Kurioses Selbsttor hilft BVB

Kramer trifft aus 45 Metern ins eigene Netz

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DORTMUND - Eines der kuriosesten Eigentore der Fußball-Bundesliga-Geschichte hat Borussia Dortmund vor der Roten Laterne des Tabellenletzten bewahrt.

Mönchengladbachs Weltmeister Christoph Kramer überwand in der 58. Minute seinen Schlussmann Yann Sommer bei einer geplanten Rückgabe mit einem Heber aus 45 Metern zum 1:0 für den BVB und sorgte damit vor 80 667 Zuschauern für den ersten „Dreier“ des Vizemeisters nach sieben sieglosen Spielen.

„Das kann passieren. Der Ball ist irgendwie gesprungen“, meinte der Unglücksrabe nach der Partie. „Aber viel mehr als das Eigentor ärgert mich, dass ich so eine Grütze gespielt habe.“ Mit dem lang ersehnten Erfolgserlebnis und dem ersten Bundesligaspiel ohne Gegentor kletterten die Dortmunder auf einen Nichtabstiegsplatz und können jetzt etwas beruhigter dem anstehenden Westfalenderby am 22. November beim SC Paderborn entgegensehen. Die Gladbacher verpassten durch die erste Niederlage im 19. Pflichtspiel den Anschluss an Spitzenreiter FC Bayern München.

Auch wenn er durch das Eigentor etwas glücklich war – am Ende war es ein hochverdienter Sieg für die Dortmunder Borussia, die eigene hochkarätige Möglichkeiten in dieser Begegnung einmal mehr nicht nutzte. Allein Marco Reus traf gegen seinen alten Verein zweimal das Aluminium. „Dortmund hat uns unserer Stärken beraubt, hatte einen guten Plan“, betonte Kramer. „Das ist ein großartiges Gefühl. Es ist eine Menge Druck abgefallen. Ich hoffe das war die letzte Nacht auf Rang 18“, freute sich ein erleichterter BVB-Trainer Jürgen Klopp. „Die Mannschaft hat in dieser ungewohnten Situation eine außergewöhnliche Leistung gezeigt."

Mehr Sicherheit für den BVB

Klopp wollte dem BVB mit dem Verzicht auf Rotation mehr Sicherheit und Stabilität geben. Es begann die „Gala-Mannschaft“ vom 4:1 gegen Istanbul. Schlussmann Roman Weidenfeller und Reus hatten ihre Magen- und Darmprobleme rechtzeitig auskuriert. Von Versunsicherung war bei den Dortmundern trotz des zwischenzeitlichen Abrutschens auf den letzten Tabellenplatz nichts zu spüren. Der BVB spielte stark auf, vergaß nur dabei wie so oft, sich dafür auch rechtzeitig zu belohnen.

BVB gegen Bor. Mönchengladbach

Gladbach kam vor der Pause nicht einmal gefährlich vor das BVB-Tor und durfte sich bei Sommer bedanken, dass die Partie noch nicht entschieden war. Zu diesem Zeitpunkt lautete die Torschussstatistik 15:0 bei 61,2 Prozent gewonnen Zweikämpfen zu Gunsten des BVB. " Dortmund drängte auch nach dem Wechsel weiter, doch die Chancen wurden seltener.

Erst als Kramer nach einem Pass von Tony Jantschke seinen eigenen Schlussmann zum 1:0 für den BVB überwand, war der Bann gebrochen. Nur kurz darauf knallte Reus den Ball aus zwölf Metern ans Lattenkreuz. Als Mönchengladbach in der Schlussphase alles nach vorn warf, sich dabei allerdings keine großen Möglichkeiten erkämpfte, hätten die freistehenden Kevin Großkreutz und Aubameyang bei Kontern alles klar machen müssen. „Der Sieg war hochverdient. Wir haben noch eine Menge Chancen verballert“, sagte Klopp. Dem konnte sein Kollege Lucien Favre nur zustimmen: ,,Dortmund war klar besser und hat deshalb verdient gewonnen. Punkt!"

Quelle: wa.de

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