Konflikt mit Kalkül

Dauerfehde zwischen BVB und FC Bayern eskaliert

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Bild mit Symbolcharakter: Matthias Sammer (FCB) und Jürgen Klopp (BVB) beharke sich an der Seitenlinie.

DORTMUND/MÜNCHEN - Wieder einmal fliegen die Giftpfeile zwischen den Klub-Bossen von Bayern München und Borussia Dortmund - wie schon so oft in der Vergangenheit. Dabei hat die neue Bundesliga-Saison noch nicht einmal begonnen...

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Ob Konflikte mit Kalkül oder nur harmlose Sticheleien unter Rivalen: Der fast schon traditionelle Zoff zwischen Bayern München und Borussia Dortmund schreibt ein neues Kapitel - und es dürfte nicht das letzte sein. Die Äußerungen von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge zur Ausstiegsklausel von Dortmunds Nationalspieler Marco Reus erhitzen vor dem Duell um den Supercup am kommenden Mittwoch (18 Uhr/ZDF und Sky) die Gemüter.

Die jüngsten Provokationen von Rummenigge, der Inhalte des Vertrags von Marco Reus ausplauderte, hätten eine "neue Qualität", motzte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Solche Psychospiele grenzen nach Ansicht der Borussen an Tabubruch und Respektlosigkeit. "Wir sind sicher, dass für jeden Fußball-Interessierten offensichtlich ist, welche Absicht hinter solchen Äußerungen steckt", meinte BVB-Chef Hans-Joachim Watzke.

Karl-Heinz Rummenigge

Ob Rummenigge den Transfer des nächsten Borussen nach Mario Götze (per Ausstiegsklausel für 37 Millionen Euro) und Robert Lewandowski (ablösefrei) vorbereitet, ist reine Spekulation. Eher spricht alles für die Absicht der Bayern, schon vor dem Saisonstart primär Unruhe beim vermeintlich größten Rivalen im Kampf um die Meisterschaft zu stiften. Denn seit der BVB 2011 und 2012 zwei Meisterschaften gewann und die Bayern im Pokalfinale vor zwei Jahren mit 5:2 düpierte, eskaliert die Dauerfehde.

Rummenigge, Uli Hoeneß oder Bayern-Präsident Karl Hopfner kontra Watzke oder Sportvorstand Matthias Sammer gegen Dortmunds Trainer Jürgen Klopp - für Schlagzeilen war in regelmäßigen Abständen gesorgt. Jene Szene, als sich Klopp und Sammer im Mai vergangenen Jahres beim Punktspiel an der Seitenlinie Stirn an Stirn anbrüllten, nachdem der vom Platz gestellte Rafinha Dortmunds Jakub Blaszczykowski ins Gesicht gegriffen hatte, hat Symbolcharakter. Schon vor den letzten Duellen wurde auf das einst gemeinsame Essen der Klub-Bosse verzichtet.

Michael Zorc

Erst am vergangenen Wochenende hatte Watzke in einem Interview in der "Bild am Sonntag" geäußert: "Wir vertreten BVB-Interessen. Ich brauche im Fußball grundsätzlich keine Harmonie - wofür? Wir respektieren uns in der Bundesliga gegenseitig. Aber wenn ich Harmonie haben will, geh' ich in einen Gesangsverein." Und das gelte auch für das Verhältnis zu den Bayern. "Wir sind Konkurrenten. Trotzdem respektieren wir uns, aber wir müssen nicht jede Woche Freundschaftsbekundungen abgeben", so Watzke, bevor Rummenigge wenige Tage später den nächsten Pfeil in Richtung Dortmund abschoss, obwohl er wegen Reus "das Verhältnis mit Borussia Dortmund nicht strapazieren möchte".

Hans-Joachim Watzke

Schon im Frühjahr waren Watzke und Hopfner wegen eines Bayern-Kredits an Dortmund im Jahr 2004 aneinander geraten. Im März hatte Klopp eine Aussage von Sammer, der die Trainingsintensität der Bundesliga-Konkurrenz kritisiert hatte, gekontert: "Ich glaube, Bayern hätte keinen Punkt weniger, wenn er nicht da wäre."

Schon zu Beginn des Jahres, als der Transfer von Lewandowski feststand, hatte Watzke vermutet, dass die Bayern den größten Konkurrenten "zerstören wollen, damit nie wieder eine Gefahr von uns ausgeht". Selbst wenn die Bayern nicht auf eine Reus-Verpflichtung spekulieren, Rummenigge dürfte mit seiner Aussage über die vermuteten 25 statt angeblich 35 Millionen Euro festgeschriebene Ablöse für einen vorzeitigen Wechsel 2015 zumindest weitere Interessenten mobilisiert haben.

"Es geht darum, irgendwie Unruhe zu stiften", vermutete Zorc. Watzke deutet den Psycho-Krieg der Bayern mehr als ein Zeichen von großen Respekt vor dem BVB, zumal auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Westfalen in Zukunft deutlich steigen werden. - sid

Quelle: wa.de

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