Zorc: In Rausch gespielt

Dortmunder Turbo-Sturm verzückt die Liga

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Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hat allen Grund zur Freude.

DORTMUND - Dank imposanter Offensivkraft bleibt der BVB auf Augenhöhe mit Triple-Sieger FC Bayern. Beim 6:1 über Stuttgart trug Lewandowski mit einem Hattrick dazu bei, dass eine Woche nach dem Skandalspiel auf Schalke wieder mehr über das rein Sportliche geredet wurde.

Am Ende der sehenswerten Dortmunder Gala herrschte versöhnliche Stimmung. Selbst die zuvor von der Vereinsführung mit deutlichen Worten gemaßregelten und zu Beginn der Partie ungewohnt stillen Ultras feierten den 6:1 (2:1)-Kantersieg über den VfB Stuttgart überschwänglich. Knapp eine Woche nach dem von einem Pyrotechnik-Skandal überschatteten Derby auf Schalke stand das sportliche Geschehen wieder im Mittelpunkt. Der sehenswerte Turbo-Fußball seines Teams versetzte Borussen-Trainer Jürgen Klopp in Hochstimmung: "Es war ein geiles Fußballspiel. Es gab nur ein Problem - dass es abgepfiffen wurde."

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Über die Maßnahme von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der aus Verärgerung über die Vorkommnisse in Gelsenkirchen ein Choreographie- Verbot verhängt und "massive Einschnitte" für die Ultrabewegung angekündigt hatte, mochte an diesem famosen Abend keiner mehr reden. Selbst der Rückstand durch Karim Haggui (13. Minute) brachte die Borussia nicht ins Wanken. Sokratis (19.), Marco Reus (22.), Robert Lewandowski (54./56./72.) und Pierre-Emerick Aubameyang (81.) machten den sechsten Sieg im sechsten Heimspiel perfekt. "In der zweiten Halbzeit haben wir uns in einen Rausch gespielt", befand Sportdirektor Michael Zorc.

Höchster Unterhaltungswert

Wie schon beim spektakulären 4:4 vor eineinhalb Jahren boten beide Teams höchsten Unterhaltungswert. Erst der Hattrick von Lewandowski binnen 18 Minuten brach den Widerstand der bis dahin forschen Schwaben. Drei Treffer für den BVB in Serie binnen einer Halbzeit waren zuletzt dem einstigen Kapitän Zorc im Dezember 2004 gelungen. Mit nunmehr neun Toren übernahm der zum Saisonende scheidende Lewandowski vorerst die Führung in der Bundesliga-Torjägerliste und strafte all jene Lügen, die ihm fehlendes Engagement vorgeworfen hatten. "Lewi ist ein Torjäger durch und durch. Unglaublich gefährlich und körperlich präsent", lobte Fußball-Lehrer Klopp.

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Nur in der Meistersaison 2010/2011 gelang ein ähnlich erfolgreicher Saisonstart mit 28 Punkten in elf Spielen. Vor allem die Offensivkraft der Borussia spricht gegen einen neuerlichen Alleingang von Triple-Sieger FC Bayern. In Lewandowski (9), Aubameyang (7) und Reus (6) verfügt Dortmund über gleich drei Angreifer, die vordere Plätze in der Torjägerliste belegen und zur imposanten Gesamtzahl von 31 Treffern beitrugen. Zudem erweist sich der ebenfalls torgefährliche Neuzugang Henrich Mchitarjan mehr und mehr als belebende Kraft im zentralen Mittelfeld.

Keine Kampfansagen an die Konkurrenz

Trotz der guten Ausgangslage und der durchschnittlichen Trefferquote seiner Mannschaft von 2,8 Toren pro Partie verzichtete Klopp auf Kampfansagen an die Konkurrenz aus München und Leverkusen: "Es ist nicht unser Thema, Ausrufezeichen in andere Städte zu senden."

Im Gegensatz zur Borussia ging der Höhenflug der Stuttgarter vorerst zu Ende. Erstmals seit seinem Amtsantritt Ende August bekam Trainer Thomas Schneider zu spüren, wie sich eine Bundesliga- Niederlage anfühlt. Doch der Frust des Labbadia-Nachfolgers hielt sich in Grenzen: "Wir haben den ein oder anderen Rückschlag einkalkuliert. Es war klar, dass ich nicht als ungeschlagener Trainer in die Bundesliga-Geschichte eingehe." Keiner seiner Profis empfand die deutliche Schlappe als entmutigend. "Es hört sich nach einem 1:6 vielleicht dumm an, aber wir hatten auch gute Phasen", urteilte BVB-Leihgabe Moritz Leitner.

Schiedsrichter sorgt für Gesprächsstoff

Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgte Florian Meyer. Der Referee aus Burgdorf hatte nach einem Zweikampf zwischen BVB-Abwehrspieler Kevin Großkreutz und Jung-Profi Timo Werner in der 42. Minute zunächst auf den Elfmeterpunkt gezeigt, sich aber von seinem Assistenten umstimmen lassen und das Spiel mit einem Schiedsrichterball fortgesetzt. "Ich habe etwas zu vorschnell gepfiffen", sagte Meyer. "Mein Schiedsrichter-Team hat mich über Funk informiert, dass es aus ihrer Sicht kein Elfer war."

Das brachte den VfB um die Chance, kurz vor der Pause zum 2:2 auszugleichen. Angesichts der gegnerischen Dominanz wertete Trainer Schneider die Szene jedoch nicht als spielentscheidend: "Im Moment können wir uns nicht mit einer Mannschaft wie Dortmund messen. Dafür braucht man einen Sahnetag." - dpa

Quelle: wa.de

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