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Nach Kritik an „seltsamem“ BVB: Reinier muss jetzt schnell liefern - Kommentar

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Von: Sven Schneider

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Für Reinier droht die Leihe zu Borussia Dortmund auch im zweiten Jahr zur großen Enttäuschung zu werden. Sein Vater kritisiert den BVB scharf - zu Unrecht. Ein Kommentar.

Hamm - Es war ein ungewöhnlicher Abend für Reinier im Dress von Borussia Dortmund. 90 Minuten lang stand der Brasilianer auf dem Rasen gegen den FC Ingolstadt im DFB-Pokal (2:0) und damit zum ersten Mal über die gesamte Dauer eines Spiels seit seinem Wechsel nach Dortmund im Sommer 2020. Für den Vater des 19-jährigen Ballvirtuosen wird es Balsam für die Seele gewesen sein. Der hatte kurz zuvor scharf gegen den BVB geschossen. Mit Recht? Nein.

NameReinier
Geboren19. Januar 2002, Brasília, Brasilien
Größe1,85 Meter
Aktuelle TeamsBorussia Dortmund (#20 / Mittelfeld), Brazil

Reinier: BVB-Star sollte nach Kritik schnell Taten folgen lassen - Kommentar

Die Leihe verläuft seit nunmehr anderthalb Jahren enttäuschend für alle Beteiligten. Der Offensivspieler von Real Madrid sollte im BVB-Kader für zwei Saisons Spielpraxis und damit wichtige Erfahrungen sammeln. Die Realität sieht jedoch völlig anders aus. Lucien Favre, Edin Terzic und nun auch Marco Rose haben ihn (bislang) zumeist auf der Bank schmoren lassen.

Getrübte Wahrnehmung von drei doch charakterlich sehr unterschiedlichen Trainern bei Borussia Dortmund? Wohl kaum. Das Talent von Reinier ist unbestritten. Nicht umsonst hatte Real Madrid im Januar 2020 rund 30 Millionen Euro nach Brasilien an Flamengo Rio de Janeiro überwiesen. Seinen Wert zurückgezahlt hat der Offensivspieler aber bislang weder in Spanien noch in Deutschland.

BVB: Reiniers Vater schießt hart gegen Borussia Dortmund - zu Unrecht

Liegt das lediglich an den Verantwortlichen bei Real Madrid und Borussia Dortmund? So sieht es zumindest Reiniers Vater Mauro Brasília. „Dort passiert irgendetwas Seltsames. Es macht den Eindruck, als habe Borussia Dortmund ihn nicht verstanden, sie haben diese gute Option noch nicht erkannt“, sagte er gegenüber goal.com.

„Er könnte dem Spiel das gewisse Etwas verleihen, was in einigen Spielen sehr wichtig wäre. Er beherrscht das Ballbesitz-Spiel, die Kontrolle des Spiels wie nur wenige andere“, fügte Reiniers besorgter Vater an. „Tag für Tag lassen sie die Gelegenheit verstreichen, einen talentierten jungen Spieler zu entwickeln und davon zu profitieren“, fügte er wütend an.

BVB: Jude Bellingham und Co. zeigen, dass es auch anders geht in Dortmund

Umso genauer wird er am Dienstagabend hingeschaut haben. Im DFB-Pokal, dessen Trophäe am Dienstagabend von vier Fans geklaut wurde, gegen den FC Ingolstadt stand sein Schützling nicht nur in Borussia Dortmunds Startelf. Der Brasilianer spielte hinter den Spitzen gar über 90 Minuten durch. Das Fazit: Reinier konnte nur wenig Akzente setzen und ließ sein enormes Talent zu selten durchblicken. Ein Lattenknaller in der 27. Spielminute, ein netter No-Look-Pass, das war‘s.

Der 19-Jährige war mehr Mitläufer als Taktgeber in einem schwachen Pokalspiel. Klar: Selbstvertrauen holt man sich bekannterweise durch Einsatzminuten und persönliche Erfolge auf dem Rasen. Dann schaltet sich der Kopf aus und der fußballerische Instinkt ein. Spielzeit allerdings ist für Reinier rar bei Borussia Dortmund. Für deutlich mehr empfahl sich der Brasilianer aber bislang nicht. Auch das zweite Leihe-Jahr droht für ihn zur großen Enttäuschung zu werden beim BVB.

Klar ist aber auch: Borussia Dortmund ist dafür bekannt, auch und vor allem junge Spieler weiterzuentwickeln. Giovanni Reyna, Jude Bellingham und vielleicht bald auch Youssoufa Moukoko werden dies bestätigen können. Vielleicht findet beim unzufriedenen Reinier und seiner Familie ein Umdenken statt, sollte das Spiel gegen Ingolstadt nur der Anfang gewesen sein. Ausschließlich am BVB liegt es sicherlich nicht.

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