir vorstellen könnte, das diese Beziehung auseinander bringt“, erklärte der Coach. Auch nach viereinhalb Jahren BVB sei er keineswegs weich und nachlässig geworden. „Ich habe weiterhin eine Riesenlust darauf, die Zukunft dieses großartigen Vereins mitgestalten zu können.“

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Bisher hatten beim BVB die Verträge des Erfolgstrios Watzke, Zorc und Klopp eine identische Laufzeit. Zumindest der Sportdirektor soll nach Wunsch aller Beteiligten bald nachziehen. „Ich werde mich in naher Zukunft mit Michael Zorc zusammensetzen. Dass er verlängern wird, ist sowieso klar“, bekräftigte Watzke, der selbst ein bisschen nachdenklicher geworden ist.

Die Ereignisse der vergangenen Tage hätten sein Empfinden getrübt. „Das hat mich empfindlicher gemacht“, will Watzke über seine persönliche Zukunft erst einmal nicht nachdenken. Die Fan-Ausschreitungen beim 3:1-Derbysieg auf Schalke beschäftigten auch noch Jürgen Klopp.

„Die Stimmung war zwiegespalten“, sagte der Coach. „Natürlich haben wir uns riesig über das Ergebnis gefreut, obwohl wir den Eindruck hatten, dass wir noch deutlich besser hätten spielen können“, betonte der Trainer. „Wir haben ein schweres Spiel aber klar und verdient gewonnen. Doch das ist eindeutig getrübt worden durch die Vorkommnisse.“

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Wie Sportdirektor Zorc bestätigte, laufe derzeit die vereinsinterne Aufarbeitung der Ereignisse. Es werden Gespräche mit den beteiligten Fangruppen geführt. „Das ist ein sehr sensibles Thema. Wir gehen das in Ruhe an und machen keine Schnellschüsse“, erklärte Zorc. Erst in der kommenden Woche will sich der Verein dann öffentlich zu den daraus resultierenden Konsequenzen äußern.

Für Klopp geht es erst einmal darum, die Mannschaft auf das Heimspiel am Freitag (20.30 Uhr/live bei Sky) gegen den seit sieben Spielen unbesiegten VfB Stuttgart vorzubereiten. Personell kann der BVB fast aus dem Vollen schöpfen, denn auch Mannschaftskapitän Sebastian Kehl befindet sich nach seinem ausgeheilten Bänderriss wieder im Mannschaftstraining.

„Ober er schon Freitag oder erst gegen Arsenal im Kader ist, werden die nächsten Tage zeigen“, meinte Klopp, der ansonsten nur auf Ilkay Gündogan und Lukasz Piszczek verzichten muss.

Quelle: wa.de

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