Klopp will Lewandowski-Theater intern besprechen

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DORTMUND - Ausgerechnet vor dem Pflichtspielauftakt am Samstag mit dem DFB-Pokalspiel beim Regionalligisten SV Wilhelmshaven (15.30 Uhr) wird die Vorbereitung des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund durch die verbalen Giftpfeile von Stürmer Robert Lewandowski Richtung Vereinsführung gestört.

Deshalb sieht Trainer Jürgen Klopp auch dringend Redebedarf. Er wird mit Sportdirektor Michael Zorc und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke das Gespräch mit dem Polen, der seinen Wechsel zum FC Bayern München forcieren möchte, suchen.

Über polnische Medien warf der Torjäger den BVB-Offiziellen vor, Versprechungen ihm gegenüber nicht eingehalten zu haben. Deswegen droht er jetzt sogar erstmals öffentlich damit, dass sich seine Enttäuschung durchaus auf die Leistung auswirken könnte. Aussagen, auf die der Verein reagieren muss. Dennoch ist Klopp in erster Linie darum bemüht, das Thema nicht allzu heiß zu reden und das Umfeld zu beruhigen. Der Fußball-Lehrer ist jedenfalls fest entschlossen, cool zu bleiben, damit Lewandowskis Provokationen nicht doch noch vorzeitig zu einer Trennung und einem Wechsel zum FC Bayern München führen, der bis zum 31. August möglich wäre.

„Alles, was es dazu zu besprechen gibt, wird tatsächlich intern besprochen“, erklärt der Dortmunder Trainer. „Das ist aus meiner Sicht völlig unproblematisch. Es geht nicht darum, jemand intern in Sack und Asche zu hauen, und die Öffentlichkeit wird es nicht erfahren.“ Besonnenheit scheint bei der anstehenden Aussprache für Klopp oberstes Gebot zu sein. „Sinn und Zweck der Veranstaltung ist, dass das Thema irgendwann komplett ruht und wir uns dann tatsächlich auf Fußball konzentrieren. Was ich übrigens schon kann, und Robert auch“, betont der Coach.

Irgendwelche Reaktionen Lewandowskis, der sich nach eigener Aussage im Mannschaftskreis weiter sehr wohl fühlt, hat Klopp in den vergangenen Tagen nicht registriert. „Er hat sich keineswegs verändert. Es ist alles in Ordnung“, berichtet der Fußball-Lehrer von ganz normalen Trainingseinheiten, in denen der Pole weiterhin vollen Einsatz zeigt. Und nur das zählt für Klopp. „Für mich ist das, was er tut, tausendmal wichtiger als das, was er sagt“, beteuert der Trainer. „Weil das, was er tut, ist ohne Interpretationsmöglichkeit. Das, was er sagt, wird nicht nur in der Übersetzung manchmal falsch interpretiert. Und dann klingt das gleich deutlich härter.“

Jedenfalls will der Dortmunder Trainer alles daran setzen, die leidige Angelegenheit möglichst schnell vom Tisch zu bringen: „Wir gehen davon aus, dass wir das, was gesagt worden ist, in den nächsten Tagen klären können. Wir sind ein Fußball-Verein und kein Debattierklub. Und Fußball funktioniert nach wie vor tadellos.“ Was Mannschaft und auch Lewandowski schon am Samstag in der ersten DFB-Pokalrunde beim SV Wilhelmshaven beweisen wollen.

Die zuletzt beim Testspiel in Würzburg fehlenden Sven Bender, Jakub Blaszczykowski und Roman Weidenfeller stehen wieder zur Verfügung. Wobei Weidenfeller am Samstag auf der Bank sitzen wird. Das liegt keineswegs an seinen Rückenproblemen, sondern ist der Tatsache geschuldet, dass der Schlussmann für die ersten beiden Bundesligaspiele gesperrt ist. Ersatzmann Mitch Langerak soll weiter Spielpraxis sammeln. - Von Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

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