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"Sollen froh sein, dass wir hier sind" - So reagierten Favre, Witsel und Bürki auf die Peinlich-Pleite

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Von: Peter Schwennecker

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Nach dem Saisonfinale des BVB kehrt die Frage nach der Mentalität zurück. Während Trainer Favre den FC Bayern lobt, kritisieren Witsel und Bürki deutlich.

Dortmund – Es ist bei Borussia Dortmund Tradition, dass sich nach dem Abschluss der Bundesliga-Saison die Verantwortlichen noch einmal mit dem Trainer an einen Tisch setzen und in die detaillierte Analyse gehen. Dabei wird es einige unangenehme Fragen geben, die Trainer Lucien Favre beantworten muss. Nach der 0:4 (0:2)-Pleite am Samstag zum Meisterschaftskehraus gegen die TSG Hoffenheim erhielt der Schweizer schon einmal einen kleinen Vorgeschmack darauf, was ihn im Gespräch mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc erwarten wird. 

Verein:Borussia Dortmund
Stadion:Signal-Iduna-Park
Kapazität:81.365 Plätze
Trainer:Lucien Favre
Sportdirektor:Michael Zorc
Geschäftsführer:Hans-Joachim Watzke

Vergeblich suchte Favre nach einer Erklärung für den lustlosen Auftritt seiner Profis, der fast schon an Arbeitsverweigerung grenzte. „Wenn ein Spieler nicht zu 100 Prozent mitmacht, ist es schwer für die anderen. Das war zu wenig“, hielt sich der Fußball-Lehrer mit Kritik zurück. 

BVB Mentalitätsfrage: Favre weist ab, Witsel kritisiert und Bürki hinterfragt

Die bereits während der Saison nach peinlichen Auftritten gegen vermeintlich schwächere Teams gestellte Charakterfrage wehrte Favre einmal mehr ab, verwies auf die vorzeitig gefestigte Vizemeisterschaft. „Wir müssen das ziemlich schnell vergessen. Wir haben unser Ziel vor einer Woche in Leipzig erreicht, wo wir ein gutes Spiel gemacht haben. Das war sehr wichtig. Wir haben eine gute Saison gespielt“, beteuerte Favre

Dass zum Abschluss in der Tabelle ein 13-Punkte-Rückstand auf den FC Bayern stand, kommentierte der BVB-Trainer nur kurz: „Die Bayern sind besser. Punkt.“ Der Grund dafür lag auf der Hand. Während die Münchner ihr Programm trotz des frühen Titelgewinns konsequent durchzogen und auch nicht den Hauch des Vorwurfs einer Wettbewerbsverzerrung aufkommen ließen, schaltete der BVB zuletzt zu oft einen Gang zurück. Bei der Heimpleite gegen die Mainzer vor Wochen liefen die Borussen neun, diesmal gegen Hoffenheim über sieben Kilometer weniger als der Gegner. 

BVB: Axel Witsel kritisiert Teamkollegen - Roman Bürki hinterfragt Einstellung

Dass dazwischen der Gala-Auftritt mit dem 2:0-Sieg in Leipzig lag, manifestierte die Einschätzung, dass diese Mannschaft nur funktioniert, wenn es auch um etwas geht. „Wenn nur ein paar Spieler laufen und verteidigen, ist es schwer, ein Spiel zu gewinnen“, sprach Mittelfeldakteur Axel Witsel die allzu lasche Einstellung seiner Nebenleute an. 

Schonungsloser rechnete Schlussmann Roman Bürki mit seinen Kollegen ab, der die von den BVB-Verantwortlichen so gehasste Mentalitätsfrage wieder neu aufwarf. „Das ist ein Bundesligaspiel. Wir sollen froh sein, dass wir hier sind“, echauffierte sich der Torhüter über die Einstellung der Borussen. „Schon nach den ersten 45 Minuten hat man gemerkt, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht, die will und auch muss. Und eine, die keine Lust hat.“ 

Für Bürki auch der Grund, warum der Dortmunder Rückstand auf die Bayern am Saisonende so groß war. „Das sind die kleinen Spiele, die Punkte, die uns am Ende immer fehlen. Bayern hat diese absolute Winner-Mentalität. Wir nicht“, zeigte sich Bürki nach den vier Gegentreffern durch Andrej Kramaric, die die Hoffenheimer direkt in die Gruppenphase der Europa League brachten, bedient. Der Schweizer wollte danach einfach nur noch nach Hause.

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