„Mache mich nicht verrückt“

Brasilien ist für Bender noch kein Thema

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Sven und Lars Bender.

LA MANGA - Die voll Konzentration gilt allein der Borussia. Gut ein halbes Jahr vor der Fußball-WM in Brasilien beschäftigt sich Dortmunds Mittelfeldspieler Sven Bender nicht mit seinen Aussichten, bei diesem Großereignis dabei zu sein.

Von Peter Schwennecker

„Was das Thema Nationalmannschaft betrifft, bin ich wirklich sehr entspannt. Ich mache mich da überhaupt nicht verrückt“, erklärt der 24-Jährige am Rande des Trainingslagers des Fußball-Bundesligisten im südspanischen La Manga.

Einfluss auf die Nominierung von Bundestrainer Joachim Löw Anfang Mai kann er ohnehin nur durch gute Leistungen im Verein nehmen. Denn schließlich steht für die DFB-Auswahl davor lediglich ein Testspiel am 5. März in Stuttgart gegen Chile an. „Für mich zählt daher erst einmal nur der Klub“, sagt Bender. „Alles andere kommt von selbst.“

Und mit den Schwarz-Gelben hat er in der Rückrunde einiges vor. Schließlich belegt der BVB derzeit nur Rang vier, und das mit fünf Punkten Rückstand auf seinen Zwillingsbruder Lars, der beim Tabellenzweiten Bayer Leverkusen spielt. Eine familiäre Kampfansage gab es deswegen in der Winterpause allerdings nicht. „Für ihn persönlich freut es mich, dass er im Moment vor uns steht“, betont Bender. „Wir wollen aber alles daran setzen, den Abstand erst einmal zu verkürzen und uns dann wieder an Leverkusen vorbei zu spielen. Wenn wir unsere Pläne durchsetzen und unser Spiel auf den Platz bringen, dann werden wir Leverkusen einholen.“

An der dafür notwendigen Grundlage arbeiten derzeit Jürgen Klopp und Mannschaft intensiv in La Manga. Das hat auch Sven Bender in den vergangenen Tagen deutlich zu spüren bekommen. „Man merkt, dass der Trainer unheimlich heiß ist auf die Rückrunde“, sagt der Defensivmann. „Das versucht er uns zu vermitteln, damit wir mit dem gleichen Gefühl durch die Vorbereitung und in die Spiele zu gehen. Er lebt das jetzt einfach vor. Er will uns klar machen, dass in uns so viel steckt.“ Die Schwerpunkte der bisherigen Übungseinheiten lagen in Südspanien auf das Gegenpressing und das schnelle Umschalten, was in der Hinrunde nicht so funktionierte, wie es sich der Dortmunder Fußball-Lehrer vorstellte. 20 Gegentore waren, das gesteht auch Bender ein, einfach zu viel. „Wir haben mit Sicherheit nicht alles richtig gemacht, doch das waren Kleinigkeiten“, meint Bender. „Da hat es uns in der einen oder anderen Situation vielleicht gefehlt, dass wir nicht gallig genug waren auf den Erfolg.“ Beim 2:1-Erfolg gegen den VfL Bochum im Testspiel in San Pedro del Pinatar setzte Klopp den vielseitigen Mittelfeldspieler neben Sokratis in der Innenverteidigung ein, ließ Henrikh Mkhitaryan und Nuri Sahin auf der Doppelsechs agieren. Eine Aufgabe, die Bender souverän erfüllte. Allerdings zog er sich dabei einen Pferdekuss am Oberschenkel zu, trainierte deshalb am Mittwoch nur individuell.

Bender stellt keine Ansprüche, seine Einstellung ist stets vorbildlich. Und er nimmt keine Rücksicht. „Er geht selbst da mit dem Kopf hin, wo andere schon den Fuß zurückziehen“, beschrieb Klopp schon vor langer Zeit die Qualitäten des Sechsers. „An dieser Spielweise werde ich auch nichts ändern“, bestätigt der Nationalspieler, der in der Hinrunde 22 Pflichtspiele bestritt und sich erst zwei Wochen vor der Winterpause am Fuß verletzte. „An der Fitness habe ich wenig eingebüßt“, erklärt Bender. „Diesen langen Rhythmus, den ich in der Vorrunde spielen konnte, möchte ich auch in die Rückrunde mitnehmen und schauen, dass ich einfach konstant Spiele machen kann.“ Denn Rhythmus ist, so der Dortmunder, ausschlaggebend für gute Leistungen. Und wenn er die in den kommenden Wochen und Monaten zeigt, dann dürfte es vielleicht auch mit der WM in Brasilien etwas werden.

Quelle: wa.de

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