Klopp über Mkhitaryan: "Hätten noch mehr für ihn bezahlt"

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Henrich Mchitarjan markierte in Frankfurt beide Treffer für den BVB.

FRANKFURT - Der Held des Abends war schnell verschwunden. Noch ein schüchterner Gruß an die VIP-Fans in den Katakomben, ein kurzes Interview fürs Fernsehen - dann huschte Henrich Mkhitaryan nahezu unbeobachtet durch den Hinterausgang der Frankfurter Arena Richtung Flughafen.

Viel sagen musste der 26-Millionen-Mann von Borussia Dortmund aber auch nicht. Das fußballerische Feuerwerk, das der abseits des Platzes zurückhaltende teuerste Spieler der Vereinshistorie, bei Eintracht Frankfurt abgeliefert hatte, war Botschaft genug. Die ersten beiden Bundesliga-Tore (10./56.) des Armeniers zum 2:1 (1:1) sicherten dem Vizemeister den vierten Sieg im vierten Saisonspiel, die Einstellung des Startrekords aus der Spielzeit 2001/02 und die Rückkehr an die Tabellenspitze.

Der vermeintlich übermächtige Triple-Gewinner Bayern München ist wieder nur Zweiter - dank Mkhitaryan. "Wir hätten noch viel mehr für ihn bezahlt, so sehr wollten wir ihn", sagte Trainer Jürgen Klopp, als der Matchwinner schon längst am Check-In-Schalter für seinen Flieger zur armenischen Nationalmannschaft stand. "Micki ist ein kompletter Mittelfeldspieler, er hat ein überragendes Auge - wie die Jungs halt kicken, die so teuer waren". Gegen Frankfurt, erklärte Klopp grinsend "für alle, die ihn noch nicht so kennen", erzielte der 24-Jährige beide Treffer "mit links - und er ist Rechtsfuß".

Allerdings "fand ich ihn in den ersten Spielen nicht schlechter", sagte der BVB-Coach: "Jetzt hat er die Bälle halt reingemacht." Nach den verletzungsbedingten Startschwierigkeiten (Teilriss der Syndesmose) findet Mkhitaryan "in die Spur. Gerade jetzt wo uns Ilkay (Gündogan, d. Red:) nicht zur Verfügung steht, ist das sehr wichtig", sagte Klopp.

BVB siegt mit 2:1 bei Eintracht Frankfurt

Mkhitaryan selbst, seit seinem Wechsel von Schachtjor Donezk immer in Begleitung eines Übersetzers, blieb bescheiden. Es seien ja nicht seine Tore, sondern "Tore für die ganze Mannschaft", sagte er bei Sky: "Ich fühle mich total wohl in Dortmund, aber ich glaube, wir müssen noch viel besser werden. Von den vier Siegen lassen wir uns nicht täuschen, wir müssen uns weiter steigern."

Steigerungspotenzial hat der Champions-League-Finalist jedoch nicht im Wirkungskreis des Nachfolgers von Mario Götze in der BVB-Offensive. Mkhitaryan, Robert Lewandowski, Marco Reus und in der Schlussphase auch der zweite Millionen-Neuzugang Pierre-Emerick Aubameyang wirbelten am Main nach Belieben, gaben mehr Torschüsse (17) ab, als in den beiden Heimspielen zuvor gegen Bremen und Braunschweig zusammen.

Sorgen bereitet hingegen die wacklige Defensivabteilung. Der sehenswerte Ausgleich durch Vaclac Kadlec (36.), der ebenfalls erstmals in der Bundesliga traf, war längst nicht die einzige Gelegenheit der mutig aufspielenden Eintracht. Die 51.500 Zuschauer witterten - zu Recht - eine Überraschung. "Die zweite Halbzeit war wild", sagte Klopp: "Meine Mannschaft hat wirklich nicht die Sterne vom Himmel gespielt, aber sie hat um das Ergebnis gekämpft."

Mittelfeldspieler Sven Bender analysierte ein "Schweinespiel", einen "Kraftakt. Aber auch das muss man gewinnen", sagte er: "Wir mussten 90 Minuten dagegenhalten. Nur mit schön spielen holt man keine Punkte." Den entscheidenden Treffer "wollte Micki unbedingt", sagte der Nationalspieler: "Das zeichnet ihn und zeichnet uns aus." - sid

Quelle: wa.de

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