BVB am Freitag gegen Hoffenheim

Klopp: "Fleiß hilft immer, um besser zu werden!"

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BVB-Trainer Jürgen Klopp am Mittwoch auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen Hoffenheim in Dortmund.

DORTMUND - Personen, die sich in Not befinden, klammern sich schon einmal gern an den letzten Strohhalm. Oft spielt dabei auch der Aberglaube eine große Rolle. Selbst Jürgen Klopp, Trainer des Bundesliga-Schlusslichtes Borussia Dortmund, ist bereit, angesichts der bedrohlichen sportlichen Situation zu diesem Mittel zu greifen.

Von Peter Schwennecker

So kündigte er an, vor dem so wichtigen Heimspiel am Freitag (20.30 Uhr) gegen die TSG Hoffenheim einige gewohnte Abläufe zu ändern. Welche, bleiben bis zum Spieltag sein Geheimnis.

Er persönlich fing am Mittwoch vor der obligatorischen Pressekonferenz schon einmal damit an. Erstmals, seit dem er Trainer beim BVB ist, betrat er den Medienraum im Signal Iduna Park durch einen Hintereingang, was einige Kameramänner irritierte.

Doch nicht nur deshalb war es ein sehr bemerkenswerter Auftritt des Dortmunder Fußball-Lehrers, der vielen Journalisten den Eindruck vermittelte, dass zumindest der Trainer der Schwarz-Gelben für den Abstiegskampf in der Bundesliga bestens gerüstet ist.

Denn den erlebte Klopp über mehrere Jahre bereits bei seinem alten Klub Mainz 05, sowohl als Profis als auch als Coach: „Als Spieler steckte ich ständig im Abstiegskampf, praktisch mein Fußballerleben lang. Ich weiß, wie das funktioniert. Ich weiß, wie eine Mannschaft denken muss, um den zu bestehen“, sagte der Coach.

Als Trainer stieg Klopp mit Mainz nur einmal aus dem Fußball-Oberhaus ab. Den Unterschied zu Dortmund bezeichnete er als gravierend. „Eine Mannschaft, die sich im Abstiegskampf befindet, hat fußballerisch normalerweise keinen Anspruch mehr“, betonte der 47-Jährige. „Bei uns ist immer noch eine fußballerische Enttäuschung dabei, wenn etwas nicht funktioniert, wenn eine Chance schon wieder vergeben wurde.“

Das abzustellen, wolle er in Zukunft seiner Mannschaft vermitteln. Dass er dafür bestens geeignet sei, steht für ihn außer Frage: „Ich habe da sicher Erfahrungswerte. Ich habe 98 Prozent aller Abstiegskämpfe, an denen ich teilgenommen habe, bestanden.“ ´

Keine Falltür - kein Notfallszenario

Deshalb ist der Dortmunder Trainer derzeit trotz der schwierigen Situation weit davon entfernt, selbst das Handtuch zu werfen: „Die Konzentration auf die Arbeit schließt den Gedanken an etwas anderes aus. Ich kann nicht mit aller Konzentration an den Problemen arbeiten und gleichzeitig für mich eine kleine Falltür bereit halten, durch die ich verschwinden kann, wenn es mir irgendwann zu viel wird.“

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Er will mit allem, was ihm zur Verfügung steht, weiter daran arbeiten, die Situation zu ändern. „Fleiß hilft immer, um besser zu werden. Wir haben die ganz große Chance, als Verein tatsächlich aus dieser absoluten Krise ganz gestärkt herauszugehen, wenn wir es einmal in der Geschichte des Fußballs tatsächlich schaffen, uns nicht komplett auseinanderdividieren zu lassen.“

Klopp beteuerte nachdrücklich, dass er in keinem Fall ein Notfallszenario habe, wie er mit erhobenem Kopf aus dieser Lage rauskommen würde, ohne seinen guten Ruf zu verlieren.

Hoffen auf Hummels und Blaszczykowski

Und dass ihm die Fans derzeit in sämtlichen Internetforen den Rücken stärken, weil sie Angst davor haben, dass der Trainer hinschmeißen könnte, ist ihm fast schon lästig. „Es wäre schön, wenn man darauf verzichten und alle Kraft für die Unterstützung der Mannschaft aufwenden würde“, erklärte Klopp.

„Es gibt nur das große Ganze. Vertrauen in meine Person habe ich hier schon genug bekommen. Das ist nicht der richtige Moment dafür.“

Gegen Hoffenheim muss der BVB weiter auf Sokratis und Marco Reus verzichten. Mats Hummels und Jakub Blaszczykowski befinden sich zwar wieder im Mannschaftstraining. „doch ob das bis Freitag reichen wird, müssen wir erst einmal abwarten“, sagte Klopp.

Quelle: wa.de

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