Rückkehrer Kagawa verzückt Fans und Mitspieler

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Shinji Kagawa

DORTMUND - Eine Bundesliga-Partie am dritten Spieltag gegen den SC Freiburg? Das ist beim BVB eigentlich nicht Spektakuläres. Nichts Besonderes. Alltagskost sozusagen. Nicht so diesmal.

Von Patrick Droste

Wenn Publikumsliebling Shinji Kagawa an diesem Tag nach zwei unglücklichen Jahren bei Manchester United erstmals wieder im Trikot von Borussia Dortmund aufläuft und das Team vier Tage vor dem wichtigen Heimspiel in der Champions League gegen den FC Arsenal zu einem ungefährdeten 3:1 (2:0)-Sieg über die Breisgauer führt, dann wird aus einer 08/15-Begegnung für die BVB-Fans eine Feiertagspartie mit einem überglücklichen Protagonisten. „Es war erfrischend, wieder den schnellen Fußball, das Gegenpressing und das schnelle Umschalten hier zu spüren”, strahlte der Japaner, für den die Borussia acht Millionen an die Engländer überwiesen hatte und der am Samstag eine märchenhafte Rückkehr feierte. „Die zwei Jahre in England habe ich sicher nicht umsonst verbracht. Ich habe da auch was gelernt. Vielleicht kann ich jetzt, wo ich wieder zurück bin, einen neuen Kagawa präsentieren.”

Kagawa war von den Dortmunder Anhängern 854 Tage nach seinem letzten Spiel im schwarz-gelben Dress begeistert empfangen und in einer Endlossschleife vor, während und nach dem Spiel mit Sprechchören besungen worden. Das erste Mal, als er zum Warmlaufen das Feld betrat, wenig später, als Stadionsprecher Norbert Dickel seinen Namen bei der Bekanntgabe der Aufstellung ausrief, das letzte Mal, als die Partie schon längst beendet und Kagawa aus den Katakomben noch einmal ganz alleine aufs Feld lief. Und natürlich, als er in der 41. Minute das 2:0 markierte und für die Vorentscheidung in dieser anfangs allerdings etwas zähen Partie sorgte.

Bilder vom Spiel:

Dortmund schlägt Freiburg 3:1

Denn die Freiburger hatten sich vor 80 200 Zuschauern entgegen ihrer sonstigen Gepflogenheiten dazu entschieden, die Angriffe der Gastgeber tief aufzunehmen. „Wir wollten Dortmund nicht so viele Räume lassen. Das hat gut funktioniert”, so Gästetrainer Christian Streich. Als aber Kagawa in der 34. Minute seinen ersten Geniestreich aus dem Fuß zauberte, war die Taktik der Breisgauer über den Haufen geworfen. Der Japaner hatte mit einem herrlichen Pass in die Tiefe Kevin Großkreutz bedient. Dieser passte quer in die Mitte, wo Adrian Ramos zum 1:0 einschoss. „Den ersten Treffer hat Shinji herausragend eingeleitet, beim zweiten stand er genau richtig”, freute sich BVB-Trainer Jürgen Klopp über die geglückte Rückholaktion. Und der verletzte Oliver Kirch meinte: „Shinji war der Dosenöffner. Wir brauchten einen, der einen tollen Pass spielt.”

Als der eingewechselte Pierre-Emerick Aubameyang nach einem Sprint aus der eigenen Hälfte heraus das 3:0 markierte (77.) und Oliver Sorg in der 90. Minute für den 3:1-Endstand sorgte, war Kagawa nicht mehr auf dem Platz. Aufgrund von Wadenkrämpfen war er in der 63. Minute ausgewechselt worden – und dennoch drehte sich nach der Partie, in der Dortmund nach der Pause nur noch mit Halbgas agiert hatte, alles um ihn. Auch natürlich im Hinblick auf die wichtige Partie am Dienstag gegen Arsenal, wo Kagawa wieder den Unterschied ausmachen soll, auch wenn Klopp abwiegelte und bemüht war, die Erwartungen an den Japaner herunterzuschrauben. „Alle müssen sich erst wieder an ihn gewöhnen. Das Langzeitgedächtnis funktioniert noch nicht wieder. Die Jungs müssen ein zweites Mal lernen, wo er hinspielt und hinläuft. Es hat nicht alles perfekt geklappt”, sagte der Coach – und fügte dann verschmitzt hinzu: „Aber dafür war es sehr gut.”

Quelle: wa.de

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