Borussia Dortmund verliert Fußball-Krimi in Liverpool

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Niederlage in der Nachspielzeit. Der BVB st aus der Euroa League ausgeschieden.

Liverpool - Der BV Borussia Dortmund erlebte ausgerechnet im neuen Wohnzimmer seines ehemaligen Trainers Jürgen Klopp einen ganz bitteren Abend. Trotz einer klaren 3:1-Führung verpassten die Schwarz-Gelben in einem wahren Krimi an der Anfield Road das Halbfinale der Europa League und schieden mit der 3:4 (2:0)-Niederlage im Viertelfinalrückspiel nach dem 1:1 in Dortmund unglücklich aus. Erst in der Nachspielzeit erzielte Degan Lovren den entscheidenden Treffer für den FC Liverpool.

„Wir haben sehr gut angefangen“, sagte ein enttäuschter BVB-Stürmer Marco Reus. „Aber wir dürfen natürlich hier keine vier Tore kassieren. Wir haben nach dem 3:1 nicht mehr gut verteidigt, nicht nach vorne gespielt. Das darf nicht passieren.“ Eine prächtige Atmosphäre herrschte schon vor dem Anpfiff an der Anfield Road, die für eine Minute besinnlich wurde, als die Fans beider Lager mit einer Choreographie mit der Zahl 96 in den jeweiligen Vereinsfarben jener Opfer gedachten, die am 15. April 1989 bei der Stadion-Katastrophe von Hillsborough auf tragische Weise ums Leben gekommen waren. Was auf dem Rasen folgte, war ein wahres Fußball-Fest, bei dem zunächst der Bundesliga-Zweite die Glanzpunkte setzte und dafür sorgte, dass es auf der berühmten Kop, der Tribüne der FC-Fans, merklich ruhiger wurde.

Wie muss sich Jürgen Klopp, der in einer gemeinsamen kleinen Coaching-Zone mit seinem Nachfolger am Spielfeldrand stand, gefühlt haben, als Thomas Tuchel bereits nach fünf Minuten erstmals nur vier Meter daneben jubelte? Es war ein schulmäßiger Konter, den der BVB startete, Gonzalo Castro bediente Pierre-Emerick Aubameyang mit einem Heber. Der Gabuner scheiterte an Liverpools Schlussmann Simon Mignolet. Doch Henrikh Mkhitaryan war zur Stelle und drückte den Ball über die Linie. Der Tabellenachte der Premier League hatte sich noch nicht ganz von diesem Schock erholt, da schlug es erneut im Liverpooler Gehäuse ein. Nach einem energischen Antritt bediente Marco Reus mit einem genialen Pass den mitgelaufenen Aubameyang, der aus recht spitzem Winkel den Ball ins obere rechte Dreieck hämmerte. Damit war klar, dass die Partie in Anfield nicht in die Verlängerung gehen würde.

Auffallend, dass die Borussen, die bis auf Ilkay Gündogan mit der vermeintlichen Bestbesetzung angetreten waren, trotz des Blitzstarts mehr und mehr die Spielkontrolle verloren. Die Gastgeber besaßen durch Davock Origi (17. und 25.), einen Kopfball von Roberto Firmino (27.) und einen Schuss von Philippe Coutinho (38.) sehr gute Möglichkeiten zur Ergebniskorrektur. Doch die Abschlussschwäche ließ Klopp an der Seitenlinie fast schon verzweifeln. Auch die Borussen hätten das Ergebnis nach schnellen Kontern und zwei Riesenmöglichkeiten durch Aubameyang (31. und 36.) höher schrauben können.

Weil das nicht gelang, wurde es noch einmal eng. Diesmal erwischten nach dem Seitenwechsel die „Reds“ den Blitzstart. Nach einem Pass von Firmino konnte Sokratis dem schnellen Origi nicht folgen. Origi, der schon beim 1:1 im Hinspiel getroffen hatte, ließ Roman Weidenfeller im BVB-Tor keine Chance und erzielte den Anschluss (47).

Die Borussia schlug postwendend zurück. Der mit aufgerückte Kapitän Mats Hummels bediente auf halblinker Position Reus, der seine gute Leistung mit dem 1:3 (57.) krönte. Aber der FC Liverpool gab nicht auf. Coutinho weckte mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze zum 2:3 (67.) die Liverpooler Fans auf.

Eine Ansprache im eigenen Strafraum von Kapitän Hummels zeigte keine Wirkung. Nach der folgenden Ecke gelang Sakho der Ausgleich. Die Anfield Road kochte. Und wurde zum Tollhaus, als Degan Lovren in der Nachspielzeit nach einer Rechtsflanke das 4:3 für Liverpool per Kopfball erzielte. Tuchel war konsterniert, denn direkt neben ihm jubelte Jürgen Klopp.

Quelle: wa.de

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