BVB bezwingt Hoffenheim

Gündogan erlöst Dortmund mit Flugkopfball

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Ilkay Gündogan (r.) ließ Borussia Dortmund gegen 1899 Hoffenheim jubeln.

Dortmund - Borussia Dortmund überzeugt gegen 1899 Hoffenheim und verlässt vorerst die Abstiegsregion. Doch der BVB vergibt viele Chancen. Ein reguläres Tor wird aberkannt.

Es war erst der vierte Sieg in der laufenden Bundesliga-Saison. Aber einer der Marke „besonders wertvoll“. Denn mit dem 1:0 (1:0)-Erfolg vor 80.000 Zuschauern bescherte der BV Borussia Dortmund seinem zuletzt gefrusteten Anhang endlich wieder ein Erfolgserlebnis und kletterte damit in der Tabelle zumindest für einen Tag vom letzten auf den 14. Tabellenplatz.

„Das war ein sehr verdienter Sieg, vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir eine tolle Leistung gezeigt. Es war richtig Druck auf dem Kessel, das hat man in der ersten Halbzeit gespürt“, sagte Sportdirektor Michael Zorc. „Das war ein super Spiel von uns, aber das war noch keine Erlösung. Bis dahin müssen wir noch ein paar Schritte gehen“, sagte Mats Hummels.

BVB-Coach Jürgen Klopp, der mit neuer Kurzhaarfrisur am Spielfeldrand stand, wollte mit Blick auf die Aufstellung robuste Typen aussuchen, die auch nervlich der angespannten Situation standhalten konnten. Dass er bei dieser Auswahl ausgerechnet Schlussmann Roman Weidenfeller aussortierte und neben die drei Weltmeister-Kollegen Erik Durm, Matthias Ginter und Kevin Großkreutz auf die Bank setzte, war schon eine Überraschung - und auch ein gewisses Risiko. Insgesamt hatte der Trainer gegenüber dem Spiel in Frankfurt gleich fünf Änderungen vorgenommen. Neben Torhüter Mitch Langerak standen auch Marcel Schmelzer, Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Adrian Ramos in der Startformation. Vor allem die Rückkehr von Hummels verlieh der BVB-Defensive wieder mehr Stabilität. „Es war ein reines Bauchgefühl, Mitch war immer nah dran, und jetzt ist er mal dran. Ich wollte die Frische, das Lächeln von Mitch im Tor stehen haben“, erklärte Klopp vor der Partie den Torwartwechsel.

Dortmund kämpft aufopferungsvoll

Die Aufbruchstimmung, die die Anhänger auf den Tribünen erzeugten, übertrug sich schnell auf den Rasen. Dortmund begann schwungvoll und ging nach 17 Minuten in Führung. Pierre-Emerick Aubameyang flankte von der rechten Seite gefühlvoll über Hoffenheims Schlussmann Oliver Baumann hinweg genau auf Ilkay Gündogan, der mit einem Flugkopfball erfolgreich war. Was danach folgte, war keine spielerische Glanzleistung der Schwarz-Gelben, aber aufopferungsvoller Kampf. Zwar gab es keine weiteren Chancen für die Westfalen, doch ließen sie auch keine zwingenden Möglichkeiten für die Kraichgauer zu, die nach der Dortmunder Führung mehr Spielanteile besaßen, aber dabei wenig Druck ausübten. Langerak musste im ersten Durchgang nicht einen Ball halten.

Bilder: BVB feiert Befreiungsschlag gegen Hoffenheim

Bilder: BVB feiert Befreiungsschlag gegen Hoffenheim

Die zweite Halbzeit wurde für den BVB zur reinen Nervenschlacht. Auch, weil Schiedsrichter Felix Zwayer den Dortmundern nach 51 Minuten ein klares Tor aberkannte. Nach einer Ecke von Schmelzer verlängerte Sebastian Kehl per Kopfball auf Aubameyang, der aus kurzer Distanz einnetzte. Der Linienrichter hob die Fahne wegen Abseits, was eine klare Fehlentscheidung war. Damit wurden die Schwarz-Gelben nach Paderborn, wo ein klarer Großkreutz-Treffer nicht gegeben wurde, schon zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Wochen benachteiligt. Was die Gastgeber aber auf dem Platz nicht sonderlich beschäftigte, denn der BVB besaß, weil Hoffenheim nun offensiver agierte, immer wieder gute Konter-Möglichkeiten. So scheiterte Aubameyang nach gut einer Stunde nach einem Sololauf über 30 Meter an Baumann. Der Hoffenheimer Keeper reagierte wenig später auch nach einem Kopfball des starken Hummels glänzend. Und erneut war es Abameyang, der nach 74 Minuten in ausssichtsreicher Position ein weiteres Mal an Baumann scheiterte. Es hätte in dieser Phase längst 2:0 für die Dortmunder stehen müssen, die sich einmal mehr nicht frühzeitig für ihren engagierten Auftritt belohnten und bis zum Ende um den knappen Erfolg bangen mussten.

Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

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