BVB-Ultras greifen Polizei in U-Bahn-Station Westentor an

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Die Polizei Dortmund vor dem Stadion.

Dortmund - Im Nachgang zur Europa-League-Partie von Borussia Dortmund gegen PAOK Saloniki (0:1) kam es nach Angaben der Polizei Dortmund von Freitagmorgen "zu hässlichen Szenen in der Dortmunder Innenstadt: Polizisten wurden von gewalttätigen Dortmunder Ultras angegriffen".

Nach Spielabpfiff verbrannten laut der Pressemitteilung zunächst Dortmunder Ultras in Block 12 des Signal-Iduna-Parks Fan-Utensilien der griechischen Gäste. Anschließend liefen rund 250 Ultras - The Unity, Desperados und Junge Borussen - vom Stadion zur Haltestelle Westentor in der Innenstadt und suchten dort die untere Ebene der Haltestelle auf.

Nach jetzigen Erkenntnissen, erster Sichtung von Videomaterial und ersten Zeugenaussagen kam es beim Besteigen der gegen 22 Uhr bereitstehenden U-Bahn zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Die Ultras versuchten, geschlossen in eine Bahn zu gelangen. Polizeibeamte, die zur Sicherung in der U-Bahn eingesetzt waren, wurden durch Schläge und Tritte aus der Bahn gedrängt.

Die Fans von PAOK Saloniki - hier beim Einlass ins Stadion - verhielten sich größtenteils friedlich. Probleme hatte die Polizei in Dortmund vor allem mit den BVB-Ultras.

Aufgrund der geringen Kapazität von zwei Waggons der Bahn passten nicht alle Ultras in die Bahn und blockierten so die Türen. Eine Abfahrt der Bahn wurde hierdurch unmöglich. Es folgte die Aufforderung eingesetzter Polizeibeamter, die Türen frei zu halten und so die Abfahrt zu ermöglichen. Schlagartig verließen die Ultras die Bahn, wobei es erneut zu Übergriffen auf Polizeibeamte durch Schläge, Tritte sowie den Einsatz von Reizgas kam. Viele der Ultras vermummten sich zudem. Polizeibeamte setzten zur Gegenwehr Pfefferspray und den Einsatzmehrzweckstock ein.

Darüber hinaus wurden im Rahmen der Auseinandersetzungen zwei Beamten die Polizeihelme entrissen. Ein weiterer Polizeibeamter wurde von einer Gruppe von Vermummten in deren Mitte gezogen, bespuckt und körperlich angegangen.

Unter Hinzuziehung von Verstärkungskräften gelang es der Polizei, an der Kampstraße rund 250 Personen festzusetzen. Nach Rücksprache mit der Dortmunder Staatsanwaltschaft wurden über einen Zeitraum von rund zwei Stunden die Identität bei insgesamt 244 Ultras festgestellt, Lichtbilder gefertigt und die Personen durchsucht. Während der polizeilichen Maßnahmen waren ein Rechtsbeistand und Vertreter des Fanprojekts zugegen.

Die Polizei ermittelt nun wegen Landfriedensbruch, mehreren Körperverletzungsdelikten, Beleidigung und Widerstand. Insgesamt wurden in diesem Zusammenhang elf Strafanzeigen gefertigt.

Zu den sichergestellten Gegenständen zählen 72 Sturmhauben, Handschuhe und Mundschutz, Betäubungsmittel, zehn Schals/T-Shirts und Mützen von PAOK Saloniki und ein Pfefferspray. "Allein das Mitführen dieser Gegenstände lässt Rückschlüsse auf die Gewaltbereitschaft und offensichtliche Einstellung dieser kriminellen Ultras zu", so die Polizei Dortmund.

Zwei Männer aus Arnsberg auf Krawall aus

Einsatzkräfte der Bundespolizei kontrollierten zwei 35-jährige Männer am Haltepunkt Signal-Iduna-Park in Dortmund. Hierbei stellte sich heraus, dass beiden Personen der Zutritt ins Stadion untersagt worden war.

Über den Fund bei der Durchsuchung waren selbst die einsatzerfahrenen Bundespolizisten überrascht: Die beiden Männer waren im Besitz von einem Sichelmesser, einem Laserpointer, zwei kleinen Messern, Pfefferspray, Quarzhandschuhen, Mundschutz, neun Polenböllern, drei Silvesterraketen, Handfackeln und einem Banner mit der Aufschrift ACAB.

Alle Gegenstände wurden sichergestellt. Gegen die Arnsberger wurden Ermittlungsverfahren wegen Verstöße gegen das Sprengstoff- und Waffengesetz eingeleitet. Die verbotene Pyrotechnik wurde von Entschärfern der Bundespolizei übernommen. Danach konnten sie die Heimreise antreten. Die Ermittlungen dauern an. - eB

Quelle: wa.de

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