BVB-Chef Watzke findet Kritik an Mats Hummels „überzogen”

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Kapitän Mats Hummels erlebt derzeit keine angenehmen Wochen beim BVB.

Krasnodar - Es ist keine angenehme Zeit für Mats Hummels. Auch im russischen Krasnodar, rund 3000 Kilometer von der Heimat entfernt, konnte der 26-Jährige nicht einfach vor seinen aktuellen Problemen weglaufen. Denn der Nationalspieler ist mächtig in die Kritik geraten – weil er seit Wochen in einem Formtief steckt, sich zu viele Patzer erlaubte. Und weil er in Sachen Selbst-Reflexion nicht gerade ein Paradebeispiel ist.

„Jeder steht irgendwie in der Kritik. Aber die Massivität der vergangenen Tage finde ich überzogen”, stellte BVB-Chef Hans-Joachim Watzke vor dem letzten Auswärtsspiel in der Gruppenphase der Europa League am Donnerstagabend im 32.000 Zuschauer fassenden Kuban-Stadion (17 Uhr/live bei Sky) klar und sprang für seinen Kapitän in die Bresche, der wie schon nach der 1:3-Niederlage beim Hamburger SV auch vor der Partie in Krasnodar schwieg.

Lediglich über Twitter hatte sich der 26-Jährige in dieser Woche zu Wort gemeldet und erklärt: „Jetzt ist’s aber mal gut mit der völlig überzogenen Kritik. Unglaublich was man sich wohl gefallen lassen muss! Weit an der Realität vorbei.” Doch auch in diesem Statement war von Selbstkritik keine Spur, obwohl er in der Partie beim HSV – wie die gesamte Abwehr – bei den ersten zwei Gegentreffern orientierungslos wirkte, beim 0:3 den Ball sogar ins eigene Tor köpfte. Auch in anderen Begegnungen zeigte er sich zuletzt nicht immer auf der Höhe, hatte beim Derbysieg gegen Schalke oder beim Remis in Hoffenheim ebenfalls folgenreiche Aussetzer. „Bei den Gegentoren haben wir nicht immer die beste Figur gemacht. Als Mannschaft müssen wir das viel besser verteidigen”, sprach Matthias Ginter aber lieber über allgemeine Defensivprobleme – und schob in Sachen Mats Hummels hinterher: „Ich bin da keiner, der ihm Ratschläge gibt, weil er schon jahrelang dabei und erfahren genug ist. Von daher glaube ich nicht, dass er sich zu viele Gedanken macht. Er ist ja auch ein schlauer Bursche.” 

Aber es war zuletzt nicht immer schlau oder geschickt, wie der Weltmeister mit seinen Patzern umgegangen ist. Entweder hatte er seine Mitspieler öffentlich kritisiert, so dass er wegen seiner unbedachten Äußerungen sogar schon zum Rapport bei Trainer Thomas Tuchel antanzen musste. Oder er hatte komplett geschwiegen. Dass sein Standing im Klub aber nun gelitten hat oder ob sogar darüber nachgedacht wird, dass Tuchel ihn als Kapitän absetzen will, wie zuletzt verbreitet wurde, davon wollte Klub-Boss Hans-Joachim Watzke nichts wissen. „Wenn ich lese, dass es im Verhältnis zwischen uns und Mats Probleme gibt, dann ist das definitiv nicht der Fall. Mats Hummels ist ein ganz, ganz wichtiger Spieler für den BVB. Er ist unser Kapitän”, sagte Watzke. „Ich persönlich habe ein ganz ausgezeichnetes Verhältnis zu ihm. Ich weiß, dass er manchmal nicht pflegeleicht ist. Das muss aber auch nicht immer ein Qualitätsnachteil sein. Aber er ist ein ganz anständiger Junge. Er hat alle Unterstützung von uns.” 

Dennoch ist es mehr denn je offen, wie es mit Hummels, der die aktuellen Geschehnisse sicher in seine Zukunftspläne einbeziehen wird, und dem BVB weitergeht. Der Vertrag des Innenverteidigers läuft 2017 aus, müsste also zeitnah verlängert werden. Oder es kommt im nächsten Sommer zur Trennung, wenn die Borussia letztmals Ablöse für den Abwehrchef kassieren kann.

Alle Tweets des BVB: 

Quelle: wa.de

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