7. Bundesligaspieltag

SC Freiburg gegen Borussia Dortmund: Spieltags-Analyse und BVB-Kritik

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Marco Reus und der BVB können nicht den Mantel des Schweigens über die aktuellen Leistungen von Borussia Dortmund legen.

Borussia Dortmund hat gegen den SC Freiburg nur unentschieden gespielt, die Kritik an Trainer Lucien Favre wächst. Wir haben den BVB-Spieltag analysiert.

Dortmund – 761 gespielte Pässe, 66 Prozent Ballbesitz, mehr Zweikämpfe gewonnen. Borussia Dortmund hat den SC Freiburg im Schwarzwald-Stadion dominiert am Samstag. Könnte man meinen, war aber nicht so. Und das ist das größte Problem des BVB zurzeit.

Frankfurt, Bremen, Freiburg – dreimal spielte Borussia Dortmund in der Bundesliga nun unentschieden, dreimal kassierte der BVB zwei Gegentore, dreimal konnte Schwarzgelb keinen Dreier einfahren. Das ist angesichts der Patzer der anderen Spitzenteams kein Problem mit Blick auf die Zielsetzung, die Meisterschaft ist weiterhin in Reichweite und es ist noch früh in der Saison. 

Der Remis-Dreisprung zeigt aber ein anderes Problem: Borussia Dortmund ist unter Lucien Favre nicht mehr der unangefochtene Chef auf dem Platz. Der Schweizer muss sich und seinen BVB also neu erfinden. „Unsere Ballbesitzphasen sind in Ordnung, aber ohne jede Gefahr für den Gegner“, sagte BVB-Kapitän Marco Reus nach dem Spiel gegen SC Freiburg. Watzke sagte unlängst in einem Interview mit der SZ: „Ich glaube, dass wir aufhören müssen, in unseren eigenen Fußball verliebt zu sein." Der BVB-Coach ergänzte: „Es hat die Aggressivität gefehlt."

Da muss Favre den Hebel ansetzen. Und dann sollte es bald auch mit dem Sieg klappen. Borussia Dortmund muss wieder mehr „Torchancen kreieren“ (Favre) und diese auch nutzen – gleichzeitig aber auch hinten mehr verhindern. So machen es jedenfalls Spitzenmannschaften.

Kommentar: Nach SC Freiburg – Borussia Dortmund gibt es offene Fragen

Die Länderspielpause wird ungemütlich für die Dortmunder. Für das Trainerteam um Lucien Favre, für die BVB-Profis und für die Verantwortlichen der Borussia. Es muss nicht gleich alles in Frage gestellt werden, doch ist auf jeden Fall eine weitere Ursachenforschung angesagt. Zumindest Nachfragen sollten erlaubt sein.

Warum holten die Schwarz-Gelben aus den vergangenen fünf Bundesligaspielen nur magere sechs Punkte? Warum hat die Mannschaft trotz Führung (unter anderem erzielte Axel Witsel ein Traumtor) gleich dreimal in Folge den Vorsprung nicht ins Ziel gebracht? Warum schafft es der Schweizer Fußball-Lehrer nicht, die zweifellos vorhandenen großen Offensivqualitäten seines Kaders auch auf den Rasen zu bringen? Warum gelingt es nicht, die so anfällige Abwehr zu stabilisieren?

Alles Dinge, die in den kommenden Tagen in Dortmund analysiert werden müssen. Schon der Auftritt in der Champions League in Prag hat gezeigt, dass es beim BVB nicht rund läuft. Der 2:0-Sieg hat viele geblendet. Es war ein glücklicher Erfolg. Dieses Glück besaßen die Dortmunder am Samstag beim SC Freiburg nicht. Erneut ein Gegner, der der Borussia vor allem in puncto Laufbereitschaft und aggressivem Zweikampfverhalten deutlich überlegen war. Die Breisgauer waren bissiger, legten auf dem Platz über fünf Kilometer mehr zurück.

Dass Favre ein akribischer Arbeiter ist, ist bekannt. Doch dem Schweizer gelingt es nicht, die richtigen Stellschrauben zu drehen. Eine Entwicklung ist derzeit nicht zu erkennen. Ständige Umbesetzungen sorgen für große Unsicherheit im Team, das nach einer Führung nicht entscheidend nachsetzt, sondern mit stoischer Ballkontrolle jeden am Boden liegenden Gegner wieder aufrichtet. Zudem laufen vermeintliche Leistungsträger ihrer Form hinterher. Allen voran Marco Reus. Der Kapitän ist in den vergangenen Wochen abgetaucht, bewegt sich in Räumen, die seine Teamkollegen nicht finden.

Gewinner und Verlierer beim BVB am 7. Bundesligaspieltag

Gewinner – Achraf Hakimi: Wegen der Verletzung von Lukasz Piszczek musste er früh die Position wechseln, machte nach einer starken Einzelaktion als Rechtsverteidiger einen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1. Der Marokkaner hat eine beeindruckende Woche hinter sich mit dem Doppelpack in Prag.

Verlierer – Julian Brandt: Der frühere Leverkusener kam für den verletzten Lukasz Piszczek in die Partie, durfte das Spiel dann aber nicht zu Ende spielen. Einwechslung, Auswechslung – Brandts Rolle beim BVB ist noch längst nicht richtig definiert. Auch seine Körpersprache ist oft noch ausbaufähig. maho/P.Sch.

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Quelle: wa.de

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