BVB erlebt in Hamburg einen Samstag zum Vergessen

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HAMBURG - Ausgerechnet vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag bei Zenit St. Petersburg  kassierte Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund vor 57 000 Zuschauern beim Tabellenvorletzten Hamburger SV eine peinliche 0:3-Niederlage, die Trainer Jürgen Klopp auf die Palme brachte.

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„Der Sieg des HSV ist hochverdient“, lobte er die abstiegsgefährdeten Nordlichter, während er mit seinem Team hart ins Gericht ging. Denn all das, was er von seiner Mannschaft gefordert hatte, nämlich Leidenschaft, spielerische Klasse und Stabilität in der Abwehr, waren nur auf Seiten der Gastgeber zu sehen. Von ihrem neuen Trainer Mirko Slomka glänzend eingestellt, deckten die Hamburger die Schwächen der Dortmunder schonungslos auf. Die lagen vor allem im Mittelfeld, denn weder Sven Bender, noch Henrikh Mkhitaryan waren in der Lage, Robert Lewandowski im Sturmzentrum in Szene zu setzen. Da auch Kevin Großkreutz und Pierre-Emerick Aubameyang meilenweit von ihrer Bestform entfernt waren, kam der BVB-Motor immer wieder ins Stottern. Lediglich Nuri Sahin nährt die Hoffnung, dass die Dortmunder am Dienstag in St. Petersburg nicht eine ähnlich böse Überraschung erleben wie in Hamburg.

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BVB unterliegt in Hamburg mit 0:3

Von einer Niederlage in St. Petersburg will Nuri Sahin auch nach der gezeigten spielerischen Armut nichts wissen. „Wir werden das Kack-Spiel analysieren. So wie heute gegen den HSV darf man nicht auftreten“, sagt der BVB-Regisseur und fügt hinzu: Bedingt durch den Gruppensieg verfüge der BVB über genügend Selbstvertrauen, um gegen St. Petersburg zu bestehen.

Dass es bei den Schwarz-Gelben in der Champions League besser läuft, dafür wird Trainer Jürgen Klopp sorgen. In Hamburg war er bereits zur Halbzeit so wütend auf sein Team, dass er beim 1:0 für den HSV durch Peter Jiracek (42..) ironisch Beifall klatschte und mit dem Halbzeitpfiff in die Kabine sprintete, um den Profis die Leviten zu lesen.

Allem Anschein nach müssen die Fußballer diesmal nicht richtig zugehört haben. Den Führungstreffer des HSV als Betriebsunfall abgehakt, wollten die Gäste aus Dortmund im zweiten Durchgang alles zum Guten wenden, wie Jürgen Klopp es formulierte. Stattdessen erhöhte Lasogga (58.) auf 2:0. Waren es beim Führungstreffer des HSV Manuel Friedrich und Pierre-Emerick Aubameyang, die sich selbst aus dem Spiel nahmen, ließ sich diesmal Nuri Sahin den Ball abjagen. Der wenige Sekunden zuvor von Aubameyang gefoulte Tolgay Arslan setzte sich gegen den BVB-Regisseur durch und spielte Lasogga so klug frei, dass der keine Mühe hatte, das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Dass die Hamburger, die von ihren Fans fantastisch unterstützt wurden, in der Nachspielzeit auch noch das 3:0 durch ein Freistoßtor aus fast 40 Metern von Hakan Calhanoglu gelang, war für Trainer Jürgen Klopp nicht mehr von Bedeutung. „Mit diesem Tor haben die Hamburger eigentlich nur den Deckel drauf gemacht“, bilanzierte der Trainer, der in der Halbzeitpause das System gewechselt hatte, um die Gastgeber doch noch in die Knie zu zwingen.

Anstelle des blassen Sven Bender kam Marco Reus ins Team, der die linke Außenbahn besetzte. Dafür rückte Kevin Großkreutz ins Mittelfeld, aber ohne Wirkung. „Wir sind etwas lebendiger geworden, Hamburg hat gekämpft, wir haben gekämpft, aber wir sind spielerisch nicht zu Potte gekommen“, klagte der BVB-Coach, der die Niederlage als Ausrutscher bewertete. Wesentlich bessere Laune als Klopp hatte sein Pendant Slomka: „Die Tore haben wir in glücklichen Momenten erzielt, und zwar in Situationen, die eigentlich die Stärke von Borussia Dortmund sind“, erklärte der neue Hamburger Coach. Seine Aussage schmeichelt den Borussen, denn die waren bei der glatten Niederlage nicht mehr als ein harmloser Aufbaugegner für einen Hamburger, der nach dem ersten Bundesliga-Sieg des Jahres wieder zuversichtlicher in die kommenden Begegnungen gehen kann.

Quelle: wa.de

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