Nach dem 4:5 gegen Bayern

Bosz nach dem Supercup: "Müssen besser werden"

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War nach dem Supercup nur bedingt zufrieden: BVB-Trainer Peter Bosz.

Die ausgelassene Freude der Bayern machte klar: Dieser Sieg war wichtig. Beim BVB herrscht nach der Niederlage Frust und Aufbruchstimmung zugleich.

DORTMUND Wer bisher an der Bedeutung des DFL-Supercups gezweifelt hat, der musste am späten Samstagabend nur die Verantwortlichen des FC Bayern München beobachten. Nach dem sechsten Triumph in diesem Wettbewerb mit dem 5:4 (2:2/1:1)-Sieg im Elfmeterschießen vor 81360 Zuschauern (ausverkauft) beim Pokalsieger Borussia Dortmund herzten sich Präsident Uli Hoeneß, Vorstandvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, der neue Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Trainer Carlo Ancelotti vor der Siegerehrung auf dem Rasen so, als hätten sie gerade die 28. deutsche Fußball-Meisterschaft gewonnen. Bei den Münchnern herrschte Erleichterung pur, nachdem fünf Testspielniederlagen in der Vorbereitungszeit massive Kritik an der Arbeit des routinierten Fußball-Lehrers verursacht hatten.

Lewandowski und Co. obenauf: Bayern holt nach Sieg gegen BVB den Supercup

„Der Supercup ist natürlich wichtig. Ich bin zufrieden. Unsere Vorbereitung war nicht gut, aber man muss sich keine Sorgen machen. Wenn es losgeht, sind wir da“, lächelte Ancelotti die Sorgen der vergangenen Wochen einfach weg. Der Italiener wusste, wovon er spricht. Immerhin war es sein 20. Titel, den er mit einem Verein gewonnen hat. „Es können auch 21 gewesen sein“, meinte der 58-Jährige.

Drei Minuten fehlten

Eine Bilanz, von der Dortmunds neuer Coach Peter Bosz nur träumen kann. Als Spieler hat er im Trikot von Feyenoord Rotterdam immerhin drei Pokalsiege und eine Meisterschaft in den Niederlanden gefeiert. Als Trainer war er am Samstag zumindest sehr nahe dran an seiner ersten Trophäe. Es fehlten lediglich drei Minuten. Dann glich der Münchner Joshua Kimmich (87.) aus dem Gewühl heraus mit tatkräftiger Unterstützung von BVB-Verteidiger Lukasz Piszczek und Torhüter Roman Bürki zum 2:2 aus. Der BVB hatte in diesem durchaus attraktiven Finale durch Tore von Christian Pulisic (12.) und Pierre-Emerick Aubameyang (71.) mit 2:1 geführt, Robert Lewandowski für den zwischenzeitlchen Ausgleich (18.) gesorgt. 

„Wenn man zwei Minuten vor dem Ende mit 2:1 führt, muss man das Spiel gewinnen. Das haben wir aber nicht getan“, ärgert sich Niederländer. „Wir waren drei Mal in Führung, auch noch im Elfmeterschießen. Daher sind wir enttäuscht.“ Vom Punkt aus waren Sebastian Rode und als letzter Schütze der Spanier Marc Bartra an Bayerns Schlussmann Sven Ulreich gescheitert.

Bosz: "Müssen besser werden"

Es folgte eine klare Analyse des Fußball-Lehrers, dessen Mannschaft nur in der Anfangsphase so agierte, wie es sich Bosz vorstellte. Mit sehr hohem Pressing, schnellen Ballpassagen und enormer Laufbereitschaft. „Danach fand ich Bayern stärker. Sie haben die besseren Chancen herausgespielt. Ich war froh, dass es zur Halbzeit nur 1:1 stand.“ Nach dem Seitenwechsel stand der BVB wieder viel kompakter, ließ den Bayern keine Räume mehr und minimierte die Anzahl der Ballverluste. 

Für Bosz ein echter Lichtblick nach durchwachsener Vorbereitung mit drei Testspiel-Niederlagen: „Wir müssen noch besser werden. Aber das werden wir auch!“ Immerhin fehlten den Dortmundern im Finale mit Mario Götze, Julian Weigl, Raphael Guerreiro, Erik Durm, Marcel Schmelzer, Marco Reus und Shinji Kagawa wichtige Kräfte. Götze, der bisher eine gute Vorbereitung absolviert hatte, musste wegen Rückenbeschwerden passen. „Es ist nicht so schlimm“, meinte Bosz. „Doch wir müssen bei Mario sehr vorsichtig sein. Er hat zuletzt zwei Schritt vorwärts gemacht, jetzt wieder einen halben zurück.“ 

Pulisic überzeugt

Neben Torhüter Roman Bürki, der mit seinen Paraden nach dem 1:1 den BVB bis zur Pause im Spiel hielt, überzeugte bei den Gastgebern vor allem Christian Pulisic. Überfordert wirkte dagegen auf der linken Abwehrseite der junge Neuzugang Dan-Axel Zagadou, der in der aktuellen Form auf dieser Position keine Alternative für Schmelzer zu sein scheint.

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Quelle: wa.de

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