"Zunehmende Aggressivität"

BVB-Fans greifen Bundespolizisten an

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Ein Bild von BVB-Fans während des Revierderbys; Polizisten trennen sie von den Schalkern.

[UPDATE 13.45 Uhr] DORTMUND/HAMM - Schon wieder sind so genannte BVB-Fans höchst unangenehm aufgefallen. Am Samstagabend kam es im Dortmunder Hauptbahnhof zu gewalttätigen Übergriffen auf Bundespolizisten. Die zugbegleitenden Polizisten hatten zuvor in Hamm für Aufmerksamkeit gesorgt.

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Als Einsatzkräfte einen BVB-Fan nach einer Körperverletzung vorläufig festnehmen wollten, solidarisierten sich bis zu 40 Fans mit diesem und griffen Beamte mit Flaschen an, wie die Bundespolizei am Sonntagmittag in einer Pressemitteilung berichtete. Diese setzten sich demnach mit Pfefferspray und einem Diensthund zur Wehr. Mit Hilfe von Beamten der Dortmunder Polizei entspannte sich die Lage später.

Gegen 21.15 Uhr traf ein Entlastungszug mit rund 400 Dortmunder Fans im Hauptbahnhof ein. Schon während der Einfahrt in den Hauptbahnhof warfen einige Unbelehrbare Flaschen und Dosen aus den Fenstern des Zuges auf Reisende auf dem Bahnsteig. Verletzt wurde dabei niemand. Auf Bahnsteig 18 verließ der Großteil der Fans den Zug und begab sich in den Personentunnel.

Einsatzkräfte der Bundespolizei stellten bei einer Begehung des Zuges zahlreiche Sachbeschädigungen fest. Unter anderem wurden Türscheiben zerstört, Deckenverkleidungen eingeschlagen und Armlehnen abgerissen.

Auf dem Bahnsteig 11/16 beobachteten Bundespolizisten eine körperliche Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen. Diese konnte durch Einsatzkräfte getrennt werden. Hierbei wurde ein 26-jähriger Dortmunder als Tatverdächtiger einer gefährlichen Körperverletzung vorläufig festgenommen.

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Auf die Situation auf dem Bahnsteig aufmerksam geworden, solidarisierte sich eine Gruppe von rund 40 Personen mit dem Festgenommenen und stürmte den Treppenaufgang zu dem Bahnsteig. Dabei drängte sie Absperrkräfte der Bundespolizei beiseite und griff die auf dem Bahnsteig befindlichen Einsatzkräfte sofort mit Fußtritten, Faustschlägen und Flaschenwürfen an.

Diese konnten sich nur unter Einsatz von Pfefferspray und mit einem Diensthund zur Wehr setzen und verhinderten so die Gefangenenbefreiung. Hierbei wurden drei Personen durch den Diensthund gebissen. Alarmierte Einsatzkräfte der Polizei Dortmund, welche auf dem Vorplatz die Fans in Empfang nehmen wollten, drängten die Fans ab und konnten so weitere Übergriffe auf die Einsatzkräfte verhindern.

Durch die Angriffe wurden drei Bundespolizisten leicht verletzt. Es wurden 18 Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruch und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet. Die Ermittlungen dauern an.

Auch in Hamm sorgte der Vorfall am späten Samstagnachmittag für Aufmerksamkeit, da sich die rund 40 Bundespolizisten, die den Sonderzug nach Dortmund begleiten sollten, auf dem Areal des in der Stadtmitte gelegenen Flugplatzes sammelten. Von dort wurden sie mittels Hubschraubern zum Standort Uelzen gebracht. Volker Stall, Sprecher der zuständigen Bundespolizeidirektion, erklärte auf Nachfrage unserer Redaktion, dass die Aggressionsbereitschaft der Dortmunder Fans zuletzt "deutlich zugenommen" habe - insbesondere nach dem Revierderby und den anschließend vom BVB verhängten Sanktionsmaßnahmen gegen Dortmunder Ultragruppen. - WA/dfb

Quelle: wa.de

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