BVB-Chef Watzke zur WM 2006: Alles muss auf den Tisch

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Dortmund - BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wünscht sich im Zuge der Affäre um die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 eine lückenlose Aufklärung vom Deutschen Fußball-Bund.

"Der DFB hat jetzt nur eine Chance, nämlich volle Transparenz. Das muss man dann durchziehen. Aber das ist besser, als irgendeinen Scheinfrieden zu schließen. Die Gelegenheit muss jetzt genutzt werden, Tabula rasa zu machen", sagte Watzke dem TV-Sender Sky.

Watzke glaubt, dass Aufklärung beim Verstehen helfen wird. "Wenn man den Leuten in Deutschland zeigt, dass auch Fehler gemacht wurden, und dazu steht: Dann ist das alles relativ und man kann sogar gestärkt aus der ganzen Sache rausgehen. Dafür muss allerdings alles auf den Tisch gelegt werden", sagte der Dortmund-Boss.

Im Zentrum der sogenannten Sommermärchen-Affäre steht eine Zahlung von 6,7 Millionen Euro, die laut Darstellung von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach an die Finanzkommission der FIFA gegangen sein soll. Durch diese soll das Organisationskomitee eine Unterstützung in Höhe von 170 Millionen Euro erhalten haben. Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger sprach von einer "schwarzen Kasse". Den im Raum stehenden Vorwurf eines Stimmenkaufs wies der DFB mehrfach zurück.

"Wahrscheinlich konnte man damals aufgrund der Konstruktion kein großes Turnier kriegen, ohne von den Vatertugenden abzuweichen. Das muss man einfach mal festhalten", sagte Watzke. Das müsse es nicht zwingend rechtfertigen, aber die Deutschen seien da auch immer ein bisschen ambivalent. "Im Vorfeld der WM 2006 hat da niemand drüber gesprochen. Erst ein paar Jahre später, nachdem wir das alle genossen hatten, fängt man an, das ein bisschen zu kritisieren." - dpa

Quelle: wa.de

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