Auch Schmelzer verletzt

BVB-Schock: Hinrunde für Hummels gelaufen

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Mats Hummels fehlt dem BVB bis Januar.

Dortmund - Rückschlag für Borussia Dortmund: Der Champions-League-Finalist muss voraussichtlich bis Mitte Januar auf Mats Hummels verzichten und zudem auch drei Wochen ohne Marcel Schmelzer auskommen.

Innenverteidiger Hummels erlitt im Länderspiel am Dienstag in London gegen England (1:0) einen knöchernen Bandausriss am rechten Fersenbein und wird in der Hinrunde nach BVB-Angaben kein Spiel mehr absolvieren können. Schmelzer zwingt ein Faserriss in der linken Wadenmuskulatur zur Zwangspause von drei Wochen. Beide Abwehrspieler hatten sich im Länderspiel verletzt.

Damit vergrößern sich die Dortmunder Abwehrsorgen vor dem Bundesliga-Schlager gegen Bayern München am Samstag fast schon dramatisch. Zuvor hatte sich in Neven Subotic der zweite etatmäßige Innenverteidiger schwer verletzt (Kreuzbandriss). Zudem erlitt im Test gegen Paderborn am Dienstag (1:2) auch der Ersatz für Subotic oder Hummels infrage kommende Testspieler Manuel Friedrich eine Blessur am Knie. „Das ist zwar be********, aber wenn man sieht wie es Neven oder Sami geht gibt es auch Schlimmeres“, schrieb Hummels bei Facebook: „Ich werde die Jungs anfeuern so gut es geht, die kommenden Wochen werden sehr schwierig, aber wir werden das schon hinkriegen.“ Wie Subotic hatte auch Hummels' Nationalmannschaftskollege Sami Khedira einen Kreuzbandriss erlitten.

Laut BVB-Mannschaftsarzt Markus Braun wird der 24 Jahre alte Innenverteidiger Mitte Januar 2014 wieder einsatzfähig sein. Als Hummels-Ersatz gegen den FC Bayern käme Sven Bender infrage, dessen Platz im defensiven Mittelfeld der wiedergenesene Kapitän Sebastian Kehl einnehmen könnte.

Bundestrainer Joachim Löw äußerte derweil sein Bedauern über die Verletzungen der beiden Dortmunder. „Wenn sich Spieler in Länderspielen verletzen, ist das immer bedauerlich - für den Spieler, die Nationalmannschaft, die Vereine“, sagte der 53-Jährige: „Marcel und Mats waren zuletzt gut drauf, dass sie nun ausfallen, ist für sie selbst und Borussia Dortmund natürlich unglücklich. Wenn ich die schwere Verletzung von Sami Khedira hinzu zähle, kann ich mich nicht erinnern, wann wir bei der Nationalmannschaft zuletzt innerhalb so kurzer Zeit solche Verletzungen hatten. Genauso wie bei Sami wünsche ich nun auch Mats und Marcel, dass die jeweilige Behandlung gut anschlägt und sie bald wieder auf dem Platz stehen werden.“

Auch BVB-Sportdirektor Michael Zorc ist bedient. „Das ist im ersten Moment natürlich ein Schock. Aber nun müssen wir uns kurz schütteln und am Samstag eine schlagkräftige Mannschaft auf den Platz schicken“, sagte er am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.

Für Schmelzer könnte Erik Durm auf der linke Abwehrseite zum Einsatz kommen. Allerdings klagte der U 21-Nationalspieler zuletzt über Kniebeschwerden. Zorc sehnt eine schnelle Genesung herbei: „Wir hoffen, dass er rasch wieder ins Training einsteigen kann und uns dann zur Verfügung steht.“

Trotz aller Fortschritte ist Lukasz Piszczek vorerst noch keine Alternative. Der im Sommer an der Hüfte operierte Pole kam zwar im Testspiel der Borussia am Dienstabend gegen den Zweitligisten SC Paderborn (1:2) zu einem ersten Kurzeinsatz, soll aber in Ruhe aufgebaut werden. Mittelfristig wäre der zurzeit vertragslose Manuel Friedrich eine Alternative. Die Chancen des am Dienstag zu Testzwecken eingesetzten ehemaligen Nationalspielers auf eine Verpflichtung sind nach dem Ausfall von Hummels gestiegen. „Wir werden eine zeitnahe Entscheidung treffen““, kommentierte Zorc.

Selbst die Börse reagierte auf die schlechten Nachrichten aus Dortmund. Im Laufe des Tages sank der Wert der BVB-Aktie zwischenzeitlich um vier Prozent.

Im Gegensatz zu den Dortmundern halten sich die Verletzungssorgen der Münchner trotz des Ausfalls von Bastian Schweinsteiger in Grenzen. Sowohl Arjen Robben, der sich im Testspiel der Niederländer gegen Japan am Knöchel verletzt hatte, als auch der leicht angeschlagene Franck Ribéry scheinen einsatzbereit. Das Mitwirken des in London wegen Beschwerden an der Ferse ausgewechselten Jérôme Boateng ist ebenfalls nicht gefährdet. „Mir geht es gut. Ich kann spielen“, erklärte der Abwehrspieler auf der Homepage des deutschen Rekordmeisters.

Die Hoffnungen vieler Fußball-Fans, dass der Bundesliga ein ähnlich trister Titelkampf wie in der Vorsaison durch einen Sieg der Dortmunder erspart bleibt, halten sich aufgrund der BVB- Personalmisere in Grenzen. Dennoch verbreitete der ebenfalls fehlende Nationalspieler Ilkay Gündogan Zuversicht: „Wir haben im Supercup und im Champions-League-Finale gezeigt, dass wir die einzige Mannschaft sind, die dem FC Bayern Paroli bieten kann. Wir glauben an unsere Stärke.“

Doch der Rückstand auf die Münchner beträgt bereits vier Zähler. Ein Sieg des Triple-Siegers hätte nach Einschätzung von Franz Beckenbauer vorentscheidende Bedeutung: „Sieben Punkte Vorsprung würde sich der FC Bayern vermutlich nicht mehr nehmen lassen“, sagte der Münchner Ehrenpräsident der „Sport Bild“.

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SID/dpa

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