Dortmund verliert 0:1 zuhause

Leverkusen bleibt erster Bayern-Verfolger

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Dortmunds Nuri Sahin muss verletzt vom Platz.

DORTMUND -  Für Borussia Dortmund ist der Meistertitel bereits zwei Spieltage vor Ende der Hinrunde in fast unerreichbare Ferne gerückt. Nach dem 0:1 (0:1) im Bundesliga-Topduell mit Bayer Leverkusen rangiert das Team von Fußball-Lehrer Jürgen Klopp bereits zehn Punkte hinter Spitzenreiter FC Bayern.

Einziges Team, das mit dem auch in dieser Saison dominanten Triple-Sieger aus München halbwegs Schritt halten kann, bleibt Leverkusen.

Dank des Treffers von Heung Min Son (18. Minute) vor 80 645 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park verhinderte das Werksteam die vorzeitige Herbstmeisterschaft des vier Zähler besser platzierten Spitzenreiters. "Es war mit das Beste, was wir spielen können. Hut ab vor der Mannschaft", kommentierte ein glücklicher Bayer-Sportdirektor Rudi Völler beim TV-Sender Sky. "Es war sehr, sehr wichtig, auch mal Deutschland zu zeigen, was wir können."

Matchwinner Son meinte: "Wir haben alles gegeben für diesen Sieg." Mit Blick auf die Champions-League-Partie gegen Real Sociedad San Sebastian fügte er an: "Jetzt können wir mit dem Sieg zufrieden sein. Aber Dienstag haben wir ein wichtiges Spiel, und darauf müssen wir uns vorbereiten." In einer hektischen Schlussphase verloren die Leverkusener Abwehrspieler Emir Spahic, der nach einem harten Einsteigen gegen Robert Lewandowski die Rote Karte sah (80.). Aufseiten der Dortmunder musste Sokratis in der Nachspielzeit wegen Ballwegwerfens mit Gelb-Rot vom Platz (90.+2).

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Dortmund verliert 0:1 gegen Leverkusen

"Kein gutes Spiel und das gegen Leverkusen, da kannst du nicht gewinnen - nicht mal wir", konstatierte Jürgen Klopp und klagte über die weiteren Verletzungen von Sven Bender und Nuri Sahin, die für den Abschluss der Champions-League-Gruppenphase bei Olympique Marseille am Mittwoch auszufallen drohen. "Das ist sehr, sehr tragisch", sagte der BVB-Coach. "Wunder geschehen immer wieder, aber nicht so oft." Kevin Großkreutz erklärte: "Wir haben verdient verloren, das müssen wir akzeptieren. Jetzt können wir noch ein bisschen drüber nachdenken, dann abhaken und Marseille schlagen."

Angesichts der Bedeutung des Spiels konnten es sich die Trainer beider Teams nicht leisten, Spieler für die entscheidenden Champions-League-Partien in der kommenden Woche zu schonen. Beim vom Verletzungspech gebeutelten BVB, bei dem vier Leistungsträger fehlten, saß der angeschlagene Marco Reus zunächst nur auf der Bank. Bayer musste auf Sidney Sam und Stefan Reinartz verzichten. Der personelle Aderlass machte den Borussen mehr zu schaffen: Zwar kamen sie durch Lewandowski (3.) zur ersten Chance, taten sich aber ungewohnt schwer.

Den besseren Start erwischten die Gäste. Schon bei Möglichkeiten von Jens Hegeler (8.) und Emre Can (13.) deuteten sie Torgefahr an. Nur wenig später wurde ihr Engagement belohnt: Einen kapitalen Fehlpass von BVB-Neuzugang Manuel Friedrich nutzte Son zur Führung. Nach Zuspiel von Gonzalo Castro ließ der Südkoreaner BVB-Torhüter Roman Weidenfeller aussteigen und erzielte seinen siebten Saisontreffer.

Nur eine Glanztat des Dortmunder Schlussmanns verhinderte, dass Son sein Trefferkonto kurz danach weiter aufbesserte: Den Schuss des völlig freistehenden Leverkusener Angreifers in der 31. Minute lenkte Weidenfeller mit Mühe und Not zur Ecke.

Der Spielstand entsprach den Kräfteverhältnissen auf dem Platz. Nahezu alle Angriffsversuche der uninspirierten Dortmunder verpufften, weil es dem Aufbauspiel an Präzision mangelte. Leverkusen war bis zur Pause dem 2:0 näher als der BVB dem Ausgleich.

Auch nach Wiederanpfiff behielten die glänzend organisierten Gäste den Überblick. Ohne größere Probleme hielten sie dem wachsenden Druck stand. In der zweiten Halbzeit erspielte sich der BVB keine einzige klare Torchance. Zum Leidwesen des BVB ging nicht nur die Partie verloren, sondern es verschärfte sich auch die Personalmisere. In der 63. Minute verließ der umgeknickte Sven Bender gestützt von zwei Betreuern verletzt das Spielfeld. Auch Sahin musste kurz vor dem Ende verletzt raus. Laut Klopp konnten beide wegen starker Schmerzen nicht auftreten und mussten ins Krankenhaus gebracht werden. - dpa

Quelle: wa.de

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