Die letzte Titelchance

BVB-Trainer Klopp warnt vor hungrigen Wolfsburgern

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Jürgen Klopp.

DORTMUND - Ein mögliches Traumfinale gegen den FC Bayern in Berlin und die letzte Chance auf einen Titel – mehr Motivation geht nicht. Borussia Dortmund will eine spektakuläre Woche mit dem insgesamt sechsten Einzug ins Endspiel um den DFB-Pokal veredeln.

Während die Fans nach den glanzvollen Auftritten gegen Real Madrid (2:0) sowie beim Erzrivalen in München (3:0) schon Hotelzimmer in der Hauptstadt blocken, warnt Trainer Jürgen Klopp vor dem heutigen Halbfinale (20.30 Uhr/Sky und ARD) gegen den VfL Wolfsburg: „Das wird kein Kindergeburtstag. Wir haben allerhöchsten Respekt.“

Der BVB ist heiß auf den Pokal, den sich niemand sehnlicher wünscht als Robert Lewandowski. „Ich will in dieses Finale und mich mit einem Titel verabschieden“, sagte der Torjäger, der im Olympiastadion vor seinem Wechsel nach München letztmals das schwarz-gelbe Trikot tragen würde. Ein Pokal-Finale, „das ist immer ein Wahnsinnsspiel“, sagt der Pole. Aber auch der 25-Jährige, der die Borussia vor zwei Jahren beim 5:2 gegen die Bayern mit drei Treffern zum bislang dritten Pokalsieg der Vereinsgeschichte schoss, weiß um den bevorstehenden Kraftakt gegen den VfL Wolfsburg. Torhüter Roman Weidenfeller warnt: „Das wird die schwierigste Partie der letzten Wochen.“

Allrounder Kevin Großkreutz verschwendet noch keinen Gedanken an Berlin: „Dazu müssten wir erst einmal gegen Wolfsburg gewinnen. Wir haben zuletzt gesehen, wie stark diese Mannschaft ist.“ Das Dortmunder Ur-Gestein erinnert an den 2:1-Heimsieg nach einem schmeichelhaften 0:1 in der Halbzeit am 5. April an gleicher Stelle, verspricht den Fans am Ende der fünften englischen Woche eine erneut „leidenschaftliche“ Vorstellung wie gegen Real und die Bayern.

Wer den VfL zuletzt beim 4:1 gegen Nürnberg gesehen habe, wisse, was auf seine Mannschaft zukomme, so Klopp. Schon das ganze Jahr hätten seine Spieler Berlin und den DFB-Pokal im Hinterkopf gehabt. „Bereits auf der Rückreise von München gab es nur noch ein Thema, das Halbfinale“, berichtete der BVB-Coach, der zudem von einem „würdigen Halbfinale“ mit einem Heimspiel als „Minivorteil“ sprach. Die Statistik spricht für den BVB: Zehnmal standen die Westfalen seit 1963 im Pokal-Halbfinale. Sechsmal mussten sie auswärts antreten, viermal im eigenen Stadion – und dort gaben sich die Borussen bisher keine Blöße. Im laufenden Wettbewerb ist Dortmund zudem noch ohne Gegentreffer. Die Voraussetzungen für eine weitere Party im Signal Iduna Park könnten besser nicht sein.

Wenn da nicht die „Wölfe“ wären. „Wir trauen uns etwas zu. Aber dennoch ist der BVB ein bisschen favorisiert“, sagte VfL-Sportdirektor Klaus Allofs. Trainer Dieter Hecking stören die Spekulationen um das angebliche Traumfinale nicht: „BVB gegen die Bayern – das ist überall zu hören. Aber man sollte nicht enttäuscht sein, wenn jemand anders im Endspiel steht.“ Noch haben die Niedersachsen zwei Eisen im Feuer: Platz vier für die Qualifikation zur Champions League und den ersten Pokalsieg der Klub-Historie. Fünfmal zog der VfL schon ins Halbfinale ein, aktuell zum zweiten Mal in Folge. Doch die einzigartige Atmosphäre eines Endspiels schnupperte Wolfsburg bisher nur 1995 als Zweitligist – und verlor mit 0:3 gegen Borussia Mönchengladbach. - sid

Quelle: wa.de

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