Nach Ausscheiden gegen Real

Großes Gefühlskino im Dortmunder Stadion

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DORTMUND - Es war großes Gefühlskino, was sich nach dem Schlusspfiff im ausverkauften Dortmunder Stadion abspielte. Zuvor hatte die Mannschaft von Borussia Dortmund das Champions-League-Rückspiel gegen Real Madrid mit 2:0 gewonnen und war trotzdem ausgeschieden.

Von Peter Schwennecker

Der Radiosender Lippewelle hat nach dem Spiel Interviews mit mehreren BVB-Spielern geführt. Zum Anhören einfach Draufklicken:

Erik Durm

Kevin Großkreutz

Mats Hummels

Robert Lewandowski

Roman Weidenfeller

Kevin Großkreutz wischte sich vor seiner Südtribüne ein paar Tränen aus dem Gesicht, während der nach einer Kreuzbandoperation seit langer Zeit außer Gefecht gesetzte Verteidiger Neven Subotic den enttäuschten Kollegen Mats Hummels umarmte und beteuerte, dass er stolz sei, ein Teil dieser Mannschaft zu sein. Auf den Rängen wurde gefeiert, als hätte der BV Borussia gerade einen wichtigen Titel gewonnen. Dabei stand nach einer begeisternden Partie und einem hochverdienten 2:0 (2:0)-Erfolg über Real Madrid unter dem Strich das Aus im Viertelfinale der Champions League, weil die Spanier das Hinspiel mit 3:0 für sich entschieden hatten.

„Wir hatten mehrere Möglichkeiten auf das 3:0 und hätten so eine der größten Sensationen in der Fußball-Geschichte schaffen können“, stöhnte Hummels. „So war es nur ein geiler Abend, an dem wir bewiesen haben, was in uns steckt.“ Und bei Trainer Jürgen Klopp machte sich nach dem Schlusspfiff eine Mischung aus Stolz und Frust breit, bei der aber die positiven Aspekte schließlich überwogen.

„So ein Spiel muss man konservieren, es war unfassbar, was die Jungs gespielt haben“, lobte der Fußball-Lehrer seine Akteure. „Sie wollten unbedingt weiterkommen, das war von der ersten Minute an zu merken. Das Spiel war so gut, da kann man niemandem auch nur den kleinsten Vorwurf machen. Die Jungs haben sich alles abverlangt, auch die Atmosphäre war unglaublich.“ Und der Coach bedankte sich nach der Ehrenrunde bei den Fans: „Wir haben es dem Publikum in dieser Saison nicht immer einfach gemacht, heute aber schon. Und was da zurückgekommen ist, das war außergewöhnlich.“

Außergewöhnlich war auch, mit welcher Formation die Borussen den Riesen aus Madrid an den Rand des Abgrunds führten. Denn neben den Rekonvaleszenten Subotic, Sven Bender, Jakub Blaszczykowski, Marcel Schmelzer, Ilkay Gündogan und dem gesperrten Sebastian Kehl musste der BVB auch noch auf Nuri Sahin (Rückenprobleme) und Sokratis verzichten, der laut Klopp einfach eine Pause benötigte. Vor allem Ersatzmann Oliver Kirch zeigte auf der zentralen Defensivposition im Mittelfeld im 4-1-4-1-System eine überragende Leistung. „Ich habe ihm gesagt, dass ich noch nie eine solche Entwicklung bei einem 30-Jährigen gesehen habe“, erzählte Klopp. Worauf Kirch antworte, dass er bereits 31 sei.

„Ein Jahr haben wir ja schon dazu gebraucht“, lautete die spontane Reaktion des Trainers, der am Ende der Partie vor allem Pechvogel Henrikh Mkhitaryan trösten musste, der nach den beiden Treffern von Marco Reus bei drei Großchancen allein für den erneuten Einzug ins Halbfinale der Königsklasse hätte sorgen können. „Es war ein überragendes Spiel von ihm. Wirklich überragend“, beteuerte Klopp. „Er hatte zwei Momente, die jeder, der einmal Fußball gespielt hat, auch schon erleben musste – vor allem in einer Phase, wo einem das Toreschießen nicht so leicht fällt. Es wäre cool, wenn man das Spiel als Ganzes betrachtet und nicht an zwei verpassten Torchancen festmacht.“

Reals Trainer Carlo Ancelotti musste sich in der Pressekonferenz nach dem Spiel viele kritische Fragen der spanischen Journalisten anhören und gestand, dass er während der Partie durchaus Angst in den Augen seiner Profis erkannt habe. Mit einer Aussage lag der italienische Coach zweifellos richtig: „Wenn di Maria zu Beginn den Handelfmeter verwandelte hätte, wäre uns viel Leid erspart geblieben.“ So wurde es für 65 829 Zuschauer ein unvergesslicher Fußball-Abend, mit einem aus Dortmunder Sicht traurigen Ende.

Quelle: wa.de

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