BVB und die Meisterschaft

„Nein? – Doch! – Oh!“: Favres Rolle rückwärts vor Werder – Dortmund im Titelrennen

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Erst hat er den Titel abgeschrieben, jetzt ist er wieder voller Hoffnung: BVB-Trainer Lucien Favre.

Der BVB kann in dieser Saison noch immer Meister werden – blöd nur, dass Lucien Favre den Titel nach dem Revierderby aufgab. Vor Bremen nun die Rolle Rückwärts.

Dortmund – Lucien Favre hatte die Meisterschaft nach der Derbyniederlage eigentlich schon abgeschrieben, dann patzte der FC Bayern München beim 1. FC Nürnberg – und plötzlich war wieder alles offen. Doch wie macht der BVB-Trainer das seinen Spielern vor dem Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen klar?

Mit Louis de Funès, dem großen französischen Komiker, wird ein Dialog ganz besonders verbunden: „Nein? – Doch! – Oh!“ BVB-Trainer Lucien Favre erinnert nun an diese Szene aus dem Klassiker „Hasch mich – ich bin der Mörder!“ mit seiner Rolle rückwärts im Meisterschaftskampf. War der nach dem bitteren 2:4 im Revierderby verloren geglaubt, so muss er ihm nun neues Leben einhauchen innerhalb seiner Mannschaft – ein schwieriges Unterfangen. „Entscheidend wird sein, was auf dem Platz passiert“, sagt Favre. Große Worte werde er hingegen wohl nicht wählen.

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Bayerns Unentschieden in Nürnberg hält die Titel-Tür offen

„Es haben alle gedacht, es sei vorbei. Es war ja nicht geplant, dass Bayern unentschieden spielt in Nürnberg. Jetzt ist es wieder völlig offen“, meint der BVB-Trainer vor dem Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen am Samstag (18.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker oder hier im TV). Sportdirektor Michael Zorc unterstützt seine Aussage. „Nach dem Derby haben wir das doch alle in tiefer Depression gedacht – und jetzt ist alles wieder offen“, sagt er. Wenn Dortmund denn auch in Bremen siegreich sein sollte. Wie aber nach einer vermeintlichen Aufgabe, nach dem „Nein?“ und dem „Doch!“, jetzt für ein „Oh!“ innerhalb des Teams sorgen?

Favre vertraut seinen BVB-Profis

Lucien Favre vertraut ganz dem Instinkt seiner Profis. „Die Spieler sind nicht dumm. Sie wissen, dass noch alles möglich ist. Wir müssen uns auf dieses Spiel konzentrieren und wir müssen dieses Spiel gewinnen – es gibt keine andere Lösung“, sagt er auf Nachfrage dieser Redaktion. Zorc ergänzt: „Die Spieler brauchen halt keine Anleitung, um die Tabelle zu lesen. Das müsste so gehen.“ Die tauben Auftritte der Dortmunder etwa gegen Bayern München oder eben im Revierderby sollten aber aufhorchen lassen: Ist die Mannschaft wirklich bereit, alles zu geben für den Titel?

"Nachher, klar, da sind auch zwei, drei Worte wichtig"

„Die Spieler haben auch das Spiel Nürnberg gegen Bayern gesehen“, meint Favre. Das 1:1 des Rekordmeisters also, das dem BVB weiterhin die Tür im Titelkampf offen hält. Nur zwei Punkte steht München drei Spieltage vor Saisonende vor dem BVB. Aber reicht das als Ansporn, das bloße Wissen um die Möglichkeit? Wenn es nach dem Schweizer geht, ja. „Die Spieler zu überzeugen, dass wir gewinnen müssen, ist einfach. Wichtig ist, nicht nur darüber zu sprechen, sondern die ganze Woche im Training auch daran zu arbeiten – taktisch und mental. Nachher, klar, da sind auch zwei, drei Worte wichtig“, sagt Favre.

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Werder Bremen taktisch sehr flexibel

Taktisch gesehen ist es so eine Sache mit dem nächsten Gegner. Florian Kohfeldt hat seine Bremer gut im Griff, die Partie wird kein Selbstläufer für die Dortmunder Titelaspiranten. „Es ist eine sehr, sehr gute Mannschaft – sie haben das mehrmals bewiesen. Sie spielen 4-4-2 mit Raute oder auch ein 4-3-3, sie sind sehr flexibel. Manchmal sind sie auch mit fünf Leuten hinten drin, das machen sie auch gerne gegen Dortmund. Und dann können sie das Spiel schnell machen und gut kontern. Wir müssen da eine Topleistung bringen“, spult Favre seine Einschätzung des Gegners ab. Die taktische Vorbereitung ist also gewährleistet. Bleibt immer noch die Frage nach der richtigen Mentalität.

Lange Zeit hat man bei den Schwarzgelben das Kind nicht beim Namen nennen wollen: Der Titel ist in greifbare Nähe gerückt. Man stapelte tief, in der Retrospektive vielleicht zu tief – der Druck nach der Winterpause ging abhanden. Lange druckste der Klub herum, das schlug sich auf die Spieler nieder.

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Zorc will "dem ganzen ein ein Krönchen aufsetzen"

Darauf gibt Zorc die entsprechende Antwort. „Unser Glaube, unsere Überzeugung und unsere Verpflichtung ist alles dafür zu tun, um am Ende noch Deutscher Meister zu werden. Es ist ganz einfach: Wir brauchen da nicht viele Worte drüber zu verlieren“, sagt er und will am Ende der Saison vor allem eins: „Dem ganzen ein Krönchen aufsetzen“, so der Sportdirektor. Also Meister werden? „Nein? – Doch! – Oh!“

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Quelle: wa.de

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