Aubameyang: Mit Sturmfrisur zum Siegtreffer

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FRANKFURT/MAIN - Noch eine Stunde nach seinem Volltreffer beantwortete Dortmunds Matchwinner Pierre-Emerick Aubameyang geduldig sämtliche Fragen. Mal auf französisch, mal auf italienisch - und immer äußerst charmant.

Nur einige Meter weiter bot Trainer Jürgen Klopp nach dem 1:0 (0:0)-Sieg seiner Borussia im Viertelfinale des DFB-Pokals bei Eintracht Frankfurt das launige Kontrastprogramm.

Augenzwinkernd nahm er Aubameyang auf die Schippe und ließ sich über die modischen Extravaganzen des 24-jährigen Gabuners aus. "Bei der Frisur, die er sich vor dem Spiel gemacht hat, habe ich mich schon gefragt: Warum? Aber bei uns gibt es gewisse Freiheiten", sagte Klopp und legte gleich nach: "Wenn er so verrückt wäre, wie die Klamotten, die er trägt, dann wäre das schlimm."

Seine Sturmfrisur hielt den pfeilschnellen Aubameyang nicht davon ab, in der 83. Minute per Kopf den Halbfinal-Einzug des BVB zu besiegeln und damit eine Prophezeiung von Kapitän Sebastian Kehl wahr werden zu lassen. "Er hat mir vor dem Spiel gesagt, dass ich diese Partie heute entscheide", berichtete Aubameyang mit einem schelmischen Grinsen. Ausgerechnet Kehl hatte zwei Tage vor seinem 34. Geburtstag eine Ecke von Henrich Mchitarjan zu Aubameyang verlängert. "Das ist einstudiert. Mehr verrate ich aber nicht", sagte Kehl, "schließlich wollen wir das ja noch nutzen." Und gerade so schön in Plauderlaune berichtete Aubameyang, der im vergangenen Sommer für 13 Millionen Euro vom französischen Klub AS St. Etienne gekommen war, von seiner besonderen Motivationsquelle in Sachen DFB-Pokal. Im fehlt diese Trophäe noch. Vor dem Achtelfinale hatten sich die BVB-Profis Videosequenzen vom Cup-Triumph 2012 angeschaut. "Das war ein sehr guter Film", sagte Aubameyang, den Klopp "als Waffe vor dem Tor" bezeichnete und dessen "Mördertempo" lobte. Die Borussen-Fans jedenfalls scheinen "Oba", der in seinen bislang 19 Bundesliga-Einsätzen elfmal traf, die modischen Extravaganzen zu verzeihen.

Vor ein paar Monaten hatte sich Aubameyang bei einem Abstecher zum Pariser Promi-Salon "Barber Ge" das Batman-Logo auf die Schläfe rasieren und anschließend schwarz einfärben lassen. Standesgemäß war er zuvor in einem goldenen Lamborghini vorgefahren, dessen Heck ebenfalls die berühmte Fledermaus-Silhouette zierte. Seine giftgrünen Fußball-Aufwärmschuhe mit 4000 Swarovski-Kristallen lässt der Stürmer auf Geheiß von Klopp aber mittlerweile lieber im Schrank. Seine Mitspieler nehmen Aubameyang wegen seines ausgefallenen Geschmacks gerne mal auf den Arm.

Doch der Paradiesvogel hat ein hohes Ansehen im Team. Seit Dienstagabend dürfte das weiter gestiegen sein. Nicht nur bei Nuri Sahin, der endlich einmal zum Endspiel nach Berlin (17. Mai) möchte, um dort Cupsieger zu werden. "Die Jungs hier prahlen immer mit dem Pokal. Ich will ihn jetzt auch mal gewinnen", sagte der Mittelfeldspieler, während Keeper Roman Weidenfeller zur Geduld mahnte: "Wer im Halbfinale ist, möchte ins Finale." Erstmal. "Hellseher" Kehl jedenfalls hält die gewahrte Chance des Tabellen-Dritten auf einen Titel für "wahnsinnig wichtig".

Bei den Frankfurtern indes, die kurioserweise am Samstag zum Punktspiel in Dortmund antreten müssen, herrschte nach dem knapp verpassten Halbfinale Katzenjammer. "Im Pokal geht es nur ums Weiterkommen. Das haben wir nicht geschafft - und das ist bitter", sagte Eintracht-Torjäger Alexander Meier. Vor allen Dingen Sebastian Rode machte sich aufgrund seiner vergebenen Chancen (30./58.) Vorwürfe. "Einen muss ich reinmachen. Dann läuft es ganz anders", haderte der defensive Mittelfeldspieler. Keeper Kevin Trapp nahm dennoch etwas Positives mit in den Abstiegskampf des Tabellen-13. "Es war gut zu sehen, dass wir mit solchen Gegnern mithalten können. Wir müssen uns vor niemandem verstecken", betonte der 23-Jährige.

Von Ulrike Weinrich

- SID

Quelle: wa.de

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