BVB holt gegen Klopps Liverpool nur ein 1:1

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Dortmund - Für den BV Borussia Dortmund wurde das emotionsgeladene Wiedersehen mit dem Ex-Trainer nicht zum erhofften Fußballfest. Nach dem Viertelfinal-Hinspiel der Europa League zwischen den Schwarz-Gelben und dem FC Liverpool durfte sich am Ende nur Gäste-Teammanager Jürgen Klopp freuen, der mit seiner Mannschaft im Wettbewerb ungeschlagen blieb. Denn die „Reds“ besitzen nach dem 1:1 (0:1) vor 65 848 Zuschauern sicherlich die besseren Karten, im Rückspiel am kommenden Donnerstag an der Anfield Road ins Halbfinale einzuziehen. Drei Tage vor dem Derby beim FC Schalke 04 ein kleiner Dämpfer für die erfolgsverwöhnten Borussen.

Während der Aufwärmphase der Mannschaften plauderten BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Klopp am Mittelkreis miteinander. Vielleicht auch ein klärendes Gespräch unter Freunden, denn Watzke hatte im Vorfeld die BVB-Fans aufgefordert, keine Kuschelatmosphäre zu erzeugen und durchaus Schärfe mit in die Partie zu bringen. „Dann sollten die, die ich nicht umarmen darf, vielleicht ein Schild tragen“, konterte der Liverpooler Teammanagers den Verhaltenskodex. Klopp wurde, als Stadionsprecher Nobert Dickel die Gästeaufstellung verkündete, keineswegs mit Jubelstürmen gefeiert, lediglich mit einem warmen Applaus begrüßt. Gänsehautstimmung kam erst auf, als vor dem Anpfiff die Fans des BVB und aus Liverpool gemeinsam die Hymne „You’ll never walk alone“ intonierten.

Die Festtagslaune auf den Rängen übertrug sich allerdings zunächst nicht auf den Rasen, denn Klopp hatte die Gäste exzellent eingestellt. Der Bundesligist, der weiter auf Ilkay Gündogan verzichten musste, fand gegen das frühe Stören des aktuellen Tabellenneunten der Premier League zunächst kein Mittel, leistete sich immer wieder Fehlpässe im Aufbau. Und wenn einmal die Räume für schnelle Konter vorhanden waren, wurden diese fahrlässig vergeben, weil der letzte, entscheidende Ball nicht den Adressaten fand. Die beste Möglichkeit der Borussia im ersten Durchgang vergab Hendrikh Mkhitaryan nach 18 Minuten, als er nach einem genauen Rückpass von Marcel Schmelzer den vor der eigenen Torlinie postierten Mamadou Sakho anschoss. Kurz darauf musste BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller nach einem Zusammenprall mit Dejan Lovren minutenlang behandelt werden. Die kalte Dusche folgte nach 36 Minuten. Nach einem Konter ließ Divock Origi BVB-Verteidiger Lukasz Piszczek stehen und schoss zum 0:1 ein. Fast hätte Origi in der Nachspielzeit der ersten Hälfte sogar seinen zweiten Treffer erzielt, doch er scheiterte freistehend an Weidenfeller.

Dortmunds Trainer Thomas Tuchel reagierte zur Pause und wechselte Nuri Sahin für den diesmal übernervös agierenden Erik Durm ein. Das Blatt schien sich zu wenden, denn den Schwarz-Gelben gelang früh der Ausgleich. Nach einer Rechtsflanke von Mkhitaryan war Kapitän Mats Hummels per Kopfball aus kurzer Distanz zum 1:1 (48.) erfolgreich. Die Begegnung nahm aber nur phasenweise richtig Fahrt auf. Liverpool antwortete direkt und zwang Weidenfeller zu einer Heldentat. Innerhalb von nur 31 Sekunden wehrte er gleich drei Schüsse aus kurzer Distanz von Philippe Coutinho, der gleich zweimal scheiterte, und Adam Lallana ab.

Gegen die körperlich robuster wirkenden Engländer spielten sich die Westfalen danach kaum Chancen heraus. Weder Marco Reus noch Pierre-Emerick Aubameyang konnten sich in direkten Duellen entscheidend durchsetzen. So blieb es beim 1:1.

Quelle: wa.de

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