Marco Reus auf dem Weg zur Topform

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Die Siegerfaust darf Marco Reus in letzter Zeit wieder häufiger ballen.

DORTMUND/MADRID - Marco Reus ist in der entscheidenden Phase der Saison auf dem Weg zu seiner Bestform. Dabei musste er in dieser Saison schon viele verletzungsbedingte Rückschläge verkraften, kassierte für seine Verspieltheit vor dem Tor viel Kritik. Besonders im Hinblick auf die WM bringt er sich rechtzeitig in Form.

Vielleicht war es der Schuss vor den Bug durch Bundestrainer Joachim Löw, der den neuen Höhenflug von Marco Reus forcierte. Seit seinen überstandenen Muskelproblemen sprüht der Fußball-Nationalspieler vor neuem Tatendrang. Die Bestätigung hätte spektakulärer nicht ausfallen können.

Mit einem Dreierpack schoss er Borussia Dortmund am Samstag beim VfB Stuttgart nach einem 0:2-Rückstand quasi im Alleingang zum 3:2-Sieg. 24 Bundesligaspiele und zwölf Treffer stehen für den Mittelfeldspieler in der Saison-Statistik und vor dem Auftritt im Viertelfinal-Hinspiel bei Real Madrid drei Tore in der Champions League.

Trotz der verletzungsbedingten Rückschläge zweifelten die BVB-Verantwortlichen nie an den Qualitäten des 24-Jährigen. "Marco ist ein absoluter Top-Spieler und ein elementarer Baustein von Borussia Dortmund", betont Klub-Boss Hans-Joachim Watzke immer wieder.

DFB-Coach Löw sah das offenbar nicht so euphorisch. Beim ersten Länderspiel des WM-Jahres gegen Chile (1:0) fehlte Reus im Aufgebot. Dennoch spielt der Ex-Gladbacher eine große Rolle in den Planungen für Brasilien. Wie wertvoll Reus für das Nationalteam sein kann, davon kann sich Löw derzeit im Drei-Tage-Rhythmus überzeugen.

Reus ist eine wichtige Größe im Offensiv-Verbund von Trainer Jürgen Klopp. Das hohe Tempo, ohne die Ballsicherheit zu verlieren, die Dribbelstärke und die Dynamik, mit der Reus die gegnerischen Abwehrreihen aufmischt, und auch die überragende Schusstechnik schätzt der BVB-Coach an ihm. Für Sportdirektor Michael Zorc ist Reus "im Offensiv-Bereich ein kompletter Spieler".

Bei allen Lobgesängen - Reus musste sich in der Vergangenheit oft den Vorwurf gefallen lassen, sein Talent nicht vollends auf den Platz zu bringen. Auch seine Verspieltheit, wenn er dem gegnerischen Tor im Höchsttempo entgegeneilt, war ein Ansatzpunkt zur Kritik.

Davon war jedoch in den letzten Spielen nichts zu sehen. Zielstrebig, mit gutem Auge für die Situation und Konsequenz im Abschluss schnürte Reus in Stuttgart den dritten Bundesliga-Dreierpack seiner Karriere. Der Spaß am Spiel war offensichtlich.

Die Statistik wies Bestwerte für den Blondschopf aus: Sieben Torchancen, drei Treffer, 80 Prozent seiner Pässe erreichten die Mitspieler, 35 Sprints und eine Laufdistanz von 11,3 Kilometer. "Er ist gut zu Fuß", stellte Klopp anlässlich der Pressekonferenz in Madrid lakonisch fest.

Reus selbst war die Vorfreude auf den Auftritt auf der großen Fußball-Bühne anzumerken. "Ich bin froh, dass ich wieder gesund bin," ließ er wissen. Ein Innenbandriss und ein Bluterguss im Sprunggelenk, ein Muskelfaserriss und zuletzt muskuläre Probleme stoppten den pfeilschnellen Offensiv-Allrounder in der laufenden Spielzeit. "Die Tore sind nicht so wichtig. Wichtiger ist, dass sich meinen Rhythmus wiederfinde", sagte Reus. Und immer wieder betont er in Interviews: "Ich möchte mich weiterentwickeln, noch stärker werden."

Doch schon jetzt zeigen in regelmäßigen Abständen die großen Klubs in Europa Interesse an "Rolls-Reus". Der Vertrag des gebürtigen Dortmunders läuft bis 2017, angeblich soll dieser jedoch eine Klausel enthalten, nach der Reus für eine Ablösesumme von 35 Millionen Euro am Ende der nächsten Saison gehen darf. - sid

Quelle: wa.de

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