BVB-Jungstar Mario Götze lässt der Rummel kalt

Mario Götze

JEREZ ▪ Über ein halbes Jahr lang hatten die Verantwortlichen des BV Borussia Dortmund ihr größtes Talent zwar nicht in Watte gepackt, dafür aber vollkommen abgeschirmt.

Mario Götze, der schon als A-Jugendlicher den Sprung in die Stammelf des BVB und im November sogar in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft geschafft hatte, wurde behütet und bewacht wie ein millionenschweres Juwel. Welcher Rummel um seine Person entstanden war, registrierte der Nachwuchsmann selbst an der Nachfrage nach Autogrammen, die sein jüngerer Bruder Felix, der in der Dortmunder Jugend spielt, mit zur Schule nehmen musste. „Die ist schon gewaltig gestiegen“, verriet Mario Götze bei seiner Pressekonferenz-Premiere im Hotel Montecastillo im Trainingslager in Jerez.

„Wir haben uns zuletzt mit öffentlichen Bewertungen seiner Fähigkeiten bewusst zurückgehalten“, erklärte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc. Die Verantwortlichen wollten Götze keinen zu schweren Rucksack aufsetzen. „Was passiert, wenn die Erwartungen zu hoch geschraubt werden, haben wir vor Jahren noch beim jungen Nuri Sahin erlebt“, betonte Zorc. Der Türke fiel nach einem kometenhaften Aufstieg schnell in ein Loch. „Wir sorgen dafür, dass Mario geerdet bleibt“, beteuerte der Sportdirektor. „Dass er ein ausgezeichneter Fußballer ist, wissen wir schon lange. Inzwischen ist er gefestigt, kann alles auch spielerisch lösen.“

Götze selbst wurde von der eigenen Entwicklung und vor allem vom Tempo überrascht. „Dass alles so schnell geht, damit habe ich nicht gerechnet“, erklärte der vielseitige Mittelfeldspieler, der in der Hinrunde 16 Bundesliga-Spiele absolvierte, dabei zwei Treffer selbst erzielte und sechs vorbereitete. Er selbst glaubt nicht, dass ihn der Rummel um seine Person zu sehr belastet. „Ich habe ein vernünftiges Umfeld, habe meine Familie, meinen Berater und meine Freunde“, erzählte Götze. „Und die sorgen alle dafür, dass ich auf dem Teppich bleibe.“

Natürlich auch Trainer Jürgen Klopp, der dem Nachwuchsmann schon früh das volle Vertrauen schenkte. „Ich bin vor allem Marios Vater dankbar, dass er vor Jahren nach Dortmund gezogen ist“, schmunzelte Klopp. Denn die Familie Götze stammt ursprünglich aus Memmingen im Allgäu. Doch aus beruflichen Gründen – Vater Jürgen ist Professor an der Uni – erfolgte 1998 der Umzug nach Westfalen. Inzwischen ist Götze ein echter Dortmunder geworden, war schon als Balljunge im Westfalenstadion tätig.

Jetzt steht der U17-Europameister erst am Anfang der Karriere, obwohl er mit 18 Jahren bereits einiges erreicht hat. „Außer der U17-EM habe ich noch keine Titel gewonnen“, beteuerte der Jugendliche. „Und ich möchte in meiner Laufbahn möglichst viele Titel gewinnen.“

Einen am liebsten schon in diesem Jahr. Doch eine Antwort auf die Meisterschaftsfrage in der Bundesliga ließ sich auch Götze in Jerez nicht entlocken. „Wir ziehen unser Ding durch“, sagte der 18-Jährige. „Wir wollen möglichst guten Fußball spielen und so erfolgreich sein wie in der Hinserie. Und mal sehen, was dann am Ende dabei herauskommt.“

PETER SCHWENNECKER

Quelle: wa.de

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