Nach Boateng und Can

"Die machen, was sie wollen": Die Handspielregel benötigt ein dringendes Update - Kommentar

Zwei vergleichbare Handspiele von Jerome Boateng (FC Bayern) und Emre Can (BVB), nur ein Elfmeter. Die Handspielregel benötigt ein dringendes Update. Kommentar.

  • Jerome Boateng (FC Bayern) und Emre Can (BVB) begingen ein vergleichbares Handspiel.
  • Borussia Dortmund wurde mit einem Handelfmeter bestraft, der deutsche Rekordmeister nicht.
  • Die Handspielregel im Fußball benötigt ein dringendes Update. Ein Kommentar.

Dortmund/Paderborn - Jerome Boateng und Emre Can haben einiges gemeinsam. Sie beide sind deutsche Fußball-Nationalspieler, kämpften bis zum vergangenen Dienstag mit ihren Bundesliga-Klubs um die deutsche Meisterschaft und begingen innerhalb einer Woche je ein Handspiel. Während FC Bayerns Verteidiger Boateng im direkten Duell gegen Borussia Dortmund trotz spektakulärer Flugeinlage mit einem blauen Auge davon kam, wurde Emre Can am Sonntag gegen den SC Paderborn mit einem Handelfmeter gegen seinen BVB bestraft. Nachvollziehbar? Wohl kaum. Die Handspielregel im Fußball benötigt ein dringendes Update. 

Name:

Emre Can

Geboren:

12. Januar 1994 (Alter 26 Jahre), Frankfurt am Main

Größe:

Größe: 1,84 m

Verein:

Borussia Dortmund

Beim BVB seit:

Januar 2020

Position:

Zentrales Mittelfeld

Roman Bürki sprach den Zuschauern vor dem heimischem Fernsehgeräten wohl aus der Seele. „Die machen, was sie wollen“, hatte der BVB-Keeper am Sonntag gegen Paderborn den harten Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Daniel Siebert deutlich hörbar über die Außenmikrofone kommentiert. Schließlich drehte sich sein Teamkollege Emre Can von der heran rauschenden Kugel weg und bekam sie dennoch an den angelegten Ellbogen. 

Boateng/Can: Die Handspielregel benötigt ein dringendes Update - Kommentar

Boateng hingegen fuhr einige Tage zuvor seine 1,92 Meter Körpergröße aus und streckte seinen Arm gar über seinen Kopf. Der Pfiff blieb aus, der Video-Schiedsrichter in Köln, der den Fußball doch gerechter machen sollte, stumm. BVB-Trainer Lucien Favre fehlten die Worte. Auf die Frage, ob der Schweizer die Handspielregel noch verstehen würde, antwortete er kurz und knapp, aber nicht weniger eindeutig, mit „Nein!“. 

Der Fußball wird auf kurz oder lang nicht darum herum kommen, das Handspiel im Strafraum einheitlich zu bestrafen. Sicherlich: Der Interpretationsspielraum des Schiedsrichters gehört seit Jahren zum Fußball dazu wie die Diskussionen in der heimischen Kneipe – oder aktuell wegen des Coronavirus vermehrt in den sozialen Medien. Niemand sieht gerne den Abwehrspielern der Bundesliga dabei zu, wie sie mit unnatürlicher Körperhaltung und verschränkten Armen hinter dem Rücken dem ballführenden Gegenspieler hinterher laufen. 

Und sicherlich wird es einige Spezialisten geben, die per gezielten Schuss einen Handelfmeter provozieren werden wollen. Die Szenen der vergangenen Woche haben gezeigt: Weder die Schiedsrichter und Akteure auf dem Rasen, noch die Zuschauer, die laut BVB-Lizenzspielleiter Sebastian Kehl noch im Jahr 2020 in die Stadien zurückkehren könnten, haben einen klaren Durchblick. Das sorgt für Missverständnisse, die weit mehr als spielentscheidend sein können.

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa / picture alliance

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