Nach dem Boykott-Aufruf

Große Lücken im Stadion beim ersten BVB-Montagsspiel

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Die Südtribüne war im Montagsspiel gegen Augsburg nur gut zur Hälfte besetzt.

Der Boykott-Aufruf des "Bündnis Südtribüne Dortmund" hat seine Wirkung nicht verfehlt. 362 Fanclubs hatten sich im Vorfeld des ersten regulären Montagsspiels der Vereinsgeschichte solidarisch erklärt. 

Dortmund -  Der Großteil dürfte in der Heimpartie gegen den FC Augsburg Wort gehalten haben. Die knapp 25 000 Menschen fassende Südtribüne war mit Anpfiff nur zu gut 50 Prozent besetzt, im gesamten Stadion taten sich klar sichtbare Lücken auf. Die offizielle Zuschauerzahl: 54 300 – und damit fast 30 000 weniger als gewohnt.

90 Minuten vor dem Anpfiff waren noch über 2000 Karten im Ticketshop des BVB erhältlich – auf nahezu allen Tribünen, in nahezu allen Preiskategorien. Zugleich herrschte in der Stadion-Gaststätte der benachbarten Roten Erde, wo sich die Anhänger sonst um die Bierwagen drängeln, gähnende Leere. Das gleiche Bild bot sich in den Kneipen des angrenzenden Kreuzviertels. In den U-Bahnen Richtung Stadion und an den Einlasskontrollen ging es entspannt zu. Selbst Parkplätze, sonst ein rares Gut im Umkreis des Stadions, waren diesmal recht einfach zu ergattern. Die Borussia hatte ein Bundesliga-Spiel. In der so fußballverrückten Stadt Dortmund schien das aber ausnahmsweise keine Rolle zu spielen.

Plakat vor der Südtribüne

"Wir respektieren den Protest. Jeder kann bei uns seine Meinung frei äußern. Aber es gibt auch gültige Verträge, die bis 2021 laufen", hatte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke vor der Partie gesagt. Beim übertragenden Sender Eurosport legte er nach: "Du hast schon das Gefühl, dass die Leute den Montag irgendwie nicht wollen. Ganz ehrlich, diese große Ablehnung habe ich so nicht erwartet." Ein Plakat vor der Südtribüne, die zum Spielbeginn vor allem im Kern so viel Platz bot, dass die Borussia dort ihren Mannschaftsbus hätte parken können, untermauerte das: "Für fangerechte Anstoßzeiten. Nein zu Montagsspielen!" Das blieb auch Stadionsprecher Norbert Dickel nicht verborgen. Der frühere BVB-Angreifer bezog Stellung: "Wir sind gegen eine weitere Zersplitterung. Wir werden das Thema bei der Deutschen Fußball Liga vorbringen. Die Gemeinschaft mit euch Fans ist für uns viel wichtiger. Wir sind nur für Montagsspiele, wenn es dafür sportliche Gründe gibt."

Fernbleiben statt lautem Protest

Anders als in Frankfurt, wo die aktiven Fans in der Vorwoche am Montagabend zum Spiel gegen RB Leipzig auf die hörbare Form des Protests setzten, jeden Ballkontakt der Sachsen mit Trillerpfeifen begleiteten, entschied sich die Dortmunder Fanszene für das schlichte Fernbleiben. Um zu zeigen, wie sehr sich das Stadion-Gefühl verändert, wenn jene künftig nicht mehr dabei sein könnten, die auf den Rängen für die Stimmung sorgen. Jan-Henrik Gruszecki, Sprecher des Bündnisses, hatte angekündigt: "Alles, was Fanszene gestaltet, ist am Montag nicht im Stadion. Ich glaube, dass alle sehr unzufrieden sein werden mit diesem Spiel." Und weiter: "Wir haben von vielen Fanklubs gespiegelt bekommen, dass es nicht machbar ist, die Leute ins Stadion zu bekommen." Die Anhänger sind überzeugt, dass kommerzielle Gründe ausschlaggebend waren für den neuen Spieltermin. Die Deutsche Fußball Liga hingegen betont, die fünf Montagspartien seien zur Entlastung der Europa-League-Teilnehmer, die ihre Begegnungen donnerstags bestreiten, und mit Rücksicht auf den sonntäglichen Amateurfußball angesetzt worden.

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Quelle: wa.de

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