Hofmann stiehlt Superstars die Show

DORTMUND - Sämtliche Neuzugänge im Wert von 50 Millionen Euro hatte Trainer Jürgen Klopp von Borussia Dortmund gegen Eintracht Braunschweig aufgeboten. Doch die Schlagzeilen bestimmte Nobody Jonas Hofmann.

Star-Einkauf Henrich Mchitarjan war nach seinem Debüt längst kaum beachtet in der Kabine verschwunden, als Strahlemann Jonas Hofmann vor dem Pulk der Medienvertreter ausgiebig seine Gefühle schilderte. "Das erste Bundesligator direkt vor der Südtribüne zu erzielen, ist natürlich das Geilste, was passieren kann. Umso schöner macht das Tor dann auch noch, dass es so wichtig war", berichtete der 21-Jährige.

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BVB besiegt Braunschweig mit 2:1

Und wie wichtig es war. "Es war so ein bisschen der Dosenöffner, da wir zuvor ja über 70 Minuten vergeblich angelaufen sind. Das macht die Sache schön rund", sagte der neue Liebling der BVB-Fans nach dem mühevollen 2:1 (1:0) des neuen Tabellenführers über Eintracht Braunschweig. Erst in der 68. Minute für den 13-Millionen-Einkauf Pierre-Emerick Aubameyang eingewechselt, erlöste der 2012 zum Nulltarif von 1899 Hoffenheim zu den Westfalen gewechselte Mittelfeldspieler seine Mannschaft mit seinem Schuss aus spitzem Winkel (77.) an den Innenpfosten, von dem der Ball ins Tor rollte. Als Hofmann wenig später im Strafraum gefoult wurde und der ebenfalls eingewechselte Marco Reus den fälligen Elfmeter (86.) zum vorentscheidenden 2:0 verwandelte, rückte der Matchwinner endgültig ins Rampenlicht.

Dortmunds Nummer 7 bestätigte die guten Eindrücke aus der Vorbereitung und den vier Bundesliga-Einsätzen zuvor. Für Trainer Jürgen Klopp keine Überraschung: "Er ist ein guter Fußballer, ein sympathischer Kerl, hat Abitur, kommt aus gutem Hause und hatte auch im letzten Jahr schon gute Momente." Sein Bundesliga-Debüt bestritt er mit einem Kurzeinsatz am 16. Dezember vergangenen Jahres beim 3:1 bei seinem Ex-Klub in Hoffenheim, seine Startelf-Premiere folgte am 6. April beim 4:2 gegen den FC Augsburg. "Ich soll wie im Training Gas geben, Spaß haben und mein Ding durchziehen", habe ihm Klopp bei der Einwechslung nun mit auf dem Weg gegeben.

Der BVB-Coach ist ohnehin fest davon überzeugt, dass Hofmann, der in Anbetracht seines Alters äußerst abgeklärt agiert und stets den kürzesten Weg in den gegnerischen Strafraum sucht, noch stärker wird. "Es hat auch schon ein paar Anfragen gegeben, weil andere Vereine ja auch nicht blind sind, aber wir haben gesagt: Du bleibst schön hier", sagte Klopp.

Hofmanns Vertrag läuft noch bis 2015, und es scheint keine Frage zu sein, dass die Borussen ihn vorzeitig verlängern werden. Der nicht minder talentierte Golfer weiß jedoch um seine Rolle im Team: "Dass es Zeit für mich ist für die Startelf, dass will ich nicht sagen. Ich will mich im rechten Mittelfeld etablieren. Wenn es zeitnah mit der Startelf klappt, freue ich mich. Aber ich bin keiner, der sich dem Trainer gegenüber aufdrängt. Doch jetzt arbeite ich erst einmal an der Vorbereitung für Bremen."

So spektakulär Hofmann auftrumpfte, so zurückhaltend wirkte der Auftritt des 27,5 Millionen Euro teuren Mchitarjan. Vier Wochen nach seinem Teilriss der Syndesmose im Sprunggelenk deutete der Armenier seine Qualitäten an, versuchte sich mit einigen Distanzschüssen und scheiterte an Braunschweigs Torhüter Daniel Davari. Dennoch war Klopp nicht unzufrieden. "Wenn man berücksichtigt, wie lange er im Training ist, war es herausragend, was er gespielt hat", sagte der 46-Jährige nach seinem 100. Liga-Sieg als BVB-Trainer.

Bei allen neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten des Champions-League-Finalisten, der am kommenden Donnerstag einen neuen Rekordumsatz (über 250 Millionen Euro) und -Gewinn verkünden kann, will Klopp weiterhin auch die Talente im eigenen Haus fördern. Hofmann lieferte am Sonntag den Beweis. Gegen Braunschweig eingewechselt wurde zudem der 19 Jahre alte Marvin Duksch, auf der Bank saß Erik Durm (21), der beim 4:0 in Augsburg auflaufen durfte. - sid

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © AP

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