Handspiel von Emre Can

„Skandalös“ und „albern“: Elfmeterpfiff gegen den BVB löst hitzige Diskussion aus

Der Handelfmeter bei Borussia Dortmund gegen Manchester City erhitzte die Gemüter. Emre Can, Dietmar Hamann und Ewald Lienen debattierten heftig.

Dortmund - Es war der krasse Wendepunkt bei Borussia Dortmund gegen Manchester City. Emre Can war in der 52. Spielminute des Viertelfinal-Rückspiels in der Champions League der Ball vom Kopf an den Arm geprallt. Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande zeigte sofort auf den Punkt und ließ seine Entscheidung vom Video-Assistent-Referee bestätigen. Manchester City glich aus.

VereinBorussia Dortmund
CheftrainerEdin Terzic
Arena/StadionSignal-Iduna-Park
TrainingsplatzTrainingsgelände Hohenbuschei

Sehr zum Unmut des vermeintlichen Übeltäters, der unbestritten eine unglückliche Figur machte in dieser Situation. „Das Spiel hat sich geändert nach dem Eins-zu-eins. Wenn wir deshalb einen Elfmeter gegen uns kriegen und wir deshalb verlieren, ist das bitter“, sagte Emre Can bei Sky.

BVB: „Skandalöse Fehlentscheidung“ - Experten rasten wegen Elfmeter aus

Die mehrfach gezeigte Wiederholung machte es deutlich: Emre Can war zunächst mit dem Kopf am Ball, von dort aus sprang der Ball an den weit ausgestreckten Arm. „In den Regeln steht, dass es keine Hand ist“, fügte Emre Can an. Besonders bitter: Bis zum Elfmeterpfiff stand Borussia Dortmund im Halbfinale der Champions League.

Die 1:0-Führung hätte dank der Auswärtstorregel für ein Weiterkommen gereicht. Jude Bellingham hatte den BVB früh in Führung gebracht (15.). Anschließend kam Manchester City zu Torchancen, doch der BVB hielt die Null. Sky-Experte Dietmar Hamann sprach deshalb von einem „heroischen Kampf“ in Hin- und Rückspiel.

Dann folgte der Pfiff des Schiedsrichters, der Borussia Dortmund um den verdienten Lohn gebracht hatte. „Skandalöse Fehlentscheidung. Der Elfmeter hätte meiner Meinung nach nicht gegeben werden dürfen“, begann Hamann seine Analyse und fuhr anschließend völlig aus der Haut. Der Grund: Die Fifa-Regel besagt, dass wenn ein Spieler den Ball aktiv zum Kopfball geht und der Ball vom Kopf an den Arm oder die Hand springt, dann ist es kein Handspiel. So geschehen am Mittwochabend im Dortmunder Signal-Iduna-Park.

BVB: Handelfmeter spaltet TV-Experten, Emre Can und Marco Reus

„Die Regel lässt keinen Interpretationsraum. er versucht den Ball zu köpfen, köpft ihn an den Oberarm. Wir haben vor knapp drei Jahren den Videobeweis eingeführt, der den Fußball gerechter machen soll“, regte Dietmar Hamann die beinahe wöchentliche Diskussion um den Video-Assistent-Referee an.

Emre Can wurde zum „Übeltäter“ bei Borussia Dortmund gegen Manchester City.

Sein Sitznachbar, Ex-Trainer Ewald Lienen, sah das Problem nicht Generell beim technischen Fortschritt, sondern vielmehr an der Interpretation von Spielsituationen. „Diese ganzen Handsituationen sind lächerliche Geschichten, die Spiele entscheiden. Das ist albern“, so Ewald Lienen, der einen Vergleich zum Hinspiel zog.

BVB: Ewald Lienen zieht Vergleich zum Hinspiel und verliert beinahe die Fassung

In der vergangenen Woche hatte Jude Bellingham die Kugel fair vor Manchester Citys Torwart Ederson weggespitzelt. Der Schiedsrichter gab den anschließenden BVB-Treffer nicht und entschied auf Freistoß gegen Borussia Dortmund. „Wieso ist das dann ein Foul? Das hat nur etwas mit der Interpretation der Spielsituation zu tun“, so Ewald Lienen sichtlich erregt.

Einer, der 94 Minuten auf dem Rasen stand und die Szene aus nächster Nähe begutachtete, blieb hingegen völlig ruhig. „Aus meiner Sicht war es Handspiel. Mir wurde aber gerade auch gesagt, dass der Ball vom Kopf an die Hand gegangen ist. Laut FIFA-Regeln ist es dann kein Strafstoß.“, so BVB-Kapitän Marco Reus, der anfügte: „Wenn man ehrlich ist, hätten wir auf der anderen Seite auch geschrien.“ So oder so: Spielentscheidend war die Szene nur bedingt. Gott weiß, wie das Spiel ohne den letztlich verwandelten Handelfmeter gelaufen wäre.

Dass Manchester City der verdiente Sieger war, dürften nur die wenigsten abstreiten. „Nach dem Gegentor haben wir kein Konzept mehr gehabt, waren zu wild und dann hatten sie ein sensationelles Positionsspiel“, lobte Marco Reus den Gegner. „Wir haben gefightet. Das kann man von uns erwarten und das haben wir auch gemacht“, so Reus weiter.

Rubriklistenbild: © Martin Meissner/dpa

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